Klarer Startsieg für Wetzikon
Besser hätte der EHC Wetzikon kaum in den Erstliga-Final gegen Arosa starten können. Die Wetziker liessen sich von kleineren Anlaufschwierigkeiten nicht aus der Ruhe bringen und feierten einen auch in dieser Höhe verdienten 6:2-Erfolg.
Das Heimteam überzeugte im ersten Finalduell der zwei Traditionsvereine mit Gradlinigkeit, viel Spielwitz und führte die Entscheidung noch vor Hälfte der Begegnung herbei.
«Wir brauchten einen Moment, bis wir ins Spiel fanden. Danach aber hat die Mannschaft gezeigt, zu was sie fähig ist», analysierte Roger Keller. Der EHCW-Trainer hielt zufrieden fest: «Das war ein sehr gelungener Start in den Playoff-Final.»
Doch Keller fand auch einige, wenige kritische Worte. «Die letzten zehn Minuten versuchten wir zu sehr, das Resultat zu verwalten. Das ist nicht das, was ich sehen will.»
Wie ein Bär, der erwacht
Zu Beginn erinnerten die Wetziker nach ihrer einwöchigen Pause noch an einen Bären, der soeben aus dem Winterschlaf erwacht war. Sie waren zwar anwesend, aber doch nicht richtig da. Es sah schon fast so aus, als ob sie sich erst recken und strecken müssten, um die Pause aus ihren Knochen schütteln zu müssen.
Rund zehn Minuten dauerte diese Phase, in der EHCW in Unterzahl in Rückstand geriet, dann erwachte er. Und wie. Nur viereinhalb Minuten brauchte der Qualifikationssieger, um seinen Fehlstart wettzumachen und den nach ihrem hart erkämpften Halbfinal-Sieg über Bellinzona euphorisierten Arosern einen heftigen Dämpfer zu verpassen.
Timon Vesely versenkte in der 11. Minute einen Abpraller zum 1:1, nur 27 Sekunden später brachte der alleine auf Gäste-Goalie Andrin Kunz stürmende Oliver Bucher den Gastgeber erstmals in Führung. Zu guter Letzt schloss Gianni Brandi einen entschlossen vorgetragenen Konter mit gütiger Mithilfe eines Arosers zum 3:1 ab.
Die Wetziker wirkten zu diesem Zeitpunkt bereits sehr stilsicher und hatten ihren Gegner im Griff. Sie liessen die Scheibe gut zirkulieren, waren die spielerisch bessere Mannschaft und hatten den nötigen Dampf in ihre Angriffen, um die Bündner mit Defensivaufgaben zu beschäftigen. Aber: Im Wetziker Abwehrverhalten kehrte ab und an auch der Schlendrian ein, was für selbst verursachte Hektik im eigenen Drittel sorgte.
Leichtfüssig unterwegs
Gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts baute das Heimteam seine Führung mit einem Powerplay-Tor aus. Spätestens ab diesem Zeitpunkt dürften die Beine der Aroser schwerer geworden sein, war es für sie doch die sechste Partie innerhalb von zwölf Tagen.
Der Qualifikationsvierte gab sich zwar bis zum Schluss wehrhaft, er wirkte aber stumpf und vergab zudem bis ins letzte Drittel hinein seine wenigen Möglichkeiten.
Die vor Selbstvertrauen strotzenden Wetziker spielten derweil mit dem klaren Vorsprung in der Hand ihre ganze Klasse aus. Sie gingen die Arbeit in der Defensive nun mit der nötigen Ernsthaftigkeit an. Und kamen sie an die Scheibe, lancierten sie ihre Angriffe blitzschnell.
Ein perfektes Beispiel dafür, wie gut der Oberländer Erstligist umschalten kann, war das 5:1. Gleich alle fünf EHCW-Spieler stürmten nach vorne – Manuel Laimbacher schloss den Hochgeschwindigkeitsangriff mit einem Direktschuss von der blauen Linie erfolgreich ab.
Das war kurz nach Spielhälfte und jedem der 800 Zuschauer im Stadion war klar, dass die leichtfüssigen Wetziker nicht mehr vom Weg abzubringen sein würden.
Der Rest der Partie war denn auch schon eine Art Vorbereitung auf das zweite Spiel der Serie – mit den üblichen Mätzchen, Wortgefechten, Rangeleien und vielen Strafen in den letzten Minuten.
