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Schweizer Meisterin Odermatt zwischen Hoffen und Bangen

Nach einer schweren Fussverletzung musste Tanja Odermatt immer wieder Rückschläge einstecken. Nun gab die Tannerin ihr Wettkampf-Comeback.

Eine Fussverletzung warf die Eiskunstläuferin aus Tann weit zurück., Der erste Härtest ist bestanden: Tanja Odermatt blickt zuversichtlich in die Zukunft., Für die laufende Saison hat sich Tanja Odermatt kleine Etappenziele gesetzt., Tanja Odermatt ist seit rund einem Monat endlich schmerzfrei., Tanja Odermatt läuft für den Eislaufclub Dübendorf., Im Dezember 2015 holte sich Tanja Odermatt den SM-Titel., Für Tanja Odermatt ist die Regeneration nach der langen Verletzungspause noch wichtiger geworden., Bei Tanja Odermatt geht es wieder aufwärts., Zurück auf der Wettkampfbühne: Tanja Odermatt.

Christian Merz

Schweizer Meisterin Odermatt zwischen Hoffen und Bangen

Die Erleichterung ist noch spürbar an diesem Montagnachmittag beim Training auf dem Eisfeld in Bäretswil. «Ich habe so lang von diesem Moment geträumt. Lange wusste ich nicht, ob ich jemals wieder Wettkämpfe laufen kann. Deshalb ist es nun umso schöner», sagt Tanja Odermatt. Die 21-jährige Eiskunstläuferin aus Tann spricht von einem zufriedenstellenden Comeback am Montalin-Cup in Chur.

«Meine Leistung war nicht super. Ich habe einige Fehler gemacht. Und doch habe ich jede Sekunde genossen.»
Tanja Odermatt

«Meine Leistung war nicht super. Ich habe einige Fehler gemacht. Und doch habe ich jede Sekunde genossen», fügt sie an. Zu Platz 2 reichte ihre Darbietung in der Elite-Konkurrenz aber.

Das ist beachtlich: Schliesslich ist es Odermatts erster Wettkampf überhaupt nach langen 13 Monaten, als sie die letzte Saison aufgrund von anhaltenden Schmerzen im rechten Fuss vorzeitig abbrechen musste.

Erst mit einer Eigenblut-Therapie, die den Sehnenaufbau förderte, ging es anschliessend wieder langsam aufwärts.

Der Ursprung der Verletzung liegt aber sowieso noch länger zurück. Bereits über zwei Jahre ist es nämlich her, als Odermatt bei einem Dreifachsprung im Training folgenschwer stürzte und dabei einen mehrfachen Bänderriss erlitt. Und damit auch der Traum von einer mög­lichen Teilnahme an den Olympischen Spielen in Südkorea platzte. Sie ist auch überzeugt davon, dass beim Sturz mehr als nur die Bänder kaputtgingen. Endgültige Klarheit hat sie bis heute nicht.

Seit einem Monat schmerzfrei

Seither erlebte Odermatt eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Kleine Erfolgserlebnisse wechselten sich mit neuerlichen Rückschlägen ab – zuletzt im Mai, als sie trotz reduziertem Training mit bewusst wenigen Sprüngen aufgrund wiederkehrenden Schmerzen eine erneute Eispause einlegen musste.

Die Oberländerin gönnte sich hernach deshalb ausgedehnte Ferien, die ihr ganz offensichtlich gut taten. Seit einem Monat ist die Schweizer Meisterin von 2016 nun schmerzfrei. Rund anderthalb Stunden trainiert sie täglich auf dem Eis, dazu kommen weitere zwei Stunden Fitness – sogenanntes Trockentraining, wie sie es ausdrückt. Und natürlich gönnt sich Tanja Odermatt ab und zu einen freien Tag. «Ich achte auf die Regeneration», betont sie.

In dieses Bild passt auch, dass die Tannerin noch ­immer voll auf den Sport setzt. Nebenher unterrichtet sie nur einige Stunden als Hilfstraine­rin in Rapperswil und beim Dübendorfer Eislaufclub – wo sie in derselben Funktion da und dort einspringt.

Die lange Leidenszeit hat Odermatt aber auch dazu gebracht, sich vorerst nur noch kleine Etappenziele zu setzen. Drei weitere Wettkämpfe sind vorerst geplant – darunter der vereinseigene Glattal-Cup, bei dem sie allerdings nur die Kür bestreiten wird – bis zu den Schweizer Meisterschaften.

Sowieso: Die Teilnahme daran bezeichnet sie als grösstes Ziel der Saison. Für Odermatt haben die Titelkämpfe von Mitte Dezember auch einen besonderen Stellenwert, weil sie dieses Mal vor der eigenen Haustüre in Wetzikon stattfinden. «Ich muss aber zuerst die notwendige Punktzahl erzielen», sagt sie.

«Tanja hat einen starken Willen.»
Linda van Troyen, Trainerin

Eine Form­sache sei das, entgegnet da Trainerin Linda van Troyen. Die Belgierin zählt ihren langjährigen Schützling auch nach der langen Pause und trotz physischen Rückstand noch immer zu den besten fünf Eiskunstläuferinnen der Schweiz. «Tanja hat einen starken Willen», betont sie.

Durch die Kür kämpfen

Klar ist aber auch: Tanja Odermatt steht ein weiter Weg bevor. «Der Sommeraufbau fehlt. Ich bin noch nicht fit und muss mich derzeit durch die Kür kämpfen», sagt sie. Der erste Auftritt in Chur war deshalb für sie vor allem ein guter Härtetest – ob der Fuss der Belastung standhalten kann. «Es sieht bis jetzt gut aus», ist ihr erster Eindruck.

Dazu kommt für Odermatt der Faktor Wettkampf-Atmosphäre, mit der damit verbundenen Nervosität, an die sie sich zuerst wieder gewöhnen muss. Der men­tale Bereich ist es auch, den Van Troyen als Knackpunkt herausstreicht – gerade bei den Dreifachsprüngen. Selbst wenn bei Odermatts derzeitigem Programm der Schwierigkeitsgrad noch nicht so hoch angelegt ist.

Trainerin Van Troyen traut ihr bis zu den Schweizer Meisterschaften auf jeden Fall bereits eine Steigerung zu. Odermatt selbst, die auf diese Saison hin vom Verband aufgrund der fehlenden Wettkämpfe vom Nationalteam ins Elitekader zurückgestuft wurde, will noch keine Prognosen machen. Sie weiss aber: «Die Konkurrenz ist seit meinem Titelgewinn vor drei Jahren besser geworden.» Für Odermatt ist es ein Ansporn.

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