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Häsler übernimmt für den Schweizer Meister

Überraschender Abgang kurz vor dem Start in die Rückrunde: Trainer Dino Pinnelli hat beim abstiegsgefährdeten Zweitligisten Wetzikon genug. Für ihn soll es der bisherige Assistent Andreas Häsler richten.

Einen Schlussstrich gezogen: Dino Pinnelli trat als Wetzikon-Trainer zurück – für ihn übernimmt Andreas Häsler (ganz rechts). (Archivfoto: Christian Merz), Vom Assistent zum Cheftrainer: Das Wetziker Urgestein Andreas Häsler (Archivfoto: David Kündig)

Häsler übernimmt für den Schweizer Meister

Es ist ein aussergewöhnlicher Zeitpunkt. Nur wenige Tage vor dem Start in die zweite Meisterschaftshälfte ist Dino Pinnelli als Trainer beim Zweitligisten FC Wetzikon zurückgetreten. «Mein Abgang hat persönliche Gründe», sagt er.

Die Chefrolle übernommen hat der bisherige Assistent Andreas Häsler. Für ihn war sogleich klar, dass er mit der Rückendeckung des Teams die Aufgabe anpacken will. «Ich bin nicht der Typ, der einer solchen Situation aus dem Weg geht», stellt er klar. An Häslers Seite verbleibt auch Christian Jakob in der Position des Assistenten.

Für den scheidenden Pinnelli hingegen ist es ein Rückzug ganz ohne Groll, wie er mehrfach betont. Der 44-Jährige bekräftigt, die Mannschaft künftig auch als Zuschauer unterstützen zu wollen. «Ich werde bei jedem Spiel dabei sein. Und wenn mein Rat gefragt ist, stehe ich natürlich zur Verfügung», fügt er an.

«Es ist nicht Viertel vor Zwölf, sondern Viertel nach Zwölf.»

Christian Jakob, Assistenztrainer FC Wetzikon

Rein sportlich gab es aber tatsächlich Gründe für einen Wechsel in der Führung des Wetziker Zweitliga-Teams. Die Oberländer sind als Tabellenzweitletzter der Gruppe 2 vor dem Rückrundenauftakt gegen Schwamendingen in arger Rücklage. Nach einem ordentlichen Start (4 Spiele, 7 Punkte) gerieten sie ab Mitte September in eine eigentliche Krise – seit mittlerweile 12 Pflichtspielen ist der FCW schon ohne Sieg. Es droht damit der erneute Abstieg nach 2016. Eine Auslegeordnung gab es im Verein deshalb schon im November – allerdings ohne personelle Konsequenzen.

Drei Alphatiere an der Linie

Es war sowieso eine spezielle Konstellation auf der Wetziker Meierwiesen – mit gleich drei Alphatieren an der Seitenlinie. Da der ehemalige Fussballprofi Pinnelli (u.a. Luzern,  St. Gallen) mit allerdings wenig Erfahrung im Trainer-Business – dort die langjährigen Wetziker Leaderfiguren sowie Freunde Häsler und Jakob als Assistenten.

Gegen aussen war die Aufgabenverteilung nicht immer klar ersichtlich. Alle Trainer emotional – und alle drei an der Seitenlinie mit aktivem Coaching. Doch harmonierte das Trio überhaupt? «Natürlich hat es mal ‹geklöpft›. Doch das gehört dazu», findet Pinnelli.

«FC Wetzikon: Mit einem Schweizer Meister zurück in die 2. Liga», kennzeichnete der Verein im Juli 2016 eine Medienmitteilung nach dem Abstieg in die 3. Liga. Sie war geprägt von Superlativen und sollte so etwas wie Aufbruchstimmung vermitteln. Und tatsächlich: Die Rückkehr gelang mit einem Start-Ziel-Sieg auf Anhieb.

Ein Mittelfeldplatz sollte es denn auch beim Comeback in der 2. Liga sofort werden. «Das wäre schön», fand Pinnelli im Sommer.

Fitter mit Kickboxen

Schön wäre nun schon aber bereits der Klassenerhalt. Die Wetziker haben bewusst früh mit der Vorbereitung begonnen um ihre Defizite aufzuarbeiten. Der Schwerpunkt wurde auf den mentalen und physischen Bereich gelegt – so beispielsweise mit Kickboxen-Einheiten. «Wir waren nicht fit», sagt Assistent Jakob. Es ist das Ergebnis der zuvor ungenügenden Trainingspräsenz.

«Ich bin lieber Jäger als Gejagter.»

Andreas Häsler, Trainer FC Wetzikon

Auf dem Platz konnte sich der FCW mit dem früheren Gossauer und Hinwiler Visar Ramani verstärken. Er spielte zuletzt für den Ligakonkurrenten Bassersdorf. Der 27-Jährige dürfte sogleich eine wichtige Rolle im zentralen Mittelfeld einnehmen.

Noch mehr Erfahrung hat die zweite Verpflichtung – Tobias Sutter (37, von Phönix Seen). Mit ihm und Mauro Gantenbein hat der FCW zwei Torhüter auf Augenhöhe.

Aus einer schlechteren Position

Doch reicht das? Bei der letzten Relegation vor zwei Jahren war die Ausgangslage zur Halbzeit als Tabellenzehnter mit drei Punkten Vorsprung auf den Abstiegsstrich sogar ungleich besser. «Es ist nicht Viertel vor Zwölf, sondern Viertel nach Zwölf», redet auch Jakob nichts schön und spricht von 14 Finalspielen.

Der neue Cheftrainer Häsler hat derweil sogar Gefallen an der Rolle gefunden. «Ich bin lieber Jäger als Gejagter», sagt er und unterstreicht: «Wir sind heiss.» Und mit seiner Zuversicht steht der 37-Jährige nicht alleine da. Von einem positiven Ende ist nämlich auch Ex-Coach Dino Pinnelli überzeugt: «Die Jungs sind gut drauf und werden es schaffen.»

Wetzikon. Zuzüge: Visar Ramani (Bassersdorf), Tobias Sutter (Phönix Seen). – Abgänge: Andrin Hold (2. Mannschaft), Andrea Spasari (Virtus Badolato), Irfan Tastemel (?).

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