Der Aufsteiger wird NLB-Meister
Hätte man aus Oberländer Sicht ein interessanteres Drehbuch schreiben können? Wohl kaum. Nicht nur, dass der NLB-Titel bei den Frauen zwischen Laupen und den Floorball Riders ausgespielt wurde, zwei Teams aus der Region. Die Entscheidung fiel in der Best-of-3-Serie auch erst im dritten Finalspiel. Und da ganz am Ende.
Zwei Minuten vor Schluss lagen die Laupnerinnen gegen ihren Lokalrivalen zuhause vor über 400 Fans noch immer 2:3 zurück, nachdem sie zuvor schnell 0:2 in Rückstand geraten waren. Die Riders, einige Zeit und bis zum Abstieg 2015 in der höchsten Liga zuhause, schnupperten am NLB-Titel.
Da spielte Laupens-Trainer Yves Kempf die letzte Karte, die in seiner Hand verblieben war. Er ersetzte seine Torhüterin durch eine zusätzliche Feldspielerin und beorderte die Powerplay-Formation aufs Feld.
Tatsächlich: Nach 59:02 Minuten versenkte Andrea Wildermuth einen Weitschuss – 3:3. Damit aber nicht genug. Vier Sekunden vor Schluss traf Yara Hofmann zum 4:3.
Die Welt in der Sporthalle Elba war danach zweitgeteilt – in überschwänglichen Jubel hier und masslose Enttäuschung da.
Es winkt der Durchmarsch
Manch einer beim UHC Laupen sollte sich einmal zwicken, um zu merken, dass der NLB-Titel kein Traum ist. Aber er ist die Fortsetzung einer traumhaft erfolgreichen Phase, die im Frühjahr 2017 einen ersten Höhepunkt erreichte.
Auf dominante Art und Weise stiegen die Laupnerinnen aus der 1. Liga in die Nationalliga B auf. Und sie waren bereit, auch auf zweithöchster nationaler Ebene mehr als einfach nur dabei zu sein und ihren Platz verteidigen zu wollen.
Trainer Kempf setzte vor der Saison forsch die Halbfinals zum Ziel. Denn er war sicher: «Wir müssen uns nicht verstecken.»
Auch in der NLB hielt das breit besetzte Team, in dem viel Qualität steckt, an seinem angriffigen Stil fest. Nach der 2:3-Niederlage zum Final-Auftakt schlug Laupen am Samstag in Rüti gnadenlos zurück. Mit einem 7:0-Erfolg machten sie die «Belle» perfekt. In einem Spiel, das neben dem Platz für einige Diskussionen sorgte (siehe Box).
Nun winkt dem UHC Laupen gar der Durchmarsch in die höchste Liga. Dafür müssten sich die Laupnerinnen im Duell gegen den A-Ligisten Waldkirch-St. Gallen durchsetzen. Am nötigen Selbstvertrauen dürfte es den Oberländerinnen nicht fehlen.
Grosser Andrang, zu wenig Platz
Die NLB-Finalserie zwischen den Floorball Riders und Laupen stiess – vor allem auf Laupner Seite – auf sehr viel Interesse. Rund 400 Zuschauer erwartete Laupen deshalb für den zweiten Final in Rüti, zugelassen in der Halle Roosriet sind allerdings nur deren 258. Mit einem Schreiben an den Schweizerischen Verband äusserte der Klub deshalb seine Bedenken und strebte eine Verlegung in eine grössere Halle an. Die Lösung sah dann aber so aus: Laupen erhielt ein Kontingent von 70 Tickets. Das wiederum hiess, dass viele Laupner Fans das Spiel nicht vor Ort verfolgen konnten, sondern nur via Livestream in einer Bar in Wald. (zo)
