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Alles für den Bahn-Nachwuchs

Ein anderer Name und eine angepasste Struktur: Im Trainingsstützpunkt Zürich Oerlikon will ein Oberländer Trio um Hanspeter Keller jungen Bahnfahrern ein möglichst professionelles Umfeld bieten.

Verschiedene Disziplinen, rasante Rennen: Der Bahnradsport hat einiges zu bieten. (Foto: Keystone)

Alles für den Bahn-Nachwuchs

Die Bahn-Erfolge von Oberländern in den letzten Jahren sind zahlreich. So setzten sie sich gleich siebenmal in Serie in der Teamsprint-SM durch. Und von den vier Fahrern, die letzte Saison in der Mannschaftsverfolgung SM-Gold holten, stammen deren drei aus der Region.

Der Ustermer Reto Müller (20) und die beiden jeweils 21-jährigen Lukas Rüegg (Madetswil) und Nico Selenati (Wolfhausen) durften im Oval zudem bereits im Elite-Weltcup antreten.  

An guten jungen Bahnfahrern scheint es im Zürcher Oberland also nicht zu fehlen. Einen grossen Anteil daran trägt Hans­peter Keller. Er engagiert sich seit Langem für diese Sparte des Radsports, die bisweilen unter dem Radar fliegt. Sei es als Teamleiter Bahn im Radfahrerverein Wetzikon oder in der achtköpfigen Bahn-Fachkommission von Swiss Cycling.

Den Rest des Kantons im Blick

Der Hinteregger Swiss-Olympic-Trainer hat nun auch die Gesamtleitung des Trainingsstützpunkts Zürich Oerlikon inne. Dieses ist kein neu erstelltes ­Regionalzentrum von Swiss Cycling, sondern die umstrukturierte und erweiterte Form des Trainingsstützpunkts Zürich Oberland.

Der TSPZO – die Abkürzung wurde schon vorher verwendet – konzentriert sich nun auf seine Kernkompetenz, den Bahnradsport.

Mit der Umbenennung geht die Absicht einher, das Einzugsgebiet zu vergrössern. Dank dem jahrelangen Einsatz von Hans­peter Keller hat der Bahnradsport im Oberland einen guten Stellenwert.

«Durch unsere Öffnung erhoffen wir uns jetzt, auch den Rest des Kantons zu er­reichen», sagt Silvan Dieterich. Der Hittnauer stand einst selber an der Schwelle zum Radprofi, bestritt viele Bahnrennen und ist jetzt Vorstandsmitglied im TSPZO.

Seit Februar ist der Stützpunkt als Verein organisiert. Dieterich sagt: «Wir verschreiben uns voll dem Radsport-Nachwuchs mit Schwerpunkt Bahn und wollen alles aus einer Hand anbieten.»  

Grundstein für alle Bereiche

Dafür hat man drei verschiedene Pfeiler geschaffen. Da ist einerseits die von Dieterich geleitete Cycling Academy, die Einsteigern die Grundlagen beibringen soll und erfolgreichen Absolventen des Kurses danach erlaubt, an den traditionellen Dienstagsrennen auf der offenen Rennbahn teilzunehmen.

Daneben gibt es ein Gefäss mit Schwerpunkt Ausdauer- und Teamdisziplinen sowie eines für die schnellen Disziplinen. Die veränderten Strukturen sollen letztlich dabei helfen, ein pro­fessionelles Umfeld anzubieten, sodass talentierte Fahrer die Qualifikation für die Junioren-Nationalmannschaft schaffen.

 

«Man lernt beispielsweise, sich auf engstem Raum in einem Feld zu bewegen und effizient zu fahren, da man nur einen Gang hat.»

Silvan Dieterich

 

Neben Silvan Dieterich und Hanspeter Keller sind weitere im Bahnzirkus bekannte Personen ins Projekt involviert. Auch Kellers Sohn Jan. Der heute 26-Jährige startete mehrmals an den Sixday-Nights im Hallenstadion bei den Profis und wurde 2012 U-23-Europameister im Madison. Er leitet die Ausdauer- und Teamdisziplinen.

Der Aargauer Matthias Minder wiederum, der Mann für die schnellen Disziplinen, ist zugleich Teamchef des einzigen reinen Schweizer Bahnteams.    

Doch weshalb sollten junge  Radsportler überhaupt lernen, Steilwandkurven und Schleuderablösungen zu fahren?

Für Dieterich gibt es zahlreiche Gründe. «Man lernt beispielsweise, sich auf engstem Raum in einem Feld zu bewegen und ­effizient zu fahren, da man nur einen Gang hat. Und man kann an einem Tag ganz viele verschiedene Rennen fahren.»

Für den Hittnauer ist jedenfalls klar: Egal, ob man eine Karriere im Strassen-, Bike- oder Querbereich anstrebt, auf der Bahn wird ein wichtiger Grundstein gelegt.

 

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