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Djakovic ist allen in seinem Alter voraus

An den nationalen Klubmeisterschaften war der SC Uster Wallisellen einmal mehr das Mass aller Dinge. Einen wesentlichen Anteil daran hatte auch das erst 15-jährige Ausnahmetalent Antonio Djakovic.

An den Langbahn-SM in Genf holte Antonio Djakovic viermal Gold. (Foto: Keystone), Bereits bei den Medien gefragt: SCUW-Schwimmer Antonio Djakovic. (Foto: Keystone), Antonio Djakovic hat eine Muskulatur wie ein 18-Jähriger. (Foto: Keystone), Antonio Djakovic gilt als Freistil-Spezialist. (Foto: Keystone), Auch in der Disziplin Delfin schnell: SCUW-Schwimmer Antonio Djakovic. (Foto: Keystone)

Djakovic ist allen in seinem Alter voraus

Es war eine eindrückliche Machtdemonstration des Schwimmklubs Uster Wallisellen (SCUW) an den Schweizer Vereinsmeisterschaften im heimischen Buchholz-Hallenbad. Für die Frauen war es sogar bereits der vierte Sieg in Folge. Die nächsten Vereine folgten mit grossen Rückstand.

Etwas umkämpfter war erwartungsgemäss der Ausgang bei den Männern. Noch in den letzten beiden Jahren hatte sich der SCUW gegen Genève Natation und die Limmat Sharks geschlagen geben müssen. Dieses Mal klappte es wieder. Den Grundstein zum Erfolg legte Uster Wallisellen mit sechs Einzelsiegen und zwölf zweiten Plätzen.

Dominanz keine Überraschung

Für Präsident Philippe Walter war der Titelgewinn allerdings keine Überraschung. «Es fehlte schon letztes Jahr ganz wenig – obwohl wir aufgrund der Absenz von Christoph Meier ersatzgeschwächt antraten», sagt er. Dieses Mal war der liechtensteinische Olympia-Teilnehmer von Rio de Janeiro (2016) wieder mit dabei. Dazu sind andere Ustermer Schwimmer noch schneller geworden.

Einer davon ist Antonio Djakovic, der mit je zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen einen wesentlichen Anteil am Titelgewinn hatte. Der Freistil-Spezialist wird im Oktober gerade mal 16 Jahre alt und zählt zu den grössten Schweizer Schwimmhoffnungen überhaupt.

Bereits am Wochenende davor sorgte Djakovic an den Langbahn-Meisterschaften in Genf mit vier Goldmedaillen (drei davon im Einzel) für Furore. Für die anstehenden Europameisterschaften in Glasgow wurde er allerdings nicht berücksichtigt. Viel fehlte allerdings insbesondere in der 4×200-m-Freistil-Staffel nicht, die Djakovic gemeinsam mit seinen Klubkollegen Meier, Matteo Bodmer und Lucas Manetsch für sich entschied.

Statt nach Schottland reist Djakovic nun halt zunächst im Juli an die Junioren-EM in Helsinki – und im Oktober wohl an die Olympischen Jugend-Spiele nach Buenos Aires. «Darauf freut er sich sehr», weiss Walter.

«Antonio ist in seinem Alter vergleichsweise schneller als manch späterer Olympiasieger zu diesem Zeitpunkt»

Philippe Walter, Präsident SC Uster Wallisellen

Fernziel Olympische Spiele

Sowieso ist der SCUW-Präsident aufgrund des jungen Alters von Djakovic nicht unglücklich darüber wie es gekommen ist. Die erste Elite-EM wird kommen, ist für Walter klar. Und auch das Fernziel, die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, sieht er als realistische Marke für das Ausnahmetalent.

Trotzdem ist Walter auch darum bemüht, die Erwartungen an Djakovic eher zu dämpfen. Selbst wenn ihn David Burkhardt, Chef Nachwuchs bei Swiss Swimming, erst jüngst «als Überflieger aus Schweizer Sicht» bezeichnete.

Damit hat Burkhardt natürlich zweifellos recht. Dies bestätigt auch Walter: «Antonio ist in seinem Alter vergleichsweise schneller als manch späterer Olympiasieger zu diesem Zeitpunkt.» Grund dafür ist nebst Talent und Technik vor allem auch die körperliche Konstitution des 1,87 Meter grossen Djakovic. «Er hat eine Muskulatur wie ein 18-Jähriger», sagt Walter.

Der Umzug in die Region

Für Djakovic, der acht bis neun Einheiten pro Woche bei Trainer Arpad Petrov absolviert, spricht zudem die akribische Karriereplanung.

Bereits seit rund zweieinhalb Jahren schwimmt der gebürtige Thurgauer für den SCUW. Dem ersten Schritt folgte im Sommer 2015 der Wechsel an die Kunst- und Sportschule Uster und etwas später sogar der private Umzug der Familie in die Region, wo sich die Eltern beruflich neu orientierten.

Ein SCUW-Quintett reist nach Glasgow Mit Maria Ugolkova, Sasha Touretski, Svenja Stoffel, Sara Staudinger und Nina Kost wurden gleich fünf Schwimmerinnen des SC Uster Wallisellen für die EM in Glasgow von Anfang August nominiert. Die Selektion von Kost erfolgte unter Vorbehalt. Derzeit ist die deutsch-schweizerische Doppelbürgerin noch nicht startberechtigt. Der Schwimmverband geht aber davon aus, dass der Wechsel bis zum Beginn der EM vollzogen ist. Mit Kost verfügt die Schweiz über starke Frauenstaffeln, denen ein Topergebnis zugetraut werden kann. Chancen auf einen Finalplatz hat Ugolkova in den Crawldistanzen und über 200 m Lagen. Das Potenziel dazu hat auch Klubkollegin Kost. (zo)

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