Peer Borsky war dabei, ohne effektiv da zu sein. Da sass der Rütner Degenfechter in London, rund 1000 Kilometer entfernt von Heidenheim und fieberte mit. Statt wie vor einem Jahr am Traditionsanlass selber auf der Planche zu stehen, verfolgte er den Weltcup online.
Freiwillig. Jahrelang hatte Borsky neben dem Wirtschaftsstudium dem Fechten oberste Priorität eingeräumt, war mit dem Schweizer Team an den Olympischen Spielen in Rio, holte mit ihm zweimal WM-Bronze und wurde Europameister. Vorderhand aber hat er seine Karriere auf Eis gelegt.
Mit Bedauern, wie er sagt. Es war ein Vernunftsentscheid. «Dass ich früher auf den Sport setzen konnte, war ein Luxus. Doch es war immer klar: Ist das Studium zu Ende, möchte ich meinen Eltern nicht mehr zur Last fallen.»
Der Versuch, den Faden nicht komplett zu verlieren
Vom Fechten kann der 27-Jährige nicht leben. Ausser Max Heinzer kann das überhaupt kein Schweizer Fechter. Borskys ursprünglicher Plan sah deshalb vor, nach dem Abschluss seines Masterstudiums in London im August in die Heimat zurückkehren. Da wollte er Teilzeit arbeiten, um den Fokus nochmals auf den Sport und Olympia 2020 in Tokio legen zu können.

