Auffallen für das nächste «Eidgenössische»
2017 war es das Unspunnenfest. Ein Jahr zuvor ein Eidgenössisches – jenes in Estavayer – mit offiziell 52’016 Zuschauern. Und 2018? Dieses Jahr braucht kein Schwinger einen Rotstift, um sich einen Termin besonders dick in der Agenda anzustreichen. Der Grund dafür: Es steht gar kein Grossanlass mit eidgenössischem Charakter auf dem Programm.
Es ist also ein Zwischenjahr. Eines aber, das die ehrgeizigen Athleten im Schwingklub Zürcher Oberland nicht anders anpackten als andere Jahre. Auch darum, weil sie bereits Richtung 2019 und dem nächsten «Eidgenössischen» in Zug schielen. Wer Ambitionen auf eine Teilnahme an diesem hat, muss schon jetzt positiv auffallen.
«Es ist wichtig, dass man sich gut präsentiert», sagt Daniel Spörri, der Präsident des Schwingklubs Zürcher Oberland. Schliesslich wird der Nordostschweizer Schwingerverband NOS nächstes Jahr bei seiner Selektion fürs «Eidgenössische» die Resultate von 2018 miteinbeziehen.
Stärker durch die Brocken
So lässt sich ganz einfach festhalten: Die besten Oberländer Schwinger wie Roman Schnurrenberger (22/Sternenberg) und Remo Ackermann (24/Steg) spulen ihr umfangreiches Trainingspensum wie gewohnt ab.Der mittlerweile 27 Jahre alte Fabian Kindlimann – mit 38 Kränzen der aktuell erfolgreichste aktive Oberländer – gehört zwar ebenfalls weiterhin zu den tragenden Säulen der Mannschaft. Der in Dürnten wohnende Schwinger aber schlägt sich einmal mehr mit Verletzungen herum. Bis zum Zürcher Kantonalen in Hausen am Albis (6. Mai) – einem Saisonhöhepunkt für die Schwinger aus der Region neben dem NOS in Herisau (24. Juni) – dürfte Kindlimann keinen Wettkampf bestreiten.
Schnurrenberger ist derweil gut in die Saison gestartet. Zur Freude von Spörri hat der Sternenberger an den kleinen Frühjahrsfesten, die von den Athleten als gute wettkampfmässige Trainings angesehen werden, bisher überzeugt. Der Präsident hofft darauf, dass es für den 22-Jährigen so weitergehen wird. Dieser bringt zahlreiche Komponenten wie die körperlichen Voraussetzungen, Kraft, Kondition und Selbstvertrauen mit, um erfolgreich zu sein.
«Er hatte durchs Band schwierige Gegner. Sie haben Roman stärker gemacht. Das sieht man schon im Training.»Daniel Spörri, Präsident Schwingklub Zürcher Oberland
Schnurrenberger ist letzte Saison in seiner Entwicklung vorwärts gekommen, obwohl er nach seinen zwei Kranzgewinnen an Kantonalfesten im Frühjahr danach eine Durststrecke durchmachen musste. Der junge Oberländer wurde allerdings bei den Einteilungen jeweils «hart angepackt», wie Spörri sagt. «Er hatte durchs Band schwierige Gegner.» Die vielen ins Sägemehl gelegten Brocken hatten durchaus ihr Gutes. Spörri sagt anerkennend: «Sie haben Roman stärker gemacht. Das sieht man schon im Training.»
Mentalbereich im Fokus
Schnurrenberger hat sich im Oberländer Führungstrio zum eigentlichen Zugpferd entwickelt. Und der Sternenberger ist laut Spörri ein guter Leader. Einer, der mit seiner Einstellung ein Vorbild für die zahlreichen nachstossenden, aber noch jungen Athleten des Schwingklubs ist. So trainiert er beispielsweise in zwei verschiedenen Schwingklubs, um seinen Horizont zu erweitern. Und er scheut nicht davor zurück, alle Winkel auszuleuchten, um sich in Details verbessern zu können.
Ebenfalls auf seinem Radar ist der Mentalbereich. Damit setzt sich jetzt auch Remo Ackermann auseinander. Spörri sieht beim Steger, in dessen Palmarès zwei regionale Festsiege und acht Kränze stehen, denn auch Steigerungspotenzial. In entscheidenden Duellen hat Ackermann immer mal wieder mit den Nerven zu kämpfen. Spörri aber ist zuversichtlich, dass der 24-Jährige im mentalen Bereich Fortschritte machen wird. Er glaubt jedoch: «Es braucht Zeit und Vertrauen.»
Nach dem Schuh der Schritt
Weiterhin etwas Zeit werden auch die starken Nachwuchsathleten wie Nicola Funk, Dario Bosshard, Benjamin Nock und Luciano Spangaro brauchen, um sich bei den Aktiven zu etablieren. Nach Spörris Einschätzung sind sie «einen Schuh weiter» gekommen im letzten Jahr, jetzt sollen die nächsten Schritte folgen. Spörri sieht, dass sie bereit sind, dafür viel zu investieren.
Als Motivationshilfe fungiert dabei der überraschende Kranzgewinn von Spangaro (16) am letzten Zürcher Kantonalen. «Das spornt die Jungen zusätzlich an», sagt Spörri. Der Präsident sieht bei seinen bissigen «Jungspunden» den einen oder anderen sicheren Kandidaten für einen Neukranzer. Er gibt aber auch zu bedenken: «An einem solchen Tag muss alles zusammen passen.»
