Der EIE hat alle Vorteile in der Hand
16 Saisonsiege, 49 Punkte: Das ist für den EHC Illnau-Effretikon Rekord. Dennoch reichte es dem Zweitligisten nicht zum ersten Platz. Erneut steht dem EIE der Oberländer Rivale EHC Dürnten Vikings vor der Sonne.
Dabei schien das Glück auf Seiten des Teams von Trainer Dieter Wieser zu sein. Der EIE feierte zum Abschluss der Qualifikation einen ungefährdeten 7:2-Sieg im Eselriet gegen Küsnacht. Danach stand er virtuell einige Minuten lang zuoberst in der Tabelle, da die Partie der Dürntner noch nicht zu Ende war und diese in Rückstand lagen.
Nach dem Schlussfurioso der Vikings zu ihrem 5:4-Sieg aber blieb dem EIE das bittere Gefühl, dass es zum vierten Mal in Serie «nur» zum zweiten Platz gereicht hatte. Präsident Christoph Müller sagte in seiner Enttäuschung: «Dürnten hat einfach immer Glück.»
Trainer Dieter Wieser blieb zwar gefasst, schüttelte aber den Kopf. Als Tabellenerster wäre der EIE auf den EHC St. Gallen getroffen. Jetzt aber geht die Reise deutlich weiter, denn in den am Dienstag beginnenden Playoff-Achtelfinals (Best-of-5) heisst der Gegner Engiadina.
«Gut. Dann fahren wir halt nach Scuol», gab sich Wieser gelassen. «Das spielt für uns keine Rolle, denn mit diesem Gegner haben wir ja rechnen müssen.»
Vier Tore in sieben Minuten
In der Playoff-Hauptprobe geriet der EIE im ersten Drittel in Rückstand. Die Küsnachter konterten das Heimteam dabei kurz vor Ablauf der ersten 20 Minuten aus.
«Das Startdrittel war von uns etwas verhalten», bemängelte Wieser hinterher. «Wir haben zwar gut gespielt und das Treffen kontrolliert, uns dann aber einen Fehler geleistet.»
Die Reaktion des Oberländer Zweitligisten fiel beeindruckend aus – und demoralisierte zugleich den Gegner. Der EIE erhöhte im Mitteldrittel das Tempo. Die schnellen Spieler wie Fäh, Korsch, Vögeli und Förderreuther entzogen sich nun öfters der gegnerischen Deckung. Innert sieben Minuten machte das Heimteam aus dem 0:1 eine 4:1-Führung. Damit war die Partie entschieden.
Die Vorteile in der Hand
«Wir haben gut auf den Rückstand reagiert, einige schöne Tore geschossen und können den kommenden Partien positiv entgegenblicken», bilanzierte Wieser. Der Trainer sieht sein Team für die wichtigste Phase der Meisterschaft gerüstet.
Das Powerplay funktionierte gegen Küsnacht, auch in Unterzahl wusste der EIE zu gefallen und mit dem deutlichen 7:2-Erfolg holte er zusätzliches Selbstvertrauen.
Die Vorteile in dieser Achtelfinalserie liegen in jedem Fall beim EHC Illnau-Effretikon. Wieser sagt: «Wir probieren, mit dem Heimvorteil gut in die Playoffs zu starten.»
Anders als der läuferisch und technisch starke EIE, der seit langem in der Erfolgsspur ist, scheint Engiadina höchstens mässig in Form. Die Bündner entschieden nur drei ihrer letzten zehn Partien für sich. (Heinz Minder)
