Pfäffikon bringt Wald aus dem Gleichgewicht
Die Trainer waren sich hinterher einig: Der FC Pfäffikon war im Oberländer Drittliga-Duell der verdiente Sieger. 3:2 setzte sich die Mannschaft von Marcel Erismann durch, die von Beginn weg mehr fürs Spiel gemacht hatte und deren Bemühungen mit drei Treffern in der zweiten Hälfte belohnt wurden.
Der Pfäffiker Trainer war hinterher entsprechend zufrieden. Nicht nur der drei Punkte wegen, dank derer der FCP in der Tabelle der Gruppe 6 auf den 4. Platz vorrückte.
Er freute sich besonders über die Reaktion seines Teams auf die zuletzt nicht zufriedenstellenden Heimauftritte. «Wir hatten uns fest vorgenommen, besser zu sein. Das ist uns gelungen.»
Sein Gegenüber Paco Sanchez versteckte seine Enttäuschung über die Niederlage derweil nicht. Die erste Hälfte, in der die aufsässig agierenden und physisch starken Walder in Führung gingen, hatte dem Trainer noch gefallen.
Der schnelle Pfäffiker Ausgleich nach der Pause aber brachte aus seiner Sicht seine Mannschaft bereits entscheidend aus dem Tritt.
Der Gegner habe danach Oberwasser gehabt. «Und wir waren schlecht», wählte Sanchez deutliche Worte.
Gelichtete Reihen in beiden Teams
Dass die Walder aus dem Gleichgewicht gerieten, hatte allerdings nicht nur mit dem 1:1 zu tun, sondern auch mit personellen Sorgen.
Nachdem Captain Boris Juric bereits in der Startphase mit einem Muskelfaserriss ausgefallen war, musste Sanchez nach der Pause auch auf Chris Juric verzichten. Dass mit Patrik Juric ein weiterer Eckpfeiler der Mannschaft bereits angeschlagen in die Partie gestiegen war, erschwerte die Aufgabe für die Walder zusätzlich.
Als Ausrede wollte Sanchez die Auswechslungen dennoch nicht ins Feld führen. Er gab aber zu bedenken: «Einen solchen Substanzverlust können wir halt nicht verkraften.»
«Das Tor tat extrem gut. Es gab uns Auftrieb.»
Pfäffikon-Trainer Marcel Erismann
Bei weitem nicht im Vollbestand antreten konnten allerdings auch die Pfäffiker, sodass eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz stand. Erstaunlich deswegen, wie ruhig der FCP nach dem Rückstand in der 34. Minute weiterspielte.
«Im Wissen darum, dass wir die Partie drehen können», wie Trainer Erismann sagt. Zupass kam dem Heimteam, dass es schon früh in der zweiten Hälfte zum Ausgleich kam. Nach einem Eckball war Fenner in der 52. Minute mit dem Kopf zur Stelle – 1:1. Erismann sagt: «Das Tor tat extrem gut. Es gab uns Auftrieb.»
Zwei Standards zur Wende
Zwanzig Minuten dauerte es danach, ehe die Pfäffiker erneut trafen. Freuler verwandelte einen Freistoss zum 2:1. Nur acht Minuten später sorgte Sascha Buchs mit seinem 3:1 für die Entscheidung. Nach einem schön vorgetragenen Angriff verwandelte Buchs am zweiten Pfosten stehend eine präzise Hereingabe von Tim Krieg.
«Ein Ausgleich wäre sowieso nicht verdient gewesen.»
Wald-Trainer Paco Sanchez
Die nach dem Platzverweis von Davor Juric (85.) in Unterzahl spielenden Walder kamen hernach durch einen von Keller verwandelten Penalty zwar nochmals heran. Ins Zittern aber gerieten die Pfäffiker nicht mehr.
Sie spielten die verbleibende Zeit problemlos herunter. «Wir haben das sehr gut gemacht», lobt Erismann sein Team.
Und Sanchez? Der Walder Trainer sagt ehrlich: «Ein Ausgleich wäre sowieso nicht verdient gewesen.»
3. Liga kompakt
Pfäffikon 2 – Dübendorf 2 1:2
Die Dübendorfer Reserven haben in der Gruppe 3 ihre Tabellenführung verteidigt. Die Glattaler setzten sich nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte (1:1) bei Pfäffikon 2 durch. Lüthi erzielte das Siegtor aus abseitsverdächtiger Position.
Wetzikon 2 – Oerlikon/Pol. 2 0:0
Die Wetziker Reserven entwickeln sich zum Spezialisten für torlose Remis. Im Duell gegen Oerlikon/Polizei 2 kam das Team von Raffaele Grillone zum dritten 0:0 in den letzten vier Partien. Einzig Schlusslicht Regensdorf 2 hat noch weniger Tore als die Wetziker erzielt. Allerdings weist auch kein anderes Team der Gruppe eine stabilere Defensive als Wetzikon 2 auf.
ZH-Affoltern – Fällanden 3:0
Fällandens Tief hält weiterhin an. Das 0:3 beim Stadtzürcher Quartierverein Affoltern war die vierte Niederlage hintereinander. Die Entscheidung führte Oliver Winzeler herbei, der nach der Pause innert neun Minuten zweimal traf. Weil die Fällander bereits zuvor 0:1 in Rückstand gelegen hatten, war die Frage nach dem Sieger nach Winzelers Doppelschlag geklärt.
Volketswil – Niederweningen 1:4
In der Gruppe 4 ist Aufsteiger Volketswil die Tabellenführung wieder los. Die Volketswiler, die nach dem Platzverweis von Zekaj (43.) mehr als eine Hälfte lang in Unterzahl spielen mussten, unterlagen zuhause Niederweningen 1:4. Volketswils Tor schoss Dominic Lima (59.) – es war das zwischenzeitliche 1:2.
Kloten – Effretikon 1:1
Der FC Effretikon hatte in Kloten Mühe, den Tritt zu finden und wirkte nicht allzu stilsicher. Nach Dankos Führungstor kurz vor dem Pausenpfiff steuerte das Team von Flakon Halimi aber dennoch lange einem knappen Sieg entgegen. Acht Minuten vor Schluss kassierte der FCE aber noch den Ausgleich.
Herrliberg – Wetzikon 3:5
Der Leader in der Gruppe 6 hat ein eindrückliches Zeugnis seiner Reife abgeliefert. Die Wetziker gerieten in der Startviertelstunde zwar 0:3 in Rückstand, übernahmen danach die Kontrolle der Partie aber und drehten diese bis zur 54. Minute. Mit dem 5:3 setzte Sewer (86.) schliesslich den Schlusspunkt.
Mönchaltorf – Weisslingen 0:4
Nach dem klaren Sieg bei Aufsteiger Mönchaltorf ist Weisslingen auf den 2. Rang vorgestossen. Die Weisslinger, die vor der Pause in Führung gingen und danach den Platzverweis von Astl (68.) gut verkrafteten, gewannen verdient. Trotz Chancenplus konnten sie die Entscheidung erst in der Schlussphase herbeiführen. Fabio Girola verwandelte in der 75. Minute einen Penalty souverän zum 2:0. Fünf Minuten später traf Blöchlinger im zweiten Anlauf zum 3:0.
Zollikon – Rüti 2 2:2
Der positive Trend der Rütner Reserven hält an. Der Aufsteiger punktete mit dem 2:2 in Zollikon zum vierten Mal hintereinander. Die Rütner bewiesen Moral, machten sie doch zweimal einen Rückstand wett. Erst glich Velid Karalic zum 1:1 (40.) aus, später traf Sabotic (71.).
Fehraltorf – Küsnacht 1:2
Der FC Fehraltorf kassierte gegen das bislang punktelose Küsnacht eine überraschende 1:2-Niederlage. Die Fehraltorfer gerieten vor der Pause 0:2 in Rückstand und schafften gegen die solidarisch auftretenden Gäste durch Ott (79.) einzig noch den späten Anschlusstreffer. zo
