Rüti mit Torhunger – Dübendorf ohne Sorgen
Es ist aus regionaler Sicht auf den ersten Blick eine Saison ohne Glanzlichter. Neuling Dübendorf klassierte sich solide auf dem achten Platz.
Der FC Rüti beendete die Interregio-Meisterschaft in der Gruppe 6 im sechsten Rang. Damit stagnieren die Oberländer nach Platz 5 im Vorjahr – oder doch nicht? «Wenn ich sehe was unsere Gegner investieren, bin ich mit dem Erreichten mehr als zufrieden. Ein Linth oder Freienbach hat x-mal mehr finanzielle Mittel als wir zur Verfügung», sagt Rütis Sportchef Christoph Huber.
Seit drei Jahren spielt der FCR mittlerweile in der 2. Liga interregional und hat sich in dieser Zeitspanne den Ruf einer Spektakelmannschaft erarbeitet. Er schiesst nach wie vor viele Tore – sie sind allerdings weiterhin auf wenige Schultern verteilt. 38 der 64 Treffer erzielten alleine Esmir Rastoder und Taulant Syla.
Beachtlich daran: Mit 20 Toren überflügelte das erst 18-jährige Eigengewächs Rastoder sogar Syla. «Die beiden harmonieren gut», sagt Huber. Mögliche Eifersüchteleien wegen der besseren Quote gibt es nicht. «Teili ist gereift und hat Esmir weitergebracht. Das wäre vor einiger Zeit vielleicht noch anders gewesen», meint der Rütner Sportchef.
Edison Syla kehrt heim
Doch wenn ein 18-Jähriger auf Interregio-Stufe bereits so oft trifft, wird er auch für höherklassige Klubs zum Thema. «Es ist nicht klar ob Esmir bleibt. Für seine Entwicklung wäre es aber gut, wenn er ein weiteres Jahr für uns spielen würde», findet Huber.
Sorgen muss man sich beim FCR aber selbst bei einem Abgang nicht machen. Denn nach eineinhalb Saisons bei Rapperswil-Jona und in der U-21 von GC kehrt Edison Syla auf die Schützenwiese zurück. Der 22-Jährige kam aber in dieser Zeit wegen Leistenprobleme kaum zu Einsätzen. «Er hat zumindest auf hohem Niveau trainiert», sagt Huber.
Zudem haben die Rütner mit Edis Smajovic noch ein weiteres «Versprechen für die Zukunft» (Huber) in den eigenen Reihen.
So treffsicher die Offensive ist, so wacklig ist weiterhin die Abwehr des FCR – mit 56 Gegentreffern. «Wir sind mit zwei, drei Verteidigern im Kontakt. Ein neuer Leader für die Abwehr würden wir schon gerne nehmen», sagt Huber. Und so bleibt die Balance im Rütner Spiel weiterhin der Knackpunkt.
Bei der Ehre gepackt
Überraschend konstant für einen Aufsteiger trat der FC Dübendorf auf. Je 16 Punkte holten die Glattaler in beiden Hälften der Meisterschaft.
Schwierige Situationen gab es aber dennoch zu meistern. So beispielsweise nach dem durchzogenen Start in die Rückrunde mit nur vier Punkten aus fünf Spielen. «Vor dem Match gegen Chur musste ich Tacheles reden – und habe das Team bei der Ehre gepackt», sagt Präsident Markus Herzog.
Mit Erfolg: Der FCD siegte und geriet hernach nie in den möglichen Abstiegskampf.
Herzog zog deshalb beim Abschlussabend vom letzten Montag ein positives Fazit. «Ich bin stolz auf das Team», sagt er.
Um aber erneut eine sorgenfreie Saison zu erleben, ist zwingend mehr Breite im Kader nötig. «Wir brauchen sechs bis sieben neue Spieler», ist Herzog überzeugt. Klar ist aber bisher einzig der Abgang von Stammspieler Jonas Rüegg. Das Eigengewächs zieht es zum Ligakonkurrenten Uzwil.
