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Wenn ein Geschenk zur Knacknuss wird

Nach einer ersten schwierigen Saison ist der UHC Pfannenstiel in der NLB angekommen. Den Gang in die Playouts dürfte er trotzdem nicht abwenden können.

Micha Lopez vom UHC Pfannenstiel wird gleich von zwei Gegenspielern bedrängt.

Archivfoto: Robert Pfiffner

Wenn ein Geschenk zur Knacknuss wird

Die Aufstiegseuphorie ist längst verflogen. Die Flitterwochen sind ebenfalls vorbei. Aber auch der Alltag in der zweithöchsten Spielklasse fühlt sich für den UHC Pfannenstiel grundsätzlich gut an.

Ein absolutes Hochgefühl wie in der 1. Liga, als man Siege am Laufmeter feierte, sei in der zweiten NLB-Saison in der Mannschaft zwar nicht mehr vorhanden, findet Christof Maurer. «Dafür verlieren wir dann doch zu häufig», fügt er an, gefolgt von einem Lachen. Der Teammanager versichert aber glaubhaft: «Wir freuen uns trotzdem sehr, noch immer da zu sein.»  

«Zu selten haben wir uns für unseren Aufwand belohnt.»

Teammanager Christof Maurer

13 Niederlagen stehen nach 17 Runden auf dem Konto des UHC Pfannenstiel, wirklich chancenlos war er aber nur vereinzelt. Gleich fünfmal unterlag er mit nur einem Tor Differenz. Spielerisch und taktisch ist die Mannschaft einen Schritt weitergekommen – ohne daraus ­entsprechend Profit zu ziehen. «Zu selten haben wir uns für unseren Aufwand belohnt», bedauert Maurer.

In der Zwickmühle

Fünf Runden vor Schluss der Qualifikation hat der auf Rang 11 liegende Underdog immerhin 13 Punkte auf dem Konto – zwei mehr als letzte Saison in der Endabrechnung. Das tönt nicht nach einem Riesensprung.

Man kann dennoch festhalten: «Pfanni» ist nach einer Debütsaison, die man abgeschlagen am Ta­bellenende beendete, definitiv in der NLB angekommen. In einer Liga notabene, in der die Mehrheit der Gegner über bes­sere Möglichkeiten verfügt. Beispielsweise auf ausländische Verstärkungsspieler setzt und auch häufiger trainiert.

Der UHC Pfannenstiel aber verfolgt in der zweithöchsten Liga dieselbe Philosophie wie vor dem Aufstieg. Die Mannschaft ist keine Ansammlung von ausschliesslich leistungsorientierten Spielern, die den Erfolg mit letzter Konsequenz anstreben. Es sind – überspitzt gesagt – vielmehr Freunde, die zusammen Spass am Unihockey haben möchten. Tragende Säulen sind der Zusammenhalt sowie eine überaus grosse Identi­fikation mit dem Verein.

Einige der Faktoren, die «Pfanni» ausmachen, behindern aber wohl zugleich die weitere Entwicklung. Maurer spricht in diesem Zusammenhang von einer Zwickmühle, in der man stecke. Er nennt als Beispiel den lockeren Umgang mit Absenzen im Training und an Spielen.

«Letztlich macht es Spass, wie weit wir mit unserer Haltung gekommen sind.»

Teammanager Christof Maurer

Dank einem breiten Kader fehlt es Trainer Marc Werner zwar nie an Personal, die Blöcke aber müssen häufig neu zusammengewürfelt werden, was ein Nachteil ist. Maurer sagt, er habe immer wieder das Gefühl, mit dieser Mannschaft wäre eigentlich mehr möglich.

«Man muss sich in solchen Momenten aber auch eingestehen, dass es mit unserer Art schwierig ist, weiter nach vorne zu kommen. Und letztlich macht es Spass, wie weit wir mit unserer Haltung gekommen sind.»

Aufgalopp für den März

Übergeordnetes Ziel bleibt der Ligaerhalt. Von den Playoffs, die rechnerisch noch immer möglich sind, spricht bei Pfannenstiel keiner. Maurer erachtet es nicht einmal als notwendig, sich zum Ziel zu setzen, zumindest den aktuellen Tabellenplatz zu vertei­digen. Wo man am Ende der Qualifikation stehe, sei irrelevant. Als viel wichtiger erachtet Maurer es, die Zeit bis zu den im März beginnenden Playouts zu nutzen, um dann bereit sein.

Sein Schlussprogramm in der Qualifikation läutet Pfannenstiel am Sonntag mit dem Heimspiel gegen Grünenmatt ein. Die Emmentaler, die zwischen 2007 und 2017 in der NLA spielten, haben sich zum Lieblingsgegner des UHC Pfannenstiel entwickelt.

Er setzte sich im letzten Frühling in den Playouts überraschend gegen die Mätteler durch und schlug sie diese Saison im Hinspiel gleich 9:5. Es war der bisher höchste Sieg in Pfannenstiels kurzer NLB-Zeit.

«Den direkten Zug aufs Tor müssen wir verbessern.»

Teammanager Christof Maurer

Es ist eine schöne Randnotiz, mehr nicht. Für Maurer geht es nun darum, dass «Pfanni» in den restlichen Spielen Selbstvertrauen sammelt. Und die mangelnde Effizienz ist weiterhin «ein Riesenthema».

Im Schnitt einen Treffer mehr pro Partie als im ersten NLB-Jahr erzielte man zwar. «Den direkten Zug aufs Tor müssen wir dennoch verbessern.» Es würde die Chancen im Überlebenskampf in jedem Fall erhöhen.

Gelingt dem UHC Pfannenstiel der Ligaerhalt, überreicht er sich das schönste Geburtstagsgeschenk gleich selber. Im Mai feiert der Klub sein 20-jähriges Bestehen. 

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