Dübendorf fehlt zu lange die Geradlinigkeit
Der EHC Dübendorf verlor in der 27. MSL-Runde gegen Seewen 4:5 und unterlag den Schwyzern damit zum ersten Mal in der laufenden Meisterschaft. Nach nur einem Spieltag musste der EHCD die Tabellenführung wieder an Sion abtreten.
Ein Doppelschlag der leidenschaftlich um einen Platz in den Playoffs kämpfenden Innerschweizer war wegweisend. Die Glattaler erzielten zwar noch das 5:5 – nach Ermessen des Schiedsrichters aber fiel das Tor nach Ablauf der Spielzeit.
«Bis zur 49. Minute fehlte uns die notwendige Entschlossenheit», bilanzierte EHCD-Coach Reto Stirnimann hinterher. Er sagte zudem: «Seewen kämpfte um jeden Zentimeter, sie haben als Achtplatzierte das Messer am Hals. Sie wollten die Punkte mehr als wir.»
Chancenplus für den EHCD
Seewen präsentierte sich zu Hause deutlich offensiver und aufsässiger als noch am Mittwoch in Dübendorf. So entwickelte sich ein flottes Spiel, in dem der EHCD zunächst mehr gute Möglichkeiten verzeichnete, Seewen aber durchaus gefährlich blieb. Silvan Hebeisen traf für die Glattaler nach zwölf Minuten nur den Pfosten.
Das Skore eröffnete Fabian Frei für den EHCD. Er verwertete das Zuspiel von Joshua Theodoridis kaltblütig (16.). Steven Widmer fasste danach vier Strafminuten und so sorgte Jonas Fries im Powerplay eine Sekunde vor der ersten Sirene mit einem satten Schuss für den Ausgleichstreffer.
Doppelschlag von Seewen
Als der Seebner Topskorer Claudio Zurkirchen nach 32 Minuten im Slot durchbrach, schaffte es EHCD-Keeper Jeffrey Meyer knapp nicht, die Scheibe zu blockieren – 1:2. Lediglich 21 Sekunden später schloss Simon Schnüriger nach einem Dübendorf Puckverlust einen schnellen Konter mit dem dritten Tor des Heimteams ab.
Fabian Schumann verkürzte für die Glattaler in Überzahl dann zwar zum 2:3. Doch das Projekt Ausgleich wurde jäh gebremst, da Dennis Barts als hinterster Mann den Puck vertändelte. Stefan Schön bedankte sich, die Glattaler lagen nach 38 Minuten 2:4 hinten.
Dramatisches Ende
Der EHC Seewen befand sich nun in seiner Lieblingsrolle. Er konnte defensiv kontrolliert spielen und auf Konter lauern. Nino Marzan nutzte dies in der 45. Minute und baute die Führung des Gastgebers aus.
Erst jetzt und nach dem fünften Gegentor zeigten die Glattaler mehr Gradlinigkeit. Widmer gelang dank einem abgelenkten Schuss der dritte Treffer für Dübendorf (49.). Die Dübendorfer setzten die Gastgeber nun unter Dauerdruck, doch spielten die Seebner clever.
Stirnimann nahm seinen Keeper schon zweieinhalb Minuten vor dem Ende vom Eis. Doch erst sieben Sekunden vor Schluss verkürzte Raoul Seiler zum 4:5. Die letzten zwei Sekunden wurden auf der Matchuhr nicht mehr angezeigt. Der EHCD gewann das Bully und glich tatsächlich wenig später aus. Doch der Head anerkannte den Treffer nicht – obwohl es weder eine Schlusssirene noch einen Schlusspfiff gegeben hatte. (Beat Gmünder, Seewen)
