Schlumpf setzt ein Zeichen
Fabienne Schlumpf scheint rechtzeitig auf den Saisonhöhepunkt hin bereit zu sein. An der EM in Berlin zeigte sie am Freitagmittag im Vorlauf über 3000 m Steeple einen dominanten Auftritt. Die Wetzikerin gewann ihre Serie sicher und stellte mit 9:32,33 Minuten eine deutliche persönliche Saisonbestleistung auf.
Schlumpf übernahm schon in der Anfangsphase des Rennens die Führung. Zwischenzeitlich wurde sie an der Spitze zwar abgelöst, verschärfte daraufhin das Tempo aber nochmals.
Nach rund zwei Dritteln der Renndistanz setzte sie sich dann endgültig ab und schuf eine mehrere Meter grosse Lücke zwischen sich und ihren ersten Gegnerinnen, die sie bis ins Ziel souverän verteidigte.
Kampf dem Bummelrennen
Sie habe ein Bummelrennen vermeiden wollen, sagte Schlumpf hernach, deshalb habe sie sofort die Spitze übernommen. «So hatte ich nachher gut Platz zum laufen und kam schön über die Hürden. Es hat wirklich Spass gemacht.»
Angst davor, auf der Schlussgeraden noch eingeholt zu werden, hatte Schlumpf nicht. «Wäre jemand von hinten gekommen, wäre ich mitgegangen», sagte sie.
Der starke Auftritt der Oberländerin – sie war auch schneller als Karoline Bjerkeli Grovdal, die Gewinnerin der ersten Vorlauf-Serie – dürfte ihr nicht nur weiteres Selbstvertrauen gegeben haben. Er ist zugleich auch ein Signal an die Konkurrenz, dass man am Sonntag bei der Medaillenvergabe mit Schlumpf rechnen muss.
«Dann zählt alles wieder neu. Ich hoffe, es gelingt mir nochmals ein gutes Rennen.»
Eine Premiere mit Auswirkungen
Dass Schlumpf am Sonntag zu den Mitfavoritinnen im Kampf um die Podestplätze gehört, ist keine Selbstverständlichkeit. Erstmals überhaupt in ihrer Karriere war sie diesen Frühling wegen einer Verletzung länger ausgefallen.
Die Wetzikerin erlitt eine Sehnenentzündung am Fuss, die sie zu einem Laufstopp zwang. Und kaum war diese verheilt, hatte Schlumpf muskuläre Probleme im Oberschenkel.
Durch die gesundheitlichen Schwierigkeiten verlief ihr Aufbau für die EM nicht wie geplant. So hat sie vor ihrem ertsen EM-Einsatz beispielsweise nur zwei Steeple-Rennen über 3000 m absolvieren können. In Verzug aber sah sich die EM-Fünfte von 2016 trotzdem nie. «Der Weg ist einfach ein anderer», war Schlumpf sicher.
