Kaum begonnen, schon entschieden
Vielleicht hat es sich noch nicht bis zu den Rütner Reserven herumgesprochen, dass man sich für Besuche auf der Barmatt warm anziehen sollte. Auch in einem Hitzesommer, wie ihn die Schweiz derzeit erlebt.
Denn der FC Fehraltorf ist ein Gastgeber, der gerne vom Anpfiff an zum Angriff bläst. Mehrfach legte das Team von Trainer Vladimir Jakovljev letzte Saison in den Anfangsminuten entscheidend vor, gegen Meilen gelangen ihm in der Startviertelstunde gar vier Tore.
Seit dem Meisterschaftsauftakt am Sonntag weiss auch Rüti 2 um die Fehraltorfer Blitzstart-Qualitäten. Schon nach rund 15 Minuten führte das Heimteam gegen den Drittliga-Aufsteiger komfortabel 3:0, am Ende lautete das Ergebnis 6:0.
Der Schlendrian erhält keinen Zutritt
«Wir haben von Anfang Gas gegeben», sagt Jakovljev zufrieden, der davon spricht, sein Team habe einen sehr guten Tag erwischt. «Aber wenn man nach fünf Minuten 2:0 führt, läuft natürlich auch vieles einfacher.»
Was den Trainer besonders freut: In seiner Mannschaft hielt trotz der schnellen Führung nicht etwa plötzlich der Schlendrian Einzug, sie hielt das Tempo konstant hoch, liess den Ball geschickt zirkulieren.
«Aber wenn man nach fünf Minuten 2:0 führt, läuft natürlich auch vieles einfacher.»
Fehraltorf-Trainer Vladimir Jakovljev
Am Schluss schickte der FCF die überforderten Gäste mit einer Packung nach Hause, die gar noch hätte höher ausfallen können und ist erster Leader der Saison in der Gruppe 6.
Der Mahnfinger des Trainers
Das Heimteam startete beherzt und liess früh keine Zweifel über seine Absichten offen. Schon in der zweiten Minute gelang Ilir Sabani nach einem Eckball per Kopf die Führung. Nach lediglich 20 Minuten hatte der 24-jährige Angreifer bereits einen Hattrick auf dem Konto.
Das 2:0 hatte er mit einem Weitschuss erzielt, das 3:0 auf einen Rückpass von Haben Tadese hin.
Genug hatte Sabani damit allerdings noch nicht. Unmittelbar nach der Pause war er ein viertes Mal erfolgreich. Für Trainer Jakovljev kommt Sabanis Torgala nicht überraschend. Dieser sei schon immer ein sehr guter Fussballer gewesen, sagt der 56-Jährige, er habe seine Einstellung aber erst ändern müssen.
«Und man darf nicht vergessen: Seine Tore sind auch ein Produkt des Teams.»
Die mannschaftliche Geschlossenheit zählt zu den Stärken der Fehraltorfer, die sich seit ihrem Aufstieg vor drei Jahren stetig weiter entwickelt haben. Die Gefahr, dass der FCF nach dem klaren Auftakterfolg abhebt, scheint jedenfalls gering. Dennoch warnt Jakovljev mit Blick auf den nächsten Gegner Wald: «Jetzt heisst es am Boden bleiben. Es ist immer ein ‹Chrampf› da oben.»
3. Liga kompakt
Pfäffikon 2 – Höngg 2 3:2
Dank dem überragenden Schlussmann Yanick Gruber und einer grossen Willensleistung glückte dem in der Gruppe 3 spielenden FC Pfäffikon 2 der Saisonauftakt. In der ersten Hälfte brachten die Oberländer kaum einen Fuss vor den anderen. Sie hatten es ihrem Goalie Gruber zu verdanken – er hielt auch einen Penalty – dass sie zur Pause und nach einem frühen Gegentor nur 0:1 hinten lagen. In der 52. Minute traf Jan Altermatt zum 1:1, kurz vor Schluss aber gingen die Gäste erneut in Führung. Simon Steiner (86.) glich aber nicht einmal 60 Sekunden später zum 2:2 aus. Und in der Nachspielzeit war es erneut Steiner, dem sogar noch das Siegtor gelang.
Glattbrugg – Fällanden 1:4
Der FC Fällanden hat das erste seiner elf Auswärtsspiele in Serie erfolgreich hinter sich gebracht. Grossen Anteil daran hatten die Gebrüder Lubomir und Daniel Baran, die für sämtliche Fällander Tore zuständig waren. Den Gästen misslang der Start in die Begegnung zwar und sie gerieten im Zürcher Unterland früh in Rückstand. Mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von nur 16 Minuten drehte Lubomir Baran die Partie aber noch vor der Pause. Rund 20 Minuten vor dem Ende beseitigte dann sein jüngerer Bruder Daniel Baran letzte Zweifel über den Ausgang der Partie mit dem 4:1.
Dübendorf 2 – Wetzikon 2 4:4
Das Duell der zwei zweiten Teams aus Dübendorf und Wetzikon war ein veritables Torspektakel. Während sich die Wetziker über die Punkteteilung freuen konnten, hatte sie für die Dübendorfer Reserven einen schalen Beigeschmack. Das Heimteam baute seine Pausenführung (2:1) in der zweiten Hälfte zwar erst auf 4:1 aus, gab den scheinbar sicheren Vorsprung aber wieder aus den Händen. Pfändler (65.), Mortellaro (69.) und kurz vor dem Abpfiff Wüst (89.) sorgten dafür, dass Raffaele Grillone bei seinem Einstand als Trainer des FCW 2 nicht mit einer Niederlage vom Platz musste.
Elgg – Effretikon 0:4
«Die ersten drei Spiele werden wegweisend sein», hatte FCE-Trainer Flakon Halimi gesagt. Zumindest der Start ist den Effretikern in der Gruppe 4 gelungen. Sie feierten in Elgg einen verdienten, wenn auch etwas zu hoch ausgefallenen Sieg. Nach einer Ecke gelang Fahrni (26.) der Führungstreffer, nachdem die Elgger eigentlich besser in die Partie gestartet waren. Fahrni aber sorgte mit seinem ersten von insgesamt drei Toren dafür, dass die Gäste zu mehr Sicherheit fanden. Schon wegweisenden Charakter hatte das Effretiker 2:0, das noch vor der Pause fiel. Verteidiger Avni Shahinaj traf dabei mit einem Schuss aus grosser Distanz.
Herrliberg – Pfäffikon 0:1
In der letzten Saison hatten sowohl Pfäffikon (2.) als auch Herrliberg (3.) in der Gruppe 6 zu den Spitzenteams gehört. Beide aber haben einen Umbruch hinter sich und sehen sich heuer eher in der Rolle des Spielverderbers als in jener des Aufstiegsanwärters. Besser aus den Startlöchern gekommen ist nun der neu von Marcel Erismann trainierte FC Pfäffikon. Den Pfäffikern genügte in der engen Partie in Herrliberg das Tor des eingewechselten Levin Brunner in der 53. Minute, um sich die ersten drei Punkte zu sichern. (zo)
