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Warum die Zukunft rosig scheint

Die Saison ist für den Schwingklub Zürcher Oberland nicht so gut verlaufen wie erhofft. Ein Grund dafür sind auch Verletzungen. Positiv ist: Es gibt ermutigende Zeichen für einen Aufschwung.

Der Steger Remo Ackermann (rechts) musste seine Saison verletzungshalber dreimal unterbrechen.

(Archivfoto: David Kündig)

Warum die Zukunft rosig scheint

Die Saison war lang und kräftezehrend. Im Schwingklub Zürcher Oberland dürfte man deswegen froh sein, auf die Zielgerade eingebogen zu sein.

Mit dem 87. Bachtelschwinget am Samstag steht im dichten Kalender ein letztes Fest an, das für die Oberländer Schwinger eine besondere Rolle einnimmt. Vor der eigenen Haustüre, vor Freunden und Bekannten im Publikum antreten zu können, ist motivierend.

Und auf dem Bachtel bietet sich dem einen oder anderen auch die Chance, seine Bilanz aufzuhübschen. Beispielsweise den arrivierten Roman Schnurrenberger (Sternenberg) und Remo Ackermann (Steg).

An Daniel Spörris Bilanz werden die Oberländer Resultate am Bachtelschwinget allerdings nichts mehr ändern. Der Präsident des Schwingklubs Zürcher Oberland (SKZO) sagt, er sei von der Saison enttäuscht. «Wir haben uns mehr erhofft.»

Karriere in Gefahr

Die Gründe für das zweite durchzogene Jahr am Stück sind vielfältig. Eine der Hauptursachen sind Verletzungen von Leaderfiguren.

So musste Fabian Kindlimann, jahrelang ein sicherer Wert, die komplette Saison abschreiben. «Er war nicht zu ersetzen», hält Spörri fest. Und man muss sich im SKZO mit dem Gedanken vertraut machen, dass der 27-jährige Routinier, der 2013 den eidgenössischen Kranz gewann, nach seinem bereits dritten Bandscheibenvorfall nicht mehr ins Sägemehl zurückkehren wird.

Vor November kann der 38-fache Kranzgewinner das Training sowieso nicht wieder aufnehmen. Und gegenüber Spörri hat er klar gemacht: Sollte es ihm nicht möglich sein, absolut schmerzfrei zu schwingen, kehrt er gar nicht mehr zurück.

Es wäre ein harter Schlag für die Oberländer Mannschaft. Denn diese hat mit dem Baumer Christoph Odermatt nicht nur aus beruflichen Gründen einen starken Schwinger aus der zweiten Reihe verloren. Worunter der Mittelbau gelitten hat. Auch die Zugpferde Roman Schnurrenberger und Remo Ackermann sind nicht frei von Sorgen.

«War er aber fit, schwang er gut.»

Präsident Daniel Spörri

Letzterer erreichte heuer sein Rendement zu selten, schlug sich dafür mit Bauchmuskelproblemen herum. Dreimal musste Ackermann, der 2017 zusammen mit Kindlimann und Stefan Burkhalter den Bachtelschwinget gewann, deswegen seine Saison unterbrechen. «War er aber fit, schwang er gut», sagt Spörri.

Motivierte Wackelkandidaten

Der Satz lässt sich auf Schnurrenberger nicht eins zu eins anwenden, obwohl er mit drei Kranzgewinnen der erfolgreichste Oberländer war. Der Sternenberger legte ein gutes Frühjahr ins Sägemehl, ging danach aber am Zürcher Kantonalen, am NOS und ebenfalls auf der Schwägalp leer aus.

Schnurrenberger sei nach einem guten Auftakt eingebrochen, findet Spörri. «Ihm hat es an Konstanz gemangelt.»

Der Sternenberger  bringt in mentaler, technischer und körperlicher Hinsicht beste Voraussetzungen mit, um erfolgreich zu sein, hat auch bereits zwölf Kränze gewonnen. Was aber gerne vergessen geht: Er wird Ende November erst 23.

«Die Jungen sind halt jeweils Wackelkandidaten», sagt Spörri. Er meint damit aber nicht etwa Schnurrenberger oder Ackermann, der kürzlich 25 wurde. Der SKZO-Präsident zielt auf die jeweiligen Kranzchancen von aufstrebenden Schwingern wie Benjamin Nock, Luciano Spangaro, Tobias Schmidlin (alle 17), Dario Bosshard oder Nicola Funk (beide 19) ab.

Sie alle sieht er auf dem richtigen Weg, in zwei bis drei Jahren eine entscheidende Rolle im Oberländer Team übernehmen zu können.

Nicht nur ein guter Kitt untereinander zeichnet sie aus. Spörri gefällt auch ihre Einstellung. «Sie sind sehr motiviert. Wie sie an die Sache herangehen, ist sackstark.»

«Bin wirklich zuversichtlich»

Am Samstag auf dem Bachtel ist ein Teil der jungen Garde allerdings gar nicht dabei. Aus erfreulichem Grund. Schmidlin, Nock, Remo Knecht (16) sowie Roman Bucher (15) haben sich für den Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag in Landquart qualifiziert.

Es ist ein weiterer Fingerzeig dafür: Mag die Gegenwart wegen unerfüllten Erwartungen etwas getrübt sein, die Zukunft scheint durchaus rosig.

Spörri jedenfalls glaubt daran, dass man in wenigen Jahren wieder aus dem Loch ist, wie er den aktuellen Zustand bezeichnet. Mit Nachdruck sagt er: «Ich bin wirklich zuversichtlich.»

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