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Looser schliesst mit seiner Hassliebe im Frieden ab

Auch der 7. Anlauf am Cape Epic in Südafrika endet für Konny Looser unbefriedigend. Herunterziehen lässt er sich dadurch aber nicht.

Konny Looser konnte seinen ersten Block der Saison nicht wie erwünscht mit einem Erfolg beenden., Der Bikeprofi gab am Cape Epic in Südafrika auf., Ab Ende April setzt Looser seine Saison in Europa fort., Reifendefekte gehören zum Alltag des Hinwiler Bikeprofis.

Archivfoto: Christian Merz

Looser schliesst mit seiner Hassliebe im Frieden ab

Eigentlich hatte Konny Looser mit dem Cape Epic abgeschlossen. Zu viel Unbill war ihm am grössten Mountainbike-Rennen der Welt bei seinen sechs Teilnahmen zwischen 2011 und 2017 widerfahren.

Doch nachdem der Oberländer letztes Jahr einen Bogen um den Wettkampf in Südafrika gemacht hatte, wagte er nun einen weiteren Anlauf. Da er die sieben Etappen vom Küstenstädtchen Hermanus ins weltbekannte Weinbaugebiet nach Stellenbosch mit dem starken Nicola Rohrbach in Angriff nehmen konnte, witterte Looser die Chance auf ein gutes Resultat. 

Zur ganz grossen Versöhnung mit seiner Hassliebe – der Bestwert in der Gesamtwertung ist ein 11. Rang (2012) – kam es allerdings nicht.

Der 30-jährige Bikeprofi kehrte am Dienstag ohne zählbares Resultat aus seiner einstigen Wahlheimat zurück, in der er vier Jahre lang in Stellenbosch wohnte und zahlreiche Rennen fuhr.

Seine Mitbringsel nach der Rennaufgabe vor dem fünften Teilstück: eine Erkältung. Und die Gewissheit, mit dem Cape Epic endgültig abgeschlossen zu haben. «Aber im guten», wie Looser sagt. 

Die Ablösung an der Spitze

Haderte der Marathon-Spezialist in der Vergangenheit oftmals damit, dass er wegen Problemen der jeweiligen Partner (gleich viermal) entweder aufgeben musste, gar nicht in der Teamwertung auftauchte oder bessere Resultate verpasste, nimmt er das jüngste Aus gelassen.

«Ich war von den Ansprüchen überfordert.»
Konny Looser

Einerseits darum, weil sein gelungener Winteraufbau dadurch nicht plötzlich weniger wert ist. Im Gegenteil: Er lässt ihn optimistisch auf den Rest der Saison blicken. «Ich habe bessere Werte als zum gleichen Zeitpunkt 2018.»

Looser gibt sich vor allem aber auch gefasst, weil er realisiert hat: Das Cape Epic hat sich in eine Richtung entwickelt, die nicht seinen Stärken entspricht.         

2014 stürzte Loosers Partner Hannes Genze am Cape Epic und verletzte sich.

Das heuer über 600 Kilometer und 16’000 Höhenmeter führende Rennen wurde kürzer und technischer. Die Teilstrecken, in denen von den Spitzenleuten schon zu Beginn ein horrendes Tempo angeschlagen wird, enthalten viel mehr Trailpassagen.

«Ich war von den Ansprüchen überfordert», gibt Looser zu. «Es ist nicht mehr das, was ich am besten kann.»

Waren vor einigen Jahren nur eine Handvoll Topteams am Start, ist die Spitze nun deutlich breiter besetzt. Und nicht mehr die Ausdauerspezialisten geben den Ton an, sondern Cross-Country-Fahrer. Wie Nino Schurter und Lars Forster, die die 16. Auflage überlegen gewannen.
 

Looser bereut es trotz der jüngsten Enttäuschung nicht, das Cape Epic nochmals angepackt zu haben. «Man arbeitet im Winter auf ein attraktives Ziel hin und klemmt sich wirklich dahinter.» In seinem Fall heisst das: Drei Monate Training, in denen er auf dem Velo 6000 km abspulte. 

Das alles andere als vermessene Ziel

Zumindest auf dem Papier standen Loosers Chancen gut, seine Bilanz am Cape Epic aufzupolieren.

In den Jahren 2017 und 2018 hatte er sein Niveau nochmals angehoben und zahlreiche Siege gefeiert. So gewann der Oberländer die wichtigste Schweizer Marathon-Bike-Serie und wurde vor zwei Jahren erstmals Schweizer Meister.

«Doch leider gab es dann 100 Dinge, die nicht perfekt liefen.»
Konny Looser

Partner Nicola Rohrbach war derweil mit den Gesamträngen fünf, drei und zwei am Cape Epic zuletzt sehr erfolgreich, sodass sich das Duo einen Platz in den Top Ten zum Ziel setzte.

«Vermessen war das sicher nicht. Doch leider gab es dann 100 Dinge, die nicht perfekt liefen», sagt Looser. 

Dazu zählt etwa, dass Rohrbach in der Vorbereitung krank wurde und das Duo einen letzten Härtest abblasen musste.

Oder die erst am Vortag des Prologs gelieferten Biketextilien. Die Folge davon waren Sitzprobleme, da die Zeit fehlte, sich an die neuen Hosen zu gewöhnen.

Letztlich entscheidend aber waren die Reifendefekte, die Rohrbach in der 1. und 2. Etappe erlitt. 

Der Zeitverlust war gross, das Rennen danach für die Zwei bereits gelaufen. Nach der 4. Etappe und nachdem sich Loosers Rücken so verkrampft hatte, dass er keinen Druck mehr auf die Pedale brachte, stieg der Hinwiler aus.

Das Team lag zu diesem Zeitpunkt an 26. Stelle – mit einem Rückstand von fast eineinhalb Stunden auf die Spitze. 

Loosers Übungsabbruch war ein Vernunftsentscheid. Er wollte nicht für eine «Finishermedaille» seine Gesundheit aufs Spiel setzen. Zudem steht er erst am Anfang der Saison, die er ausschliesslich auf europäischem Boden bestreitet.

Der für das Rennteam des Schweizer Veloherstellers BiXS fahrende Oberländer hat ein reich befrachtetes Programm. Und damit genügend Möglichkeiten, seine Dernière am Cape Epic Vergessen zu machen.   

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