Leader Uster und die neue Trägheit
Usters Trainer Fabio Digenti war als Beobachter des Zweitliga-Nachtragspieles zwischen Gossau und Phönix Seen sichtlich um Zurückhaltung bemüht. «Der Aufstiegskampf ist doch entschieden», meinte der daneben stehende Greifensee-Sportchef Rolf Imhof zu ihm, worauf ihm Digenti heftig widersprach.
12 Punkte Rückstand haben Imhofs Greifensee und Phönix Seen als nächste Verfolger von Uster nach 18 von 28 Runden. Beide Teams bestritten allerdings erst 17 Spiele. Trotzdem: Was soll da noch schiefgehen? Gerade das 1:1 zwischen Gossau und Phönix Seen lieferte eine nächste Bestätigung.
Digentis Lob an Greifensee
Digenti verweist aber auf das schwierige Programm der nächsten Wochen mit den Duellen gegen die Spitzenteams Gossau, Phönix Seen und Greifensee.
Den FCU-Trainer beeindruckt insbesondere die Entwicklung des FC Greifensee, gegen den sein Team in den bisherigen Saisonduellen in Cup und Meisterschaft unterlegen war. Er hat den Tabellenzweiten deshalb sogar zum härtesten Kontrahenten im Kampf um den Wiederaufstieg erkoren.
Tatsächlich gibt es aber Gründe für den verhaltenen Optimismus von Digenti. Nach der überraschenden 4:5-Niederlage gegen Unterstrass hinterliess sein Team auch am letzten Sonntag beim glücklichen Sieg über Schlusslicht Rümlang (3:2) einen zwiespältigen Eindruck. Digenti sprach sogar «vom schwächsten Auftritt in der ganzen Saison». Träge und uninspiriert traten die Ustermer da auf.
Auffallend sind des Weitern die vielen Gegentore (29) im bisherigen Saison-Vergleich zu den Lokalrivalen aus Gossau (20) und Greifensee (22).
Uster hat aber mit 58 Treffern auch den mit Abstand besten Angriffswert aller 15 Teams in der Gruppe 2. 18 davon erzielte alleine Dejan Ilic. Der im letzten Sommer vom Drittligisten Oberglatt nach Uster gewechselte Angreifer trifft seit Monaten in nahezu jedem Spiel und ist dadurch so etwas wie zur offensiven Lebensversicherung geworden.
Ilic immer wichtiger
Vor allem hat Ilic für den FCU in der Rückrunde noch mehr an Wichtigkeit gewonnen. Gründe dafür sind einerseits der langfristige Ausfall von Ruben Suarez (Kreuzband) sowie der Abgang von Adriano Toma (Pause). Eine Rolle spielt womöglich auch, dass Routiniers wie Christian Tiscar, Christian Kluser oder Albert Laski zuletzt nicht auf Touren kamen.
Und zur Situation passt, dass die Winterverpflichtungen Patriot Rexhaj und Adam Durowicz noch Anlaufzeit benötigen.
Wie auch immer: Auf die Ustermer wartet am Sonntag der FC Gossau als nächster Prüfstein. Die Oberländer haben unter dem neuen Trainer Antonio Limata mit je einem Sieg, Remis und einer Niederlage einen soliden Start in die Rückrunde gelegt.
Gegen Phönix Seen bestätigten sie einmal mehr ihren Ruf als unbequemen Gegner und verdienten sich dank einer starken Schlussoffensive auch das Remis.
