Zerfallerscheinungen beim Drittligisten FC Rot Weiss Winikon? Diese Frage stellt sich spätestens nach dem 0:3 forfait vom letzten Sonntag gegen Meilen. Nur wenige Stunden vor dem Anpfiff informierten die Verantwortlichen des Tabellenletzten der Gruppe 6 den Gegner über ihr Fernbleiben. Der Grund: Zu wenige Spieler.
Am Sonntag empfangen die Ustermer nun ausgerechnet Leader Witikon. Möglich also, dass die Spieler mit der Perspektive der nächsten Niederlage wiederholt wenig Lust auf einen Einsatz und damit auf die nächste Niederlage verspüren. Doch Trainer Heinz Grütter widerspricht: «Wir werden antreten.» Für die Absage macht er berufliche und ferienbedingte Absenzen verantwortlich. «Es macht wenig Sinn mit nur zehn Spieler anzutreten», betont er.
Krisensitzung und Bekenntnis
Am Dienstag führten die Winiker deshalb eine Krisensitzung durch. Spieler und Staff kamen zum Schluss, die Saison durchziehen zu wollen. Laut Trainer Grütter ist der Glauben an den Ligaerhalt innerhalb des in der Rückrunde noch punktlosen Teams allerdings klein. Auch wenn der Rückstand von acht Zählern auf den zehnten Platz (Wetzikon 2) aufzuholen wäre. «Wir haben bereits gegen alle Direktkonkurrenten gespielt. Jetzt warten vor allem die dicken Brocken», begründet Grütter die eigentliche Kapitulation.
Winikon wird sich damit wohl im Juni nach insgesamt drei Saisons wieder aus der 3. Liga verabschieden. Und irgendwie kommt dieser Abstieg nicht von ungefähr. Augenfällig ist insbesondere die stets hohe Fluktuation im Kader. So musste im letzten Sommer der neue Trainer Erol Yüce ein fast ebenso neues Team zusammenstellen. Nur: Yüces Amtszeit endete schon in der Winterpause wieder.

