Die Wetziker Serie reisst
Traumwandlerisch sicher glitt der EHC Wetzikon in den letzten Wochen übers Eis. 19 Siege hintereinander feierte er und nichts schien das Team von Roger Keller noch stoppen zu können.
Zur Unzeit aber ist die imposante Serie am Dienstag zu Ende gegangen. Ein Punkt hätte den Wetzikern in ihrer dritten Partie der Finalrunde in Zuchwil bereits gereicht, um sich das Ticket für das Finalspiel vom Ostermontag zu sichern. Stattdessen setzte es für den Oberländer Erstligisten nach einer ungenügenden Darbietung eine 2:5-Niederlage ab. Die Wetziker schossen ihre Tore erst in den letzten zehn Minuten und damit zu spät, um noch auf eine Wende hoffen zu können.
«Zuchwil wollte den Sieg unbedingt. Wir hingegen waren schlicht nicht bereit», sagte Trainer Keller hernach. «Irgendwann musste ja ein solches Spiel kommen. Vielleicht war es der richtige Moment dafür.»
Das frühe Time-Out von Keller
Es ist kein gutes Zeichen, wenn ein Coach schon nach zehn Minuten sein Time-Out einzieht. Genau das aber musste Keller in Zuchwil machen, weil seine Mannschaft schlecht aus den Startlöchern gekommen war. Einmal mehr, muss man sagen. In den letzten fünf Spielen gerieten die Wetziker viermal zuerst in Rückstand – diesmal gleich 0:2 – ehe sie reagierten.
Das taten sie zwar nach dem Denkanstoss von Keller. Nun lief der EHCW plötzlich mehr, setzte seine spielerischen Vorteile etwas besser ein und kam zumindest zu einigen Chancen. «Aber bis zur 45. Minute kam von uns nicht wirklich viel», bemängelte Keller.
Kam hinzu: Ein halbes Dutzend kleine Strafen fassten die Wetziker noch vor Spielhälfte – es war einer der Gründe, wieso die Gäste trotz der Steigerung nach den schwachen ersten zehn Minuten den Rhythmus nie wie erhofft fanden.
Daneben fehlte dem Keller-Team für einmal aber auch die Präzision im Passspiel, die nötige Zielstrebigkeit und der Druck in der Offensive. Stellvertretend dafür stand das Powerplay. Die Wetziker liessen die Scheibe zwar schön zirkulieren, erst die achte Zwei-Minuten-Strafe des Gastgebers konnten sie aber ausnutzen – zum 1:4 durch Brent Buchmüller (52.). Dass später auch noch Peter Hürlimann im Powerplay traf, war nur eine Randnotiz.
Die Zuchwiler waren in diesem Bereich deutlich besser. Drei ihrer fünf Tore erzielten sie mit einem Mann mehr auf dem Eis.
Der eine fehlende Punkt
Das Heimteam agierte von Beginn weg bissig und trat kompromisslos auf, was den Wetzikern sichtlich missfiel. Mit der frühen Führung im Rücken vermieden die Solothurner es, unnötiges Risiko einzugehen und konzentrierten sich darauf, die Räume zuzustellen.
Damit taten sich die Gäste schwer. Bei den Gegentoren im Startabschnitt kam dann auch noch Pech hinzu. Sowohl beim 0:1 in der sechsten Minute als auch beim 0:2 (10.) war EHCW-Goalie Odin Neuenschwander die Sicht verdeckt.
Die 2:5-Niederlage ist ein Schuss vor den Bug, keine Frage. Die Chancen, den Final zu erreichen, sind aber trotz der ersten Niederlage in der Finalrunde weiterhin gut.
Gewinnt Zuchwil am Donnerstag auswärts gegen Sierre nicht in der regulären Spielzeit, sind die Wetziker durch. Schaffen die Solothurner die Überraschung aber, kann der EHCW sich den benötigten Punkt noch immer aus eigener Kraft am Samstag beim Gastspiel im Wallis sichern.
