Das rasante Sonnenschein-Radquer
Das Radcross Illnau steht im Ruf ein sehr schnelles Rennen zu sein. Einzig die Hürden und die kurzen, aber steilen Anstiege rund um das Schulhaus Hagen bremsen die Fahrer ein wenig. Und die Wetterprognosen für Sonntag sind gut. Einmal mehr.
OK-Chef und Gründer Beat Brüngger rechnet deshalb mit gegen 2000 Besuchern. «Unser Rennen gilt als Sonnenschein-Radquer. Die Zuschauer können sich einfach an den Hügel setzen», sagt er. Brüngger muss es wissen. Bereits zum siebten Mal organisiert er den Anlass.
Dem Quersport neues Leben eingehaucht
Gut etabliert hat er sich seit der Premiere, und dem damals etwas kriselnden Quersport in der Region auch neues Leben eingehaucht. Gewonnen wurde das damalige Eliterennen von Marcel Wildhaber und dieser zählt auch heuer noch als Gesamtsieger der letztjährigen Crosstour zum Kreis der Favoriten. Diese wurde gerade eben in Baden vor grosser Kulisse wieder eröffnet.
Einige der prägenden Figuren vom Auftaktrennen der europäischen Radquer-Saison sind nun in Illnau ebenso mit dabei. Da ist allen voran David van der Poel. Der Holländer siegte nicht nur im Aargau, er tritt im Zürcher Oberland auch als Titelverteidiger an. Einiges zuzutrauen ist zudem dem Drittklassierten von Baden, Dieter Vanthourenhout (BEL).
Zahner und der dritte Platz
Apropos Dritter: Diese Platzierung hat Simon Zahner so quasi abonniert in Illnau. Bei vier der fünf letzten Starts erreichte er nämlich genau diesen Podestrang.Übermorgen Sonntag wäre der Dürntner mit einem erneuten dritten Rang zufrieden.
Grund dafür ist auch sein durchzogener Saisonstart mit Platz 12. Auf der Baldegg bestimmte er im Spitzenfeld zwar zunächst das Tempo – dann aber verlor der Routinier bei einem Anstieg den Anschluss, und kämpfte fortan gegen die Ermüdung, Hitze und den Staub. «Es war fast wie in der Wüste», sagt er.
An die Gegebenheiten in Illnau gewöhnte sich Zahner nun bereits in dieser Woche bei Trainings auf der Rennstrecke.
Er erinnert sich noch gut an den Verlauf im Vorjahr, als Van der Poel die anderen Fahrer zunächst bestimmen liess, dann einen entscheidenden Angriff lancierte – und damit die Konkurrenz düpierte. «Es war ähnlich wie in Baden», sagt Zahner und überlegt sich deshalb auch eine Änderung der Renntaktik bei seinem Heimrennen.
«Es ist eine technisch, anforderungsreiche Strecke.»
Simon Zahner
Das Radcross Illnau hat für ihn nur schon wegen der vielen bekannten Gesichter am Rande des Rundkurses einen besonderen Stellenwert. «Es ist eine technisch, anforderungsreiche Strecke. Man spürt das Herzblut der organisierenden Familie», sagt der 35-Jährige. Organisator Beat Brüngger selbst erwartet einen von Ehrgeiz strotzenden Zahner am Start. «Ihn muss man immer auf dem Zettel haben», ist er überzeugt.
Die Mountainbiker fehlen
Brüngger bedauert einzig, dass aufgrund der letzten Etappe des Swiss Bike Cups in Lugano, wiederholt auch einige arrivierte Fahrer fehlen – so wie beispielsweise Mountainbike-Profi Nicola Rohrbach. Und das konkurrenzierende Rennen im Tessin ist auch der Grund weshalb insbesondere in der Jugendkategorien etwas die Dichte fehlt.
«Das Bild vom dreckigen Sport, welcher nichts für zierliche Frauen ist, ist längst überholt.»
Beat Brüngger, OK-Chef
Im Total rechnet Brüngger mit etwa 250 Fahrer in den acht verschiedenen Kategorien – vom «Pfüderi» mit Jahrgang 2016 bis hin zum ambitionierten Hobbyfahrer in der Jedermann-Kategorie.
Besonders stolz ist er vor allem auf das starke Starterfeld bei den Frauen – mit Fahrerinnen aus acht Nationen. Die besten Schweizerinnen dürften deshalb bei der Entscheidung gar keine Rolle spielen.
Als Favoritin geht hier die englische Meisterin Nikki Brammeier auf den Parcours. Für Brüngger ist klar: «Das Bild vom dreckigen Sport, welcher nichts für zierliche Frauen ist, ist längst überholt.»
Programm und Zeitplan
10.00 Uhr: Jedermann-Cross
10.40 Uhr: U19, Amateure, Master
11.45 Uhr: U13, U15
12.15 Uhr: U17
13.05 Uhr: Pfüderi
13.30 Uhr: Frauen Elite, UCI C2
14.35 Uhr: Kids-Cross
15.15 Uhr: Männer Elite, UCI C2
