Schnurrenberger als Hoffnungsträger
Am Sonntag steht Hausen am Albis ganz im Zeichen des Schwingsports. Über 170 Schwinger werden zum Zürcher Kantonalschwingfest erwartet, deren 18 vom Schwingklub Zürcher Oberland. Die meistgenannten Anwärter auf den Festsieg heissen Armon Orlik und Samuel Giger. Zum Favoritenkreis dürfte aber auch Vorjahressieger Samir Leuppi gehören.
Starke Vorstellungen lieferten 2017 auch drei Oberländer ab. Der damals erst 15-jährige Luciano Spangaro (Wetzikon) gewann völlig überraschend seinen ersten Kranz, Remo Ackermann (Steg/geteilter 2. Platz) sowie Roman Schnurrenberger (Sternenberg/3.) reihten sich vorne ein.
Auf dem Duo liegen auch heuer die Hoffnungen der Oberländer, insbesondere auf Schnurrenberger. Ihm traut Matthias Stahel, der technische Leiter des Schwingklubs Zürcher Oberland, viel zu. Allenfalls mische er ganz vorne mit, sagt Stahel. «Schnurrenberger ist sehr gut in Form.»
Der 22-Jährige hat das erst kürzlich erneut bewiesen. Erstmals überhaupt in seiner Karriere stand der Sternenberger im Schlussgang eines Kranzfestes. Diesen verlor er am Thurgauer Kantonalen allerdings gegen Giger.
Gislers Abschiedsvorstellung
Der 20-jährige Spitzenschwinger Giger hat mit dem Erfolg im eigenen Kanton seinen ersten Kranzfestsieg der Saison schon eingefahren.
Im Gegensatz zum Bündner Armon Orlik (21), für den das Zürcher Kantonale den Auftakt zur Kranzfestsaison markiert. Die Form scheint bei ihm zu stimmen. Drei Starts absolvierte er 2018, dreimal hiess der Festsieger danach Orlik. Sowohl der Maienfelder (2015) als auch Giger (2016) haben das Zürcher Kantonale bereits einmal für sich entschieden.
Die Konkurrenz in Hausen am Albis ist allerdings gross, das Teilnehmerfeld mit sechs Eidgenossen besetzt. Eine gewichtige Rolle spielen könnte auch der in Wernetshausen aufgewachsene Bruno Gisler (34).
Für den seit langem im Kanton Bern wohnenden, allerdings für den Nordwestschweizerischen Schwingerverband antretenden Athleten, ist es wohl der letzte Auftritt im Kanton Zürich. Der 123-fache Kranzgewinner kündigte an, am 21. Juli auf dem Weissenstein das letzte Fest seiner erfolgreichen Karriere zu bestreiten.
Kindlimanns Saison ist vorbei
Weil Gisler einst zehn Jahre lang im Nordostschweizerischen Schwingerverband versichert war, darf er jedes Jahr am Zürcher Kantonalen teilnehmen. Er tritt dabei in Hausen am Albis für den Schwingklub Zürcher Oberland an. «Damit können wir zumindest einen Eidgenossen stellen», flachst Stahel.
Seine Mannschaft muss nämlich auf Fabian Kindlimann verzichten. Der schon in der Vergangenheit immer wieder von Verletzungen ausgebremste 27-jährige Eidgenosse, 2018 noch ohne Wettkampf, musste sich einer Bandscheiben-OP unterziehen. Der in Wald aufgewachsene Schwinger fällt deshalb für den Rest der Saison aus.
