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Darum ist der Abstieg kein Weltuntergang

Der UHC Pfannenstiel hat sich in der NLB positiv entwickelt. Dennoch ist das Oberländer Team zukünftig wieder eine Liga tiefer tätig.

Pfannenstiel-Stürmer Fabian Studer (links) wird unsanft gestoppt.

Archivfoto: Robert Piffner

Darum ist der Abstieg kein Weltuntergang

Ein Weltuntergang? Nein, das ist der Abstieg des UHC Pfannenstiel aus der Nationalliga B nicht, wie Christof Maurer sagt. «Aber eine kleine Welt ist für uns schon zusammengebrochen», gibt der Teammanager zu.

Zwei Saisons spielte «Pfanni» zuletzt in der zweithöchsten nationalen Liga, war mit seiner Philosophie, in der das Kollektiv und der Spass an erster Stelle stehen sowie seinen lautstarken Fans ein Farbtupfer. Am Sonntag aber verlor die Mannschaft von Trainer Marc Werner nicht nur gegen den Erstligisten Eggiwil 2:6, sondern durch das 0:3 in der Serie auch seinen Platz in der NLB.

«Man konnte nicht erwarten, dass das Märchen ewig dauert.»
Teammanager Christof Maurer   

Insgesamt 55 Spiele lang dauerte das Märchen, wie Teammanager Maurer die Zeit auf der nationalen Bühne nennt. Und er sagt: «Man konnte nicht erwarten, dass es ewig dauert.»

Dennoch hat der Abstieg einen bitteren Beigeschmack. Gegenüber der ersten NLB-Saison, die er abgeschlagen am Tabellenende beendete, machte der UHC Pfannenstiel heuer einen deutlichen Schritt nach vorne. Er etablierte sich in der zweithöchsten Liga und war nur noch ganz vereinzelt chancenlos. 

Die positive Entwicklung habe wohl beim einen oder anderen zwischenzeitlich zu falschen Hoffnungen geführt, mutmasst Maurer. Und nach dem Verpassen der Playoffs und vor der entscheidenden Meisterschaftsphase vielleicht auch zum trügerischen Gedanken verleitet: «Das wird dann schon gut gehen.»

Nur 21 Minuten in Führung

Doch Pfannenstiel verspielte in den Playouts gegen das zuvor in eine Krise gerutschte Sarganserland seine erste Rettungschance. Spätestens nach dem 2:8 zum Auftakt der Auf-/Abstiegsplayoffs gegen den ambitionierten Erstligisten UHT Eggiwil war bei «Pfanni» dann wohl allen der Ernst der Lage klar.

Maurer verneint denn auch, dass der Oberklassige die Emmentaler unterschätzt habe. Er sagt: «Wir haben alles probiert. Es hat schlicht nicht gereicht. Punkt.» 
 

Zahlreiche Faktoren gaben letztlich zugunsten von Eggiwil den Ausschlag. Die heimstarken Berner hatten zuvor bereits drei Serien zu ihren Gunsten entschieden, waren im «Flow» und voller Selbstvertrauen.

«Die Eggiwiler haben ihr Pensum abgespult wie Maschinen.»
Teammanager Christof Maurer

Anders als der UHC Pfannenstiel, der im Verteidigungsmodus operieren musste, personell nicht aus dem Vollen schöpfen konnte und zugleich beeindruckt war vom Gegner. «Die Eggiwiler haben ihr Pensum abgespult wie Maschinen», sagt Maurer und geizt nicht mit Lob:  «Ich habe selten ein so cooles und abgeklärtes Team gesehen.» 

Pfannenstiel trat derweil zu wenig gradlinig, vor allem aber auch zu wenig kaltblütig auf. In den zwei Auswärtsspielen erzielte die Mannschaft von Marc Werner nur vier Tore.

Kommt hinzu: In den insgesamt etwas mehr als 186 Spielminuten lag der UHC Pfannenstiel lediglich knapp 21 Minuten in Führung – im dritten und entscheidenden Duell.  

Zusammen hoch und runter

Bei aller Enttäuschung – Maurer bleibt vor allem das Bild vom Sonntag in Erinnerung, wie sich die Equipe in den bittersten Momenten der Saison als Einheit präsentierte. Von Zerfallserscheinungen und Schuldzuweisungen keine Spur. Das macht ihn stolz.

Er ist sicher: «Wahre Teams erkennt man erst in der Niederlage.»

Dass «Pfanni» nach dem Sprung in die NLB nicht von seiner Denkweise abwich, auf Ausländer verzichtete, ja nicht einmal mehr trainierte als zuvor, erweist sich nun als hilfreich.

Es muss nichts Grundsätzliches angepasst werden. Maurer ist deswegen überzeugt davon, dass der Kern der Mannschaft zusammenbleibt. So ganz nach dem Motto: «Zusammen hoch, zusammen runter.»

«Wenn man sieht, was sich mittlerweile für Teams da tummeln, ist klar, dass es nicht einfach werden wird.»
Teammanager Christof Maurer

Ob er selber Teammanager und Marc Werner Trainer bleibt, ist derweil offen. Bei einem Nachtessen wird sich das Duo austauschen, sich danach auch mit Sportchef Claudio Alborghetti besprechen. 

Es winken attraktive Derbys

Unabhängig davon, ob Maurer eine weitere Saison als Funktionär im Fanionteam anhängt – es wäre die 13. – glaubt er, dass der UHC Pfannenstiel in der 1. Liga eine gewisse Angewöhnungszeit brauchen wird. «Wenn man sieht, was sich mittlerweile für Teams da tummeln, ist klar, dass es nicht einfach werden wird.»

Zumindest zwei Vorteile bringt der Abstieg mit sich. Die Reisen an die Auswärtsspiele werden kürzer. Und nach den Aufstiegen des UHC Laupen und der Glattal Falcons winken – bei entsprechender Gruppeneinteilung – attraktive Derbys. 

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