Krummenacher mit Aufholjagd nach Benzin-Panne
Was für eine Vorstellung von Randy Krummenacher. Der 28-Jährige aus dem Grüt schaffte es beim vierten Rennen der Supersport-WM im niederländischen Assen auf den zweiten Platz. Er musste sich nur dem Franzosen Jules Cluzel geschlagen geben. Am Ende fehlten ihm nach 81,756 km über 18 Runden lediglich 0,3 Sekunden zum Sieg.
Der sechste Sinn des Mechanikers
Das ist insofern bemerkenswert, da Krummenacher aufgrund des Fehlers eines Mechanikers vom letzten statt vom sechsten Platz aus ins Rennen starten musste. Dieser hatte es vor dem Rennen versäumt, überhaupt Benzin in seine Yamaha R6 zu füllen. «Zum Glück hatte mein Chefmechaniker einen sechsten Sinn. Er machte den Tankdeckel auf und schaute rein. Der Benzinmann hat mir das Rennen vermiest, der Chefmechaniker hat es gerettet», sagte der Oberländer.
Weil das Motorrad von Krummenacher eben nicht rechtzeitig bereit gewesen war, ging er aus der Boxengasse in die Aufwärmrunde und musste sich anschliessend in der Startaufstellung ganz zuhinterst einreihen.
Mit wohl einer ziemlichen Portion Wut im Bauch zeigte Krummenacher in der Folge eine starke Aufholjagd und war nach sechs Runden bereits Siebter. Weitere sechs Runden später hatte er sich bereits in die Top-4 gekämpft und fuhr gegen Cluzel, Lucas Mahias, Sandro Cortese und Raffaele De Rosa um den Sieg.
Am Limit gefahren
«Ich habe versucht fokussiert zu bleiben, und das Motorrad jede Runde am Limit zu bewegen. Dann habe ich gemerkt, dass ich mehr als die anderen drauf habe und versuchte am Schluss sogar zu gewinnen», beschrieb Krummenacher sein Rennen.
An Cluzel vorbei schaffte er es im Finish aber trotz einem letzten Versuch in der vorletzten Kurve dann doch nicht mehr. Darüber wollte sich der Oberländer aufgrund der Umstände vor dem Start aber nicht beklagen. «Was soll ich sagen, das Adrenalin pumpt immer noch und ich bin wirklich zufrieden.»
Im Gesamtklassement belegt Krummenacher nach einem Saisondrittel den zweiten Rang. Sein Rückstand auf den französischen Leader Mahias beträgt nur einen Punkt. Das nächste Rennen findet am 13. Mai in Imola statt. (dsc)
