Worauf die Vikings «giggerig» sind
Das Jammern nach dem Playoff-Aus war gross beim EHC Kloten am Sonntag. Obwohl der bekannteste Unterländer Klub dadurch bereits Ferien hat, gibt es am Schluefweg weiterhin Eishockey zu sehen – auf Amateurstufe.
Im ersten von maximal fünf Finalspielen treffen die Zweitligisten EHC Bassersdorf und Dürnten Vikings am Samstag in der Swiss Arena in Kloten aufeinander. Es ist das Duell zwischen dem Qualifikationssieger der Ostschweizer Gruppe 2 und seinem ersten Verfolger.
«Die kurze Pause hat uns gut getan.»
Vikings-Trainer Gunnar Hosner
Dass die zweitklassierten Dürntner das Heimrecht den Unterländern überlassen müssen, ärgert sie ein wenig, wie Vikings-Trainer Gunnar Hosner zugibt. Verständlicherweise, denn die Oberländer sind 2019 auf eigenem Eis ungeschlagen. Acht Siege haben sie daheim aneinandergereiht, deren sechs zuletzt in den Playoffs, in denen sie jede ihrer drei Serien 3:1 gewannen.
Der Marsch aus dem Keller
Der Startschuss zu ihrer Heimsiegesserie erfolgte dabei Anfang Januar ausgerechnet gegen Bassersdorf. 4:3 gewannen die Vikings damals in der Verlängerung – dank einem späten Doppelschlag hatten sie sich erst in die Overtime gerettet.
Das Spiel gegen den Leader wurde letztlich zum Wendepunkt einer bis dahin enttäuschenden Vikings-Saison, die Unterländer damit überspitzt gesagt zum Aufbaugegner.
In der Folge fand die langjährige Oberländer Spitzenmannschaft seine Sicherheit wieder, kletterte aus dem Tabellenkeller hoch und steht nun zum bereits fünften Mal innerhalb von neun Jahren im Ostschweizer Zweitliga-Final.
2015 und 2016 wurden die Vikings Ostschweizer Meister. Den «Pott» streben sie selbstredend erneut an. Er würde ihnen zugleich die Chance bieten, danach Schweizer Meister der 2. Liga zu werden. Erstmals überhaupt wird der Titel ausgespielt.
Dürntner Plus an Energie und Routine
Vorerst konzentrieren sich die Dürntner aber ausschliesslich darauf, die Hürde namens Bassersdorf meistern zu können. Vikings-Coach Hosner bezeichnet die kämpferischen Unterländer als «ganz ekligen Gegner». Es ist ein Kompliment.
Erst am Donnerstag und in der Verlängerung des fünften Halbfinals sicherte sich Bassersdorf den Finaleinzug. Die Dürntner konnten sich derweil seit Dienstag erholen. «Die kurze Pause hat uns gut getan», sagt Hosner.
Die Energiespeicher sind wieder voll. Daneben könnte den Dürntnern zugute kommen, dass sie über viel mehr Playoff-Erfahrung verfügen als die Unterländer. Vor dieser Saison scheiterte der EHC Bassersdorf viermal hintereinander im Achtelfinal, davor verpasste er regelmässig die K.o.-Phase.
Hosner ist sich nicht sicher, ob der Erfahrungsüberschuss tatsächlich eine Rolle spielt. Aber er weiss dafür bestimmt: «Meine Jungs sind ‹giggerig›.»
