Pätz und die Schweizer Curler gewinnen Bronze
Die Schweizer Curler mit dem Ustermer Claudio Pätz haben das Spiel um Bronze gegen Kanada 7:5 gewonnen.
Die 13. Schweizer Medaille
Sie sorgten damit für die bereits 13. Schweizer Medaille an den Olympischen Spiele in Pyeongchang.
Für das Genfer Team um Skip Peter De Cruz, Pätz, Benoît Schwarz und Valentin Tanner ist es nach der klaren Halbfinal-Niederlage gegen Schweden (3:9) ein schöner Erfolg.
Das fast perfekte Spiel
Entsprechend glücklich war Claudio Pätz: «Uns ist das fast perfekte Spiel gelungen», sagte er gegenüber dem Schweizer Fernsehen. «Ich bin stolz auf das gesamte Team.»
Die Schweizer stahlen im 2. und im 3. End je einen Punkt, sodass sie den Nachteil, ohne den letzten Stein in die Partie starten zu müssen, früh mehr als nur wettmachen konnten. Auch nach der Pause waren sie stärker als die renommierten Gegner.
Die Nerven behalten
Es brauchte schon einen ausgezeichneten Doppel-Takeout von Koe, damit die Kanadier im 8. End beim Stand von 3:6 in den Match zurückfanden. Koe liess sein zweites Zweierhaus notieren. Im Finish jedoch behielten die Schweizer ihr gutes Spiel bei – und die Nerven.
Mit Benoît Schwarz’ letztem Stein im 10. End war der Match entschieden, Koe hatte nur noch einen Stein zur Verfügung, mit dem er den für ein Zusatz-End nötigen Zweier nicht mehr herausholen konnte.
Die Partie erinnerte über weite Strecken – auch vom Verlauf her – an den Olympia-Final 1998 in Nagano, als das Lausanne-Olympique-Team mit Skip Patrick Hürlimann die klar favorisierten, damals von Mike Harris angeführten Kanadier besiegte. Auch damals spielten die Schweizer sehr gut, und auch damals nutzten sie Fehlsteine der ungewohnt schwach spielenden Kanadier.
Pätz mit starker Quote
Kevin Koe und Marc Kennedy auf den Positionen 4 und 3 brachten es kaum auf Quoten von 70 Prozent an geglückten Versuchen, während ihre direkten Gegenspieler Schwarz und Pätz mit Quoten um die 90 Prozent glänzten.
Die ausgezeichnete Gesamtleistung des Genfer Teams beschert dem Schweizer Curling die siebte Medaille seit der Wiederaufnahme der Sportart ins olympische Programm 1998 – die sechste Medaille im klassischen Curling und die zweite in Südkorea. Mehr als eine Medaille gab es nur 2002 durch Luzia Ebnöther (Silber) und dem heutigen Swiss-Curling-Sportchef Andreas Schwaller (Bronze).
Platz 8 in Sotschi
Pätz selbst holte sich damit bei seiner zweiten Olympia-Teilnahme eine Medaille. Noch vor vier Jahren hatte er sich in Sotschi mit einem anderen Team als Achter klassiert.
Für den 30-jährigen Ustermer ist es aber nicht der erste Erfolg an einem Grossanlass. 2013 holte er sich nämlich EM-Gold und WM-Bronze im Team von Sven Michel. (zo/sda)
Sechs Grossanlässe, sechs Medaillen
Mit dem Gewinn von Olympia-Bronze haben die Schweizer Curler um Skip Peter De Cruz ihre erstaunliche Serie zu einem Schweizer Rekord ausgebaut. Seit dem 3. Platz an der WM 2014 in Peking, ihrem ersten internationalen Titelkampf, haben sie an ihren nunmehr sechs Grossanlässen ausnahmslos Medaillen gewonnen. Nach Bronze von der WM 2014 folgten EM-Silber 2015, EM-Bronze 2016, WM-Bronze 2017 und zuletzt im November in St. Gallen ein weiterer 3. Platz in einem EM-Turnier.
In der Schweizer Curling-Geschichte gibt es nur ein Team, das sich an seinen ersten sechs Titelkämpfen immer in den Medaillen klassierte. Es war die legendäre Crew von Lausanne Olympique um Skip Jürg Tanner (der mit dem Genfer Leadspieler Valentin Tanner nicht verwandt ist). Für Tanner, den Weltmeister von 1981, riss die Serie im siebten Einsatz. An der EM 1985 in Grindelwald verpasste er die Halbfinals.
Die Genfer Curler werden also die Möglichkeit bekommen, den alleinigen Rekord aufzustellen. Es könnte schon an den Europameisterschaften im kommenden November in Estland der Fall sein. (sda)
