Darum hält «Pfanni» gute Karten in der Hand
Es ist dieselbe Aufgabe. Sie fühlt sich dennoch ganz unterschiedlich an.
Da ist auf der einen Seite der UHC Pfannenstiel. Erst das zweite Jahr spielt er in der NLB. Wie in tieferen Ligen setzt «Pfanni» auf den Zusammenhalt, eine gewisse Lockerheit und verzichtet darauf, der Leistungsoptimierung wegen seine Identität zu verleugnen.
Obwohl man sich gegenüber der ersten Saison gesteigert hat und nur ganz vereinzelt chancenlos blieb, war der Sturz in die Playouts absehbar.
«Man merkt: Jetzt kommen die geilen Spiele. Auch wenn sie unten heraus sind und nicht in den Playoffs.»
Pfannenstiel-Teammanager Christof Maurer
Nicht so beim Gegner, dessen sportliche Heimat seit vielen Jahren die zweithöchste Liga ist. Beim UHC Sarganserland ging man davon aus, ein schlagkräftiges Team zusammen zu haben, das den Sprung in die Playoffs schafft. Nun aber muss man in den Playouts gar dagegen kämpfen, nicht in die Auf-/Abstiegsrunde verbannt zu werden, in der man auf einen ambitionierten Erstligisten treffen würde.
Es sind keine guten Aussichten. Ein Abstieg? «Wäre für uns ein kleiner Weltuntergang», wählt eine Person aus dem Klubumfeld drastische Worte.
Bei den Ostschweizern (10.), die in den vergangenen neun Saisons nur zweimal schlechter als auf Rang 6 platziert waren, hatte niemand damit gerechnet, um den Platz in der Liga zittern zu müssen. Entsprechend angespannt ist das Nervenkostüm. Der Druck vor dem am Samstag beginnenden Best-of-5-Duell gegen Pfannenstiel ist riesig.
«Pfanni» hat Moral getankt
Deutlich entspannter kann Aussenseiter «Pfanni» die Serie anpacken. Von den Playoffs wurde nie geträumt, der Ligaerhalt stand von Anfang an oberster Stelle. Man stellte sich mental auf den Abstiegskampf ein.
Die Schlussrangierung sei zweitrangig, fand Christof Maurer schon einige Wochen vor dem Ende der Qualifikation. Der Teammanager sagte damals, man wolle die restliche Zeit bis zu den Playouts nutzen, um Moral zu tanken.
Der Plan ist aufgegangen, der UHC Pfannenstiel hat die letzten zwei Spiele für sich entschieden. Das Team von Trainer Marc Werner schlug dabei auch Sarganserland 7:2, nachdem man das Hinspiel zwar dominiert, aber dennoch 1:2 verloren hatte.
Teammanager Maurer blickt der Serie zuversichtlich entgegen, das Team scheint bereit. In den Trainings ist die Konzentration der Spieler einen Tick höher als sonst. «Man merkt: Jetzt kommen die geilen Spiele. Auch wenn sie unten heraus sind und nicht in den Playoffs.»
Wie im Vorjahr, als «Pfanni» in den Playouts überraschend Grünenmatt bezwang, bereitete Trainer Werner seine Mannschaft in der dreiwöchigen Meisterschaftspause akribisch auf den Gegner vor.
Die Niederlagenserie des Gegners
Ein Gegner notabene, der angeschlagen ist und bei dem wohl vieles vom ersten Spiel abhängt. Bei einem Auftaktsieg von «Pfanni» in Sargans dürften die negativen Gefühle bei den Ostschweizern weiter verstärkt werden. Acht Niederlagen hintereinander kassierten sie zuletzt.
Sarganserland war dabei nicht nur von argem Verletzungspech verfolgt, sondern destabilisierte sich durch interne Unruhen gleich selber. Fabio Good, das Herz der Mannschaft, trat mitten im Kampf ums Playoff-Ticket zurück. Der auf Druck des Teams vorgenommene Trainerwechsel – nun steht Arto Riihimäki an der Bande, der die Saison bei den Kloten-Bülach Jets in der NLA begann – hat derweil keine Früchte getragen.
«Spalier stehen werden wir mit Sicherheit nicht.»
Pfannenstiel-Teammanager Christof Maurer
Maurer hat mitbekommen, dass beim Gegner zuletzt vieles schief gelaufen ist. Gewichte man nur diesen Umstand, sei «Pfanni» deshalb wohl leicht im Vorteil, mutmasst er. Der Teammanager glaubt allerdings, dass die Sarganserländer in der Pause nun genug Zeit hatten, alles Vorgefallene zu verarbeiten.
Maurer erwartet in jedem Fall eine hart umkämpfte Angelegenheit. Und er warnt vor den Schlüsselspielern des Gegners wie etwa dem Schweden Jakob Karlsson, dem sechstbesten Skorer der NLB. «Den muss man auf dem Radar haben», sagt Maurer.
Er kündigt zugleich an, Pfannenstiel werde ein unangenehmer Gegner sein. «Spalier stehen werden wir mit Sicherheit nicht.»
