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Eine Knacknuss als Belohnung

Jahrelang war der UHC Uster aussen vor statt mittendrin. Bei ihrer Playoff-Premiere wartet auf die Ustermer mit Wiler-Ersigen ein grosser Brocken. Erstaunlich dabei: Es ist das Duell der aktuell formstärksten Teams.

Der UHC Uster (Tobias Ledergerber, rechts) steht erstmals in seiner Vereinsgeschichte in den Playoffs. (Archivfoto: Christian Merz)

Eine Knacknuss als Belohnung

Es ist fast so, als ob man seine Ferien aus Kostengründen eine halbe Ewigkeit lang auf demselben Zeltplatz verbrachte hätte. Plötzlich aber und nach einem Lottogewinn kann man sich ein schickes Hotelzimmer leisten und muss sich nicht mehr vor der Kälte der Nacht fürchten.

Auch der UHC Uster kann für einmal das gute Gefühl geniessen, sorgenfrei zu sein. Statt wie immer in den letzten Jahren im Playout um seinen Platz in der Nationalliga A zittern zu müssen, hat er sich erstmals und nach zwölf gescheiterten Anläufen für die Playoffs qualifiziert.

 

«Eine Prise Lockerheit kann uns beflügeln.»

Uster-Trainer Simon Meier

 

Ein starker Schlussspurt mit fünf Siegen hintereinander machte die Premiere erst möglich. Die Belohnung ist für das Team von Trainer Simon Meier das Viertelfinal-Duell gegen den SV Wiler-Ersigen. Es ist eine überaus harte Knacknuss, die die Ustermer ab Mittwoch vorgesetzt erhalten.

Die Emmentaler erlebten vor der Saison zwar einen massiven Umbruch, verloren einige erfahrene Spieler, verfügen aber noch immer über sehr viel Qualität im Kader. Wiler-Ersigen kassierte mit Abstand am wenigsten Gegentreffer und entschied die Qualifikation denn auch einmal mehr für sich.

Als ob das nicht genügen würde, kommt eine dem UHC Uster kaum mutmachende Statistik hinzu: Er konnte gegen den elffachen Meister unglaubliche 25-mal in Serie nicht gewinnen.

Die Sache mit den Flügeln

Vor knapp anderthalb Wochen konnte Uster dem Spuk immerhin ein Ende bereiten. Der 4:3-Sieg in der Verlängerung – gegen einen allerdings personell geschwächten Gegner – dürfte den Glauben stärken, die Emmentaler in Bedrängnis bringen zu können.

 

 

Überhaupt: Auch wenn die Favoritenrolle klar an Wiler-Ersigen vergeben ist, das am Samstag Cupsieger wurde, darf der Underdog durchaus Pluspunkte für sich reklamieren. Oder wie es Trainer Meier formuliert: «Wir können Dinge zu unserem Vorteil machen.»

Anders als in den letzten Wochen steht Uster nicht mehr mit dem Rücken zur Wand, hat keinerlei Druck. «Eine Prise Lockerheit kann uns beflügeln», glaubt Meier. Der Trainer nennt einen weiteren Punkt, der ihn zuversichtlich stimmt.

Die Strategie von Wiler-Ersigen ist auf möglichst viel Ballbesitz ausgerichtet. Im Spiel mit dem Ball aber können die Ustermer mithalten. Sie haben diese Saison in diesem Bereich einen deutlichen Entwicklungsschub gemacht, begegnen Spitzenteams nun auf Augenhöhe und sind ebenfalls in der Lage, den Ball zu monopolisieren. «Das muss unsere Waffe sein. Damit können wir ihnen weh tun.»  

Ohne Spannung geht es nicht

Es gibt also durchaus Gründe für den Aussenseiter, mit Optimismus in die erste Playoff-Serie der Vereinsgeschichte zu starten. Es gilt für die Ustermer allerdings auch, den Fokus neu zu setzen, nachdem der lange erdauerte Sprung unter die Top acht gelungen ist.

Was zur Frage führt: Hat der UHC Uster nach den mental anstrengenden letzten Wochen noch Reserven, um in den Playoffs an seine bestmögliche Leistung heranzukommen?

 

 

Im Team ist man sich dieser Thematik durchaus bewusst. Routinier Thomas Aellig forderte beispielsweise unmittelbar nach der letzten Partie in der Qualifikation, die Mannschaft müsse parat sein für die nächste Herausforderung. «Dass beim Gegner nicht das Gefühl aufkommt, das werde eine einfache Sache gegen Uster.»

Trainer Meier sagt, es gehe nun darum, wieder Spannung aufzubauen. «Nur auf der lockeren Schiene zu fahren wird nicht reichen. Man muss den unbedingten Siegeswillen entwickeln.» Hilfreich in diesem Prozess ist, dass innerhalb des Teams die Playoff-Teilnahme nur als Teilziel angesehen wurde. Noch hat man also nicht erreicht, was man sich vorgenommen hatte.

 

«Nur auf der lockeren Schiene zu fahren wird nicht reichen. Man muss den unbedingten Siegeswillen entwickeln.»

Uster-Trainer Simon Meier

 

An einem Zusammenzug stimmte sich das Team auf die Viertelfinals ein, besprach die Taktik. Sie dürfte «etwas mutiger» ausfallen als beim Premierensieg gegen Wiler-Ersigen.

Meier freut sich riesig auf die Duelle. Und der Trainer hofft, dass die Lernkurve seiner jungen Mannschaft – kaum eine Handvoll Spieler weist Playoff-Erfahrung auf – mindestens so steil verlaufen wird wie zuletzt.

Nach zahlreichen knappen Niederlagen vor der Weihnachtspause verbesserte sich das Team entscheidend. Mit dem Resultat, dass 2018 nur Wiler-Ersigen mehr Punkte als Uster holte.

Übersetzt heisst das: Die zwei «heissesten Teams» treffen aufeinander. 

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