Nur noch Finalspiele für den FC Wetzikon
Erleidet der FC Wetzikon wieder dasselbe Schicksal wie vor zwei Jahren – die Relegation aus der 2. Liga? Viel sprach Anfang April tatsächlich nicht mehr für die Oberländer.
Zwar hatte Trainer Dino Pinnelli kurz vor dem Rückrundenstart aus persönlichen Gründen das Handtuch geworfen – und doch gingen die ersten Partien unter Andreas Häsler als neuen Cheftrainer gegen Schwamendingen (2:3) und vor allem gegen den meistgenannten Abstiegskandidaten Rafzerfeld (0:1) verloren. «Die Spieler haben wohl gedacht, die schlagen wir so einfach», ärgerte sich Assistenztrainer Christian Jakob nach dem Duell zwischen den beiden in Not befindenden Aufsteigern.
«Uns hatten doch alle bereits abgeschrieben»
Christian Jakob, Assistenztrainer FC Wetzikon
Wetzikon war jahresübergreifend zu diesem Zeitpunkt nach insgesamt 15 erfolglosen Partien längst ans Tabellenende in der Gruppe 2 abgerutscht. «Uns hatten doch alle bereits abgeschrieben», reagiert der 35-Jährige dazu mit einem schon leicht trotzig-vorwurfsvollen Unterton.
Mit einfachen Tugenden
Doch sein Team hat in den letzten Wochen tatsächlich zwei eindrückliche Lebenszeichen ausgesendet. Zuerst bezwang es in einem sogenannten Sechs-Punkte-Spiel das ebenso mitgefährdete Veltheim (2:0), ehe gegen das in dieser Saison deutlich unter Wert klassierte Bassersdorf (3:1) überraschend auswärts nachgelegt wurde.
Die Wetziker traten solidarisch und zweikampfstark auf. Einen wesentlichen Anteil am Aufschwung haben der viel Ruhe ausstrahlende Torhüter-Routinier Tobias Sutter und das neue Herz im Mittelfeld, Visar Ramani. Beide waren in der Winterpause zum Team gestossen. Gerade die letzten Partien zeigten, eigentlich hätte der FCW die Qualität für einen Mittelfeldplatz in der Tabelle.
«Es wurde gar nicht so viel verändert», betont Jakob bei der Frage nach den Gründen. «Wir haben natürlich in den Spielergesprächen auf die Schwächen hingewiesen», sagt er. Am Ende gibt es für den langjährigen FCW-Captain und Abwehrchef aber eine ganz einfache Erklärung: «Mehr laufen als der Gegner.»
Durch die jüngsten Erfolge haben sich die Wetziker zumindest wieder auf Platz 13 heraufgekämpft. Der Rückstand auf den rettenden elften Rang beträgt bei einem Minusspiel aber noch immer fünf Punkte. «Für uns gibt es sowieso nur noch Finalspiele», sagt Jakob.
Zwei Spiele innert sechs Tagen
So oder so warten auf den FCW die nächsten Reifeprüfungen. Am Samstag empfängt er das formstarke Unterstrass. Der Quartierklub aus dem Zürcher Stadtkreis 6 fügte jüngst sogar dem souveränen Leader Uster (5:4) eine Niederlage bei und steht auch in den Viertelfinals des Regionalcups, wo es am nächsten Donnerstag auf Gruppengegner Greifensee trifft.
Dann bereits wieder im Einsatz steht auch der FC Wetzikon. Die Oberländer bekommen es in einer vorgezogenen Partie mit dem kriselnden SV Rümlang (neun Spiele ohne Sieg) zu tun, der als Schlusslicht noch viel mehr als Wetzikon das Messer am Halse hat.
Nur: Spätestens seit der Pleite gegen Rafzerfeld müssten die Wetziker wissen, dass Halbheiten nicht zu Punktgewinnen reichen. Und gegen Rümlang hat der FCW sowieso noch eine Rechnung offen. In der Vorrunde hatte er im Direktvergleich nach einer überlegen geführten Hälfte mit einer 1:0-Führung wie der sichere Sieger ausgesehen, ehe es zum kompletten Einbruch und einer 2:4-Niederlage als Folge kam.
