Schürmann in Europas Spitze
Die Ziellinie nach den 400 harten Metern mit den zehn 76,2 cm hohen Hindernissen überquerte sie mit einem lauten Freudenschrei. Entspannte Gesichtszüge mit einem breiten Lachen folgten, und die Anstrengung trat in den Hintergrund.
Auslöser für die Gefühlsregungen der Hinwilerin war die Qualität der Leistung. 55,53 Sekunden. Schneller gelaufen sind in der Schweiz erst Rekordhalterin Anita Protti (54,25), Lea Sprunger und Petra Fontanive – und in diesem Jahr in Europa erst eine Läuferin. Klar, auch die EM-Limite hat Robine Schürmann damit erfüllt.
Optimal vorbereitet
Um nicht weniger als 1,12 Sekunden verbesserte sie damit ihre bisherige Bestmarke auf dem vorletzten Jahr. «Ein immenser Sprung, ich staune», sagte die 29-Jährige strahlend. Zwar wusste sie aufgrund ihrer Einsätze über 300 m Hürden von einer guten Form.
Und fest stand für sie die Erklärung: «Ich kam ohne Verletzung und ohne Krankheit durch den Winter.» Ergänzend fügte die Oberländerin an: «Wir machten wohl alles richtig, und es musste einfach aufwärtsgehen.» Auf das intensive Arbeiten in der Trainingsgruppe von Flavio Zberg im LC Zürich spielte sie an.
Die Grösse des Vorwärtsschrittes macht sie auf darum glücklich, weil sie dies in den letzten beiden Jahren nicht hatte von sich sagen können. 2016 kam Schürmann nicht auf Touren.
Letztes Jahr bremste sie ein Bänderriss am Fuss lange aus. Wie überraschend diese Vorzeigeleistung gekommen ist, zeigte sich auch an der Aussage von Coach Zberg: «Crazy», sein Kommentar. Auch Schürmann staunte, «dass es so klöpft hät» zu Saisonbeginn. Am persönlichen Limit sieht sie sich die EM-Teilnehmerin von 2014 indes keineswegs: «Ich bin überzeugt, dass noch etliches drinliegt.» Jörg Greb
Kreienbühl und Tresch in London
Einen beeindruckenden Abstecher nach London unternahmen die Rütner Toplangstreckler Christian Kreienbühl und Martina Tresch. Sie starteten bei «The night of the 10‘000 m PB’s». Die Vorgabe im Namen verfehlten indes beide.
Zufrieden zeigten sie sich nach den eindrücklichen 25 Bahnrunden dennoch. Mit 30:08 Minuten realisierte Kreienbühl seine drittbeste Marke über die Distanz – nach fünfjähriger Bahnabstinenz. Und Tresch, die auf die EM-Limite von 33 Minuten loslief, musste zwar die Unmöglichkeit des Unterfangens feststellen. Mit 34:07 Minuten glückte ihre aber ebenso eine mehr als ansprechende Zeit. (gre)
