Der EHCW korrigiert seine Schieflage
Mehr als doppelt so viele Punkte wie sein Viertelfinal-Gegner hat der EHC Wetzikon in der Qualifikation geholt. Und im Gegensatz zu den Pikes Oberthurgau, die im November einen Trainerwechsel vollzogen, hat er bisher eine absolut sorgenfreie Erstliga-Saison absolviert.
Klar also war: Die Wetziker steigen als Favorit in die Playoff-Serie gegen die Thurgauer.
Am Dienstag hat der EHCW denn auch wie erhofft den ersten Schritt Richtung Halbfinal gemacht. Das Team von Roger Keller geriet nach einem Doppelschlag der Gäste innert 40 Sekunden im Startdrittel zwar 0:2 ins Hintertreffen. Die Wetziker korrigierten die Schieflage im Mitteldrittel aber im Stile einer Spitzenmannschaft wieder und setzten sich letztlich 6:3 durch.
Ein Startdrittel zum Vergessen
Wetzikon erwischte gegen die Pikes einen schwachen Start und lieferte ein Startdrittel zum Vergessen. Die Oberländer liessen sich von den Gästen überlaufen, spielten ungenaue Pässe und wirkten in der Defensive unorganisiert.
Das hatte Folgen: In der 12. Minute kassierte der EHCW bei vier gegen vier gleich zwei Treffer. Zuerst erwischte Fabrizio Mayolani EHCW-Goalie Odin Neuenschwander mit einem überraschenden Weitschuss. Danach überlistete Andreas Ambühl die unsortierte Wetziker Defensive – 0:2.
Das Blatt wendet sich
Trainer Keller zog darauf sein Time-Out ein, das Heimteam trat danach in der Offensive kompakter auf und hatte das Geschehen nun besser unter Kontrolle. Innerhalb von acht Minuten machten die Wetziker im Mitteldrittel dann aus dem Zwei-Tore-Rückstand eine 3:2-Führung.
In der 22. Minute traf Timon Vesely in doppelter Überzahl mit einem satten Schuss. Und noch immer mit einem Mann mehr agierend zog Manuel Laimbacher davon und erzielte den Ausgleich. Als die Wetziker dann in der 28. Minute erneut in Überzahl agieren konnten, verwertete Vesely den Abpraller von Kevin Eggimanns Schuss zum 3:2.
Beide Teams traten kämpferisch auf und schenkten sich nichts. Die Oberländer zeigten sich nun hellwach und spielten zielstrebig nach vorne. Nachdem die Pikes in Überzahl die Chance zum Ausgleich vergeben hatten, baute Eggimann sieben Minuten vor Schluss und nach einem Querpass von Vesely die Wetziker Führung zum 4:2 aus.
Bucher trifft ins leere Tor
Die Entscheidung war damit noch nicht gefallen. Die Thurgauer zeigten sich weiterhin aufsässig und drückten auf das Anschlusstor. In der 55. Minute war es soweit. Andreas Ambühl kam im Verteidigungsdrittel des EHCW an die Scheibe und traf. Doch das Heimteam reagierte darauf sofort. Nur 16 Sekunden später stellte Laimbacher den Zweitorevorsprung wieder her.
Zwei Minuten vor dem Ende mussten sich die Wetziker in Unterzahl wehren. Die Pikes setzten alles auf eine Karte. Sie ersetzten ihren Goalie durch einen zusätzlichen Feldspieler. Dario Gartmann traf dabei nur die Querlatte. Oliver Bucher machte es besser und erzielte das 6:3 ins leere Tor. (pan)
