Ustermer Festspiele an der SM
Die Schweizer Sommer-Meisterschaften in Aarau wurden zu eigentlichen Festspielen des SC Uster Wallisellen. Und zwar in jeder Hinsicht.
Der SCUW war mit 16 Titeln und 39 Medaillen nicht nur der mit Abstand erfolgreichste Verein. Auch sorgten Sasha Touretski und Maria Ugolkova – zwei der SCUW-Aushängeschilder – an den dreitägigen Meisterschaften für die zwei einzigen Schweizer Rekorde.
Touretski unterbot in den Vorläufen über 50 m Rücken mit 28,95 Sekunden den aus dem Jahr 2012 stammenden Rekord. Ugolkova verbesserte derweil ihren eigenen Schweizer Rekord über 100 m Freistil auf 54,72 Sekunden. Sie war damit drei Hundertstel schneller als 2016 an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.
Die am Mittwoch 29 Jahre alt werdende Ugolkova war zugleich die erfolgreichste Schwimmerin der SM. Sie gewann sechsmal Gold sowie einmal Silber.
Ihre Leistungen sind bemerkenswert, bereitet sich Ugolkova doch momentan mit intensiven Trainings auf die Europameisterschaften in Glasgow Anfang August vor. Ihre Planung sieht deshalb vor, erst zu jenem Zeitpunkt in Bestform zu sein.
Zwei prominente Abwesende
Nicht nur die Auftritte von Ugolkova, Touretski oder beispielsweise des 22-jährigen Jolann Bovey, dem die beste Leistung des dritten Wettkampftages gelang, sorgten bei SCUW-Präsident Philippe Walter für Glücksgefühle.
Walter durfte einmal mehr erleben, wie breit der Schwimmclub Uster Wallisellen aufgestellt ist. «Es ist erfreulich, was für eine leistungsfähige Mannschaft wir mittlerweile haben», sagte Walter. «Es gibt derzeit keinen Klub in der Schweiz mit dieser Substanz.»
«Es gibt derzeit keinen Klub in der Schweiz mit dieser Substanz.»
SCUW-Präsident Philippe Walter
So fehlten in Aarau nämlich jene zwei SCUW-Mitglieder, die Anfang April an der Langbahn-SM für Furore gesorgt hatten. Die damals siebenfache Medaillengewinnerin Nina Kost verzichtete auf die Rennen übers Wochenende ebenso wie Antonio Djakovic.
Das 15-jährige Ausnahmetalent (vier SM-Goldmedaillen in Genf) war zuletzt an der Junioren-EM in Finnland in Einsatz und pausierte.
Nachwuchs stösst nach
Die SM in Aarau zeigte auch auf, dass immer weitere SCUW-Schwimmer nachstossen, «was natürlich ein schönes Zeichen ist», wie Walter sagt.
Der langjährige Präsident nennt als Beispiel drei junge Athleten, die erstmals an einer SM in die Medaillenränge vorstiessen.
Während Dalibor Kratky (Jahrgang 1999) und Ellen Jenni (2000) beide sich jeweils Silber und Bronze sicherten, feierte Marina van Berkel (2003) mit einem dritten Platz ihre SM-Medaillen-Premiere.
Es ist ein Zeichen dafür, dass es an Schweizer Meisterschaften auch zukünftig Ustermer Festspiele geben wird.
