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Im Schnellverfahren zum Premierensammler

Der Pfäffiker Weltcup-Neuling Gian Sutter hat sich ohne Anlaufschwierigkeiten auf höchstem Niveau etabliert. Nun feiert der Freestyle-Snowboarder das WM-Debüt bei der Elite.

Der 19-jährige Gian Sutter hat sich schnell an die neue Flughöhe im Weltcup gewöhnt., «Es war für mich wichtig, das zu merken», sagt Sutter, nachdem er realisiert hat, dass er im Weltcup mithalten kann.

Archivfoto: Oliver Meile

Im Schnellverfahren zum Premierensammler

Es macht Gian Sutter «ein wenig stolz», was er in den letzten Monaten geleistet hat. Vor der Saison dachte sich der Weltcup-Neuling: «Einmal einen Slopestyle-Halbfinal zu erreichen, wäre megacool.»

Zweimal gelang es ihm – in Kreischberg und Laax. Das führte beim Pfäffiker zur Erkenntnis: «Auch ein Final müsste drin liegen.»

Vor wenigen Tagen war es soweit. Der 19-jährige Freestyle-Snowboarder stiess auf der Seiser Alm als einziger Schweizer in den Final der Top 10 vor. Und ärgerte sich hinterher, dass ihm keiner der drei Finalruns gelungen war. Er hatte realisiert: Es wäre noch mehr möglich gewesen als dieser 10. Platz.

«Man muss im Weltcup alles sauberer machen.»
Gian Sutter

Die guten Resultate im ersten Weltcup-Jahr haben Sutter gezeigt: Er kann auch auf diesem Niveau mithalten. «Es war für mich wichtig, das zu merken», sagt er in seiner unaufgeregten Art.

Der Steigerungslauf hat dem zweifachen Europacup-Sieger von 2018 zusätzliches Selbstvertrauen verschafft. Und ihm eines der vier Schweizer  Slopestyle-Tickets für die Weltmeisterschaften in Park City (USA) eingebracht. 

Es wird Sutters erste Elite-WM sein, er hebt aber trotzdem nur im Parcours ab. Die Freude darüber, im Weltcup mithalten zu können sei grösser als jene über die WM-Teilnahme, sagt der junge Oberländer trocken. «Die WM sehe ich einfach als Belohnung an.»      

Blick auf den Sprung

Am Freitag reiste Sutter über Chicago nach Salt Lake City. Rund eine halbe Stunde vom Flughafen entfernt liegen die WM-Anlagen. Was ihn erwartet, weiss Sutter nicht. Einen Wettkampf hat er in den USA noch nie bestritten.

Nächste Woche greift er an der bereits laufenden WM ins Geschehen ein, möglicherweise gar in der Big-Air-Qualifikation. Ein Schweizer Platz ist in dieser noch zu vergeben, wobei Moritz Thönen Vorrang hat.

Sutter muss sowieso erst den Sprung vor Ort begutachten, um abschätzen zu können, ob ein Einsatz überhaupt Sinn macht. Sieht er keine Chancen aufs Weiterkommen, verzichtet der Pfäffiker, der keinen der ganz schweren Tricks auf Lager hat. 

Er will nicht unnötig Energie verbrauchen, damit er in der Slopestyle-Qualifikation am Samstag in einer Woche aus dem Vollen schöpfen kann. Ob in seiner Spezialdisziplin der Finaleinzug realistisch ist, kann er erst abschätzen, wenn er den Kurs in Park City kennt.

Gegenüber dem Weltcup ist das Startfeld kleiner, alle Fahrer dürften mehr Risiken eingehen. 

Breites Feld als Ansporn

Unabhängig von der Ausgangslage hat sich Sutter zum Ziel gesetzt, sein ganzes Potenzial abrufen zu können. Im Fokus steht zudem, seine Tricks und Sprünge möglichst einwandfrei präsentieren zu können.

«Man muss alles viel sauberer machen», hat er im Weltcup realisiert. Und er muss in der sich weiter schnell entwickelnden Disziplin auch sein Repertoire stetig erweitern. 

Schon jetzt ist für Sutter klar: Nächste Saison wird er noch konsequenter auf Slopestyle setzen, um seine Kräfte zu konzentrieren. Das Feld hinter den absoluten Topshots ist sehr breit, zahlreiche Fahrer inklusive Sutter sind jeweils in der Lage, in den Final vorzustossen. «Das ist auch ein Ansporn für mich.» 
 

Kai Mahler macht den Anfang

An den Freestyle-Weltmeisterschaften in Park City (USA) sind die Snowboarder und Freeskier vereint, womit nach 2015 und 2017 zum dritten Mal quasi eine «Doppel-WM» statt findet.

Der erste aus dem Oberländer Trio, der an den vom 1. bis 10. Februar dauernden Titelkämpfen ins Wettkampfgeschehen eingreift, ist Kai Mahler. Der Fischenthaler Freeskier bestreitet am Samstag, 2. Februar in seiner Paradedisziplin Big Air die Qualifikation.

Erst nächste Woche geht es dann für die Snowboarder Gian Sutter aus Pfäffikon und die Riedikerin Isabel Derungs los. Das Hauptaugenmerk beider liegt auf der Disziplin Slopestyle, die Qualifikation findet am Samstag in einer Woche statt.

Derungs dürfte mit viel Selbstvertrauen antreten. Und sie scheint in Form –  unlängst feierte die routinierte Freestyle-Snowboarderin den ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere. (zo)

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