Wetzikons starke Aufholjagd
Es war eine Aufforderung mit Signalwirkung. «Jetzt machen wir einfach noch die zehn Punkte», motivierte Wetzikons Libero Ivo Fischer während eines Timeouts seine Teamkollegen. 15:19 lag seine Mannschaft im Erstliga-Derby gegen Uster im vierten Durchgang zurück. Und es sah damit stark nach dem Satzausgleich aus.
Doch tatsächlich: Nicht zuletzt dank den Aufschlägen von Swen Tobler startete der VBC Wetzikon zu einer Aufholjagd, und machte durch diese starke Serie das 25:19 und damit den 3:1-Heimsieg perfekt. Es war der bereits siebte Sieg in Folge im Direktvergleich. Und der Leader der Gruppe D qualifizierte sich damit zwei Runden vor dem Ende der Qualifikation für die Aufstiegsspiele.
Auf der Gegenseite sah Trainer Martin Auricht trotz der Niederlage viele positive Dinge. «Wir haben wie zuletzt gegen Näfels ein starkes Spiel gezeigt.»
Aurichts Zuversicht
So oder so: Durch die neuerliche Niederlage könnte der Tabellensiebte TV Uster noch immer auf Platz acht abrutschen – und müsste dadurch wie in der Vorsaison die Abstiegsspiele bestreiten. Für Coach Auricht gibt es allerdings keinen Grund, schwarz zu malen. «Wenn wir die gleiche Leistung in den kommenden Spielen wieder abrufen können, sehe ich keine Schwierigkeiten, den Ligaerhalt zu schaffen», ist er überzeugt.
Der TV Uster hielt gegen Wetzikon tatsächlich über weite Strecken der Partie gut mit. So verzeichnete er dank einer Serviceserie von Armin Waldschmidt einen Start nach Mass und lag schnell 11:4 in Front. Der Favorit konnte sich zwar in der Schlussphase des Startsatzes steigern, zu einer Wende reichte es aber nicht mehr.
Wetzikon punktet spektakulär
Während die Wetziker im ersten Durchgang noch knapp 22:25 unterlegen war, zeigte sich fortan ein zunehmend anderes Bild. Immer besser kamen sie in Fahrt und punkteten insbesondere durch Aussenangreifer Fabian Laumer und Diagonal Nicolai Gautschi mehrfach spektakulär. Der Satzausgleich durch ein 25:17 war deshalb nur die logische Folge.
Die Partie in der Kantonsschule Wetzikon vor immerhin 100 Zuschauern blieb weiterhin spannend. Die Mannschaft von Felix Brändli erspielte sich eine 18:13-Führung, musste Uster wieder auf 19:19 herankommen lassen und agierte in den entscheidenden Momenten doch wieder glücklicher. So haderten die Gäste beim Stande von 20:22 mit einer nichtgeahndeten Netzberührung des Wetziker Blocks. Der Widerstand war gebrochen und der Satz verloren (20:25).
Und so blieb für TVU-Coach Auricht – nachdem der vierte Durchgang die eingangs erwähnte Wende nahm – einmal mehr die Erkenntnis: «Es fehlte in einigen Situationen einfach das Quäntchen Glück.» (stm/mgy)
