Eine Medaille ist für Odermatt nur ein Traum
In der Vorschau zu den Schweizer Meisterschaften vom Wochenende in Wetzikon bleibt Tanja Odermatt vom Eiskunstlauf-Verband gänzlich unerwähnt. Und dies, obwohl sich die Tannerin vor drei Jahren noch SM-Gold sicherte.
Doch die Nichtbeachtung hat natürlich seine Gründe. Aufgrund einer schweren Fussverletzung fehlte sie bei den beiden letzten Austragungen. Seither sind jüngere Eiskunstläuferinnen an der mittlerweile 21-Jährigen vorbeigezogen.
Allen voran die Titelverteidigerin und grosse Favoritin Alexia Paganini (17), welche die Schweiz an den Olympischen Spielen in Pyeongchang vertrat und an der letzten EM in Moskau den beachtlichen siebten Platz erreichte.
Diese Top-10-Platzierung macht es auch möglich, dass an der nächsten Europameisterschaft von Ende Februar in Minsk sogar zwei Schweizerinnen antreten dürfen. Gesetzt in Weissrussland ist Paganini, die vor wenigen Wochen bei ihrem Grand-Prix-Debüt sogleich den vierten Rang erreichte und mit 182,50 Punkten auch einen neuen Bestwert erzielte.
An den SM gelten hinter der Winterthurerin die letzjährigen Medaillengewinnerinnen Yoonmi Lehmann (CP Lausanne-Malley) und Kimiko Yamada (EC Zürich) als erste Anwärterinnen auf eine Top-Klassierung.
«Ich bin so bereit, wie man nach knapp zehn Wochen Training sein kann und habe alles gegeben, um einen gesunden Aufbau hinzubekommen.»
Tanja Odermatt
Von einer Medaille und damit einer möglichen EM-Teilnahme kann derweil Odermatt nur träumen. Sie ist einfach froh, nach der langen Leidenszeit schmerzfrei trainieren zu können und erachtet deshalb einen Platz unter den besten fünf Läuferinnen als realistische Marke. «Ich bin so bereit, wie man nach knapp zehn Wochen Training sein kann und habe alles gegeben, um einen gesunden Aufbau hinzubekommen», sagt sie.
Seit Ende Oktober bestritt Odermatt erste kleinere Wettkämpfe. «Ich konnte mich kontinuierlich steigern», freut sie sich. Besonders erfreulich: Im Kurzprogramm kam die Oberländerin schon beinahe an ihre persönliche Bestleistung heran.
Für einen möglichen Platz auf dem Podest ist die Darbietung der Eiskunstläuferin vom Dübendorfer EC aufgrund des grossen Trainingsrückstands womöglich aber noch technisch zu einfach. «Mein Ziel ist es, die Programme sauber und ohne grobe Fehler zeigen zu können», sagt Odermatt zurückhaltend.
Die Veränderung von Walker
Im Feld der Männer hat sich die Hackordnung nach dem Abgang von Stéphane Walker verändert. Der fünffache Meister hat sich entschieden mit seiner Partnerin Arianna Wroblewska künftig im Eistanz zu starten. Zu den möglichen Titelkandidaten gelten damit der letztjährige Bronzemedaillengewinner Lukas Britschgi und Nurullah Sahaka.
Die vom Eislaufclub Zürcher Oberland organisierten Schweizer Elite-Meisterschaften finden übrigens zum ersten Mal überhaupt in Wetzikon statt. Klar ist damit: So nahe von daheim wird Lokalmatadorin Tanja Odermatt kaum einmal mehr einen wichtigen Wettkampf in ihrer Karriere bestreiten.
Zeitplan
Samstag, 15. Dezember
15.25: Eistanzen, Kurztanz
16.05: Paare, Kurzprogramm
16.20: Männer, Kurzprogramm
17.30: Frauen, Kurzprogramm
Sonntag, 16. Dezember
12.00: Eistanzen, Kür
12.40: Paare, Kür
12.50: Männer, Kür
14.05: Frauen, Kür
