Hoch fliegen alleine reicht nicht
«Hochfliegen als Ziel», so bewirbt der Zürcher Turnverband die vom TV Grüningen organisierten Schweizer Trampolin-Meisterschaften vom Wochenende im Volketswiler Gries-Sportzentrum.
Tatsächlich fliegen oder springen die Spitzenturner ohne weiteres höher als acht Meter – und sind damit nicht mehr weit von der Hallendecke entfernt. Nur: Hoch fliegen alleine reicht natürlich längst nicht. Schrauben, Salto-Rotationen und andere spektakuläre Elemente sorgen jeweils für Staunen unter den Zuschauern.
Im Trampolinturnen entscheiden Bruchteile von Sekunden über den Erfolg – oder aber den Abbruch einer Übung. Wer einmal das Sprungtuch nicht exakt trifft, hat verloren. Denn für eine gelungene Darbietung braucht es einiges: Haltung, Synchronität und den entsprechenden Schwierigkeitsgrad.
Einfluss auf die Bewertung der Kampfrichter hat zudem die Flugzeit. Sie wird bei den insgesamt zehn Sprüngen einer Übung jeweils vom Verlassen des Sprungtuches bis zur Wiederberührung gemessen. «Die Turner sind jeweils rund zwei Sekunden in der Luft», sagt David Schwitter vom veranstaltenden TV Grüningen. Er schwärmt vom «kontrollierten Fliegen» und streicht die Körperbeherrschung der Trampolinturner heraus.
Gartentrampolin als Kick
Laut Schwitter finden vor allem polysportiv veranlagte Jugendliche den Weg in die Riege des TVG – oft über das sogenannte Gartentrampolin oder auch das Kunst- und Geräteturnen. «Weil sie sich in diesem Sport freier und wohler fühlen», wie er betont.
Der Turnverein hat schon mehrfach Qualifikationswettkämpfe organisiert. Jetzt bekam er erstmals den Zuschlag für die Schweizer Meisterschaften.
Dafür gehen die Oberländer Trampolinturner auch gerne in eine fremde Halle. Denn eigentlich sind die Oberländer ja im Rütner Bouncelab zu Hause. «In Volketswil stimmt das Gesamtpaket der Infrastruktur», begründet Schwitter. Er meint damit mitunter die Hallengrösse, Tribüne, Zugänglichkeit sowie die gute Parkplatzsituation.
Trampolinturnen näher vorgestellt. (Quelle: Youtube)
Trio mit Medaillenchancen
Rund 200 Trampolinspringer haben sich in vier Qualifikationsbewerben für die SM qualifiziert. Geturnt wird in 16 Kategorien – von den Einsteigern bis zu den Profis.
Auch der TV Grüningen hat mit den im Regionalen Leistungszentrum Zürich (RLZ) zum erweiterten Nachwuchskader A zählenden Noëlle Meier und Finnian Freund am Samstag in der U-15-Kategorie zwei Turner mit Medaillenchancen. Beide treten ausserdem tags darauf gemeinsam im Synchron-Wettbewerb an.
Gespannt darf man aber aus regionaler Sicht auch auf den Auftritt der Maurmerin Fiona Glasl sein. Die 16-Jährige mit «Talent National»-Status zählt in der Kategorie Junior Girls zum Kreis der Favoritinnen.
