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Mehr taktische Möglichkeiten für die Trainer

Seit dieser Saison dürfen in der Interregio und 2. Liga mehr als drei Auswechslungen pro Team getätigt werden. Die ersten Eindrücke der Regeländerung sind positiv.

Taktisch flexibler: Brüttisellen-Dietlikons Trainer Robert Merlo begrüsst die Möglichkeit mehr Spielerwechsel tätigen zu können., Auch Usters Trainer Fabio Digenti sieht nur Vorteile mit der Regeländerung.

Archivbild: David Kündig

Mehr taktische Möglichkeiten für die Trainer

Der Gossauer Speaker war etwas verwirrt. Eben erst hatte er die dritte und vermeintlich letzte Auswechslung des eigenen Zweitliga-Teams über die Lautsprecher verkündet, als sich ein weiterer Spieler für seinen Einsatz bereit machte. Doch die Verwunderung löste sich schnell auf, in dem ein daneben stehender Zuschauer den Funktionär über die Regeländerung informierte.

Bestimmt: Die Vereinsverantwortlichen hätten ihn eigentlich im vornherein über diese Regeländerung informieren sollen. Wie dem Speaker dürfte es aber noch manchem sonstigen Besucher auf den regionalen Fussballplätzen zum Anfang dieser Saison ergangen sein.

Bis zu vier Wechsel pro Match können die Trainer in der Interregio neuerdings pro Match vollziehen – in der 2. Liga sind in der Region Zürich sogar deren fünf möglich.

Zufriedenere Spieler

Laut Willy Scramoncini, Leiter Spielkommission beim Fussballverband der Region Zürich (FVRZ), ist die Regeländerung bei den Beteiligten gut angekommen. Erst am letzten Freitag war es nämlich zu einer Sitzung mit Vertretern der Zweitliga-Klubs gekommen, um die ersten Erfahrungen auszutauschen.

Und tatsächlich: Der Eindruck von Scramoncini wird auch von den Trainern aus der Region bestätigt. «Ich finde es positiv», sagt Robert Merlo vom Zweitliga-Aufsteiger Brüttisellen-Dietlikon. «Früher hat man ab der 60. Minute gewechselt», sagt er. Durch die Regeländerung habe er nun viel mehr taktische Möglichkeiten und auch weniger unzufriedene Spieler, die nicht zum Einsatz gekommen sind.

«Unser Ziel ist das freie Wechseln
Willy Scramoncini, Leiter Spielbetrieb beim FVRZ

Ähnlich sieht es Fabio Digenti, der Coach des Interregio-Klubs Uster, auch wenn er aufgrund der personellen Ressourcen die neuen Möglichkeiten bisher gar nicht voll ausschöpfen konnte. «Jeder soll spielen», ist sein Credo. «Ich sehe nur Vorteile. So kann man beispielsweise einen Wechsel schon vor der Pause vollziehen.» Zudem: Auch angeschlagene und formschwache Spieler sind durch die Änderung eher einsetzbar.

Ein Vorschlag für die Schublade

Und beim FVRZ würde man den Trend zu mehr Auswechslungen eigentlich in der 2. Liga gerne noch weiter fortsetzen. «Unser Ziel ist das freie Wechseln», sagt Scramoncini. So also wie es in den unteren Spielklassen bereits seit einigen Jahren praktiziert wird.

Nur: Bei den Zweitliga-Vereinen kam dieser Gedankenanstoss weniger gut an. Und so dürfte dieser Idee-Entwurf des Verbands für die nächsten Jahre wieder in der Schublade landen.

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