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«Ich bin eine Einzelfirma»

Konny Looser hat in seiner Karriere viel erlebt, pendelte einst zwischen Europa und Afrika. Im «Lunchtalk» gab der Hinwiler Marathonspezialist einen Einblick in seinen Alltag.

Er liebt, was er macht: Bikeprofi Konny Looser erlebt auch im Training Glücksgefühle.

Foto: Christian Merz

«Ich bin eine Einzelfirma»

Von seinem Wohnort Hinwil nach Uster sind es nur rund zwölf Kilometer. Ein Katzensprung also für einen Mountainbikeprofi wie Konny Looser, der sich als Marathonspezialist gewohnt ist, ganz andere Distanzen zurückzulegen.

Dennoch verzichtete Looser am Montag darauf, mit dem Bike nach Uster zu fahren, wo er in dem von den Zürcher Oberland Medien und Tele Top veranstalteten «Lunch-Talk» zu Gast war.

Keine Rolle spielte dabei, dass Looser tags zuvor an den Schweizer Marathon-Bike-Meisterschaften in Einsiedeln 100 km mit kräftezehrenden 3700 m Höhenmetern zurückgelegt hatte. Denn Muskelkater kennt der 29-Jährige längst nicht mehr.

Für einmal braucht er am Montagmorgen sowieso vorwiegend seine Finger. Der Oberländer schrieb für seine Website einen Bericht über die SM. Und zwar so, wie man es sich von ihm gewohnt ist: ausführlich, offen und emotional. «Das ist eine Art Verarbeitung für mich. Ist ein Bericht online, ist das Rennen für mich abgeschlossen.»

Ein perfektes Tandem

Angetreten als Titelverteidiger, gewann Looser am Sonntag in Einsiedeln die Bronzemedaille. Es machte deswegen Sinn, dass Moderator Stefan Nägeli sein Fragefeuer in der Tele-Top-Lounge eröffnete, indem er vom Hinwiler wissen wollte, ob er mit diesem Resultat zufrieden sei.

«Im ersten Moment war ich etwas enttäuscht», gab Looser zu. «Mit etwas Abstand aber bin ich zufrieden.» Er habe schnell einmal gemerkt, dass Bronze an diesem Tag das Maximum sei. «Am Schluss gewann der Stärkste.»

Die darauf folgende halbe Stunde verfliegt im Nu. Nägeli und Looser sind ein Tandem, das perfekt harmoniert, sodass der Moderator nach Abschluss der Sendung seinen Gast lobt. «Das war ein sehr cooler Talk.»

Dasselbe findet der Mountainbikeprofi, der ausführlich darüber spricht, wie es war, vier Jahre lang zwischen zwei verschiedenen Welten – der Schweiz und Südafrika – zu pendeln. Looser erntet manchen Lacher.

«Als Profisportler ist man 24 Stunden lang mit sich selber beschäftigt. Es stellt nie ab. Das ist manchmal auch eine Belastung.»

Konny Looser

Beispielsweise, als er trocken erzählt, wie er seine Freundin bei einem Rennen in Südafrika kennenlernte, indem er ihr den soeben gewonnenen Wein verschenkte. Er habe zudem eine Unterkunft gebraucht. «Und ich durfte bleiben.»

Oder als er auf die Frage, wie stark er auf die Ernährung achte, antwortet: «Ich esse, wenn ich Hunger habe.»

Abschalten geht nicht

Um einem falschen Eindruck vorzubeugen: Looser ist kein Sprücheklopfer. Im Gegenteil: Der gelernte Dachdecker ist ein sehr überlegter, authentischer Typ, der seine Aufgaben gewissenhaft angeht.

«Als Profisportler ist man 24 Stunden lang mit sich selber beschäftigt. Es stellt nie ab. Das ist manchmal auch eine Belastung.»

In seinem Fall heisst das konkret: Looser ist im Rennteam des Schweizer Veloherstellers BiXS als Werksfahrer angestellt. Er geniesst da viele Freiheiten – etwa in der Trainings- und Saisongestaltung.

Der Hinwiler muss sich allerdings um sehr vieles selber kümmern, beispielsweise auch Defekte in Rennen eigenhändig reparieren. Looser sagt dazu: «Ich bin eine Einzelfirma.»

Eine, in der viel Leidenschaft steckt. Das merkt man bei all seinen Ausführungen. Looser liebt, was er macht.

Er geniesst aber nicht nur sportliche Triumphe, die in den letzten zwei Jahren zahlreich waren, sondern findet auch Glückmomente in Trainingsfahrten. Ans Karriereende denkt er jedenfalls nicht.

Mit seinem Team hat er sich auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt. Er sagt: «Bis 35 ist man sicher konkurrenzfähig. Planbar ist dennoch nichts. Ich bin ein Leistungsfahrer. Bringe ich diese nicht, bin ich weg.»

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