«Bringt ihn zurück aufs Eis»
Ein Schritt, ein Kick, ein Tor. Und was für eines. Der Ball fliegt direkt ins rechte Lattenkreuz. Sven Andrighetto dreht sich danach um, breitet kurz die Arme aus und deutet so in Richtung seiner Teamkollegen an: «So macht man das.»
Was die kurze Filmsequenz neben den fussballerischen Fähigkeiten von Andrighetto auch zeigt: Sein linker Unterschenkel steckt in einer Kunststoff-Schale.
Der Flügelstürmer der Colorado Avalanche hat sich in der Vorbereitung verletzt, verpasste deswegen bereits das Startspiel seiner Mannschaft gegen Minnesota (4:1-Sieg) in der Nacht auf Freitag. Mehr noch: Der 25-Jährige wird dem NHL-Klub aus Denver zwischen zwei und vier Wochen fehlen.
Der Vertrag läuft aus
Es ist ein ärgerlicher Beginn für den Schweizer Nationalstürmer, der an der letzten WM mit neun Skorerpunkten massgeblich zum Gewinn der Silbermedaille beitrug. Denn Andrighetto steht vor einem wegweisenden Jahr.
Sein gut dotierter Vertrag (1,4 Millionen US-Dollar jährlich) läuft im nächsten Sommer aus. Es geht für ihn darum, Argumente für eine Weiterbeschäftigung in der besten Liga der Welt zu sammeln – entweder bei den Colorado Avalanche, die zuletzt in Rekordzeit den Sprung vom Tabellenende zurück in die Playoffs schafften. Oder dann bei einem der anderen 30 Klubs.
Auf 152 NHL-Partien kommt Andrighetto in den letzten vier Jahren. Eine komplette Saison konnte er dabei allerdings noch nie absolvieren, obwohl er in seinem ersten Jahr in Colorado zur Stammformation gehörte und der Klub aus Denver auf den schnellen Flügel setzt.
Eine rund zweimonatige Verletzungspause machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Aus diesem Grund verpasste der Wermatswiler letzte Saison 27 Partien. Daneben war er aber auch vereinzelt überzählig.
Mit seinen Skorerwerten (9 Tore/14 Assists) dürften die Verantwortlichen der Avalanche in Anbetracht seines Potenzials denn auch nicht ganz zufrieden gewesen sein.
Hoffen auf schnelle Genesung
Nun ist Andrighetto vorerst also erneut zum Zuschauen verdammt. Ist er dann zurück, muss er so schnell wie möglich den Tritt wieder finden.
Die Plätze in der Top-Linie mit Nathan MacKinnon, Gabriel Landeskog und Mikko Rantanen sind zwar besetzt. Andrighetto aber bringt die Qualitäten mit, um in einer der zwei anderen offensiv ausgerichteten Linien zu spielen.
Das würde ihm nicht nur mehr Eiszeit bringen, sondern auch helfen, seine Stärken wirklich zur Geltung bringen zu können.
Die Fans in Denver hoffen jedenfalls auf eine schnelle Genesung des Wermatswilers, wie man auf Twitter nachlesen kann. Ein Anhänger schrieb zum Fussball-Clip: «Kann er kicken, kann er auch Schlittschuhlaufen. Bringt ihn zurück aufs Eis!»
