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EIE gelingt ein kleines Wunder

Zweitligist EHC Illnau-Effretikon ist im Heimspiel gegen Luzern eine nicht mehr für möglich gehaltene Wende gelungen. Der EIE lag bis elf Minuten vor Schluss 1:4 im Hintertreffen, gewann aber noch 6:4.

Claudio Beltrame (links) enteilt dem Luzerner Dario Frei. (Foto: David Kündig)

EIE gelingt ein kleines Wunder

Etwas Verrückteres haben die Zuschauer im Eselriet schon lange nicht mehr erlebt. Erst in den letzten zehn Minuten kam der EHC Illnau-Effretikon gegen Luzern so richtig in Fahrt. Und der Oberländer Zweitligist machte nicht nur den scheinbar unaufholbaren 1:4-Rückstand wieder wett, sondern er powerte nach dem Ausgleich weiter und gewann schliesslich 6:4.

«Eigentlich haben wir am Schluss verdient gewonnen, denn Luzern hat nach vierzig Minuten aufgehört, Hockey zu spielen», sagte EIE-Trainer Dieter Wieser. Am Anfang sei vieles für die Gäste gelaufen, analysierte er. «Mit viel Biss und Kampfeinsatz haben wir aber Siegeswillen gezeigt.» Das sei eben der Charakter seiner Mannschaft, so Wieser. «Wir geben nie vorzeitig auf. Erst wenn die Schlusssirene ertönt, schauen wir auf die Matchuhr, ob dort ein für uns positives Resultat steht.»

Die Leichtigkeit fehlt vorerst

Lange Zeit lohnte sich am Samstag im Spiel gegen Luzern der Blick auf die Matchuhr für den EIE aber nicht. Der Tabellenführer begann zwar druckvoll und kam gleich zu einem Dutzend guter Möglichkeiten. Für einmal aber fehlte dem Wieser-Team die Effizienz. Weil auch noch drei folgenschwere Fehler dazu kamen, lag der EIE nach dem Startdrittel 1:3 im Rückstand. Besonders unnötig war der dritte Gegentreffer, der zwei Sekunden vor Ablauf des Abschnitts fiel. Wieser ärgerte sich darüber denn auch entsprechend. «Das darf uns so nie und nimmer passieren.»

Die Leichtigkeit, mit der der EHC Illnau-Effretikon im bisherigen Meisterschaftsverlauf zu seinen 71 Toren gekommen war, fehlte gegen Luzern lange. Und die Zeit lief unerbittlich gegen das Heimteam. Es schien – vor allem, nachdem der EIE zu Beginn des Mitteldrittels auch noch das 1:4 kassiert hatte – als könnte die Mannschaft von Dieter Wieser die Niederlage nicht mehr vermeiden.

Sommers Tor als Signal

Der EIE kämpfte zwar vorbildlich, aber auch lange glücklos. Erst in der 49. Minute und im Anschluss an ein Timeout von Wieser gelang Michael Sommer das 2:4. Das Tor hatte Signalwirkung. Nun mobilisierte das Heimteam die letzten Kräfte – und kam in einen Spielrausch. Sieben Minuten vor Schluss verkürzte Captain Thomas Korsch zum 3:4. Das Nervenflattern bei Luzern war jetzt sichtbar, die Gäste hingen bereits wie ein Boxer in den Seilen und nahmen Strafen.

In der 55. Minute traf Sommer in Überzahl zum 4:4. Die Luzerner nahmen daraufhin zwar ihr Timeout, konnten den kompletten Umsturz aber nicht mehr verhindern. Drei Minuten vor dem Ende gelang Korsch im Powerplay die erstmalige Führung für den EIE. Luzern nahm daraufhin 55 Sekunden vor Schluss den Torhüter vom Eis und ersetzte ihn durch einen zusätzlichen Feldspieler. Nutzniesser davon war Yves Förderreuther, der noch zum 6:4 traf. Der EIE jubelte danach überschwänglich, die Luzerner verstanden derweil die Eishockey-Welt nicht mehr. (hmi)

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