«Ich vermisse die Formel 1»
Seit dem Verkauf seines Formel-1-Rennstalls 2016 machte sich Peter Sauber rar in der Öffentlichkeit. Der NZZ hat er jetzt eine Interview gegeben, in dem er die Partnerschaft von Sauber mit Alfa Romeo als Glücksfall bezeichnet. Dass die Marke «Sauber» deswegen aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden könnte, glaubt er nicht. Er sehe den Zusatz Alfa Romeo als klare Aufwertung.
«Die emotionale Bindung zum Team ist nach wie vor sehr stark», hält Sauber fest. Es bestehe auch ein Kontakt zu den führenden Köpfen im Team, und er und seine Frau seien zur Weihnachtsfeier des Teams in Hinwil eingeladen gewesen. Dass die Fahrer in den letzten Saisons immer am Schluss des Feldes zu sehen gewesen seien, habe ihn geschmerzt, sagt Sauber gegenüber der NZZ. Überraschend seien die Resultate aber nicht gewesen, wenn man wisse, was das Team in den vergangenen Jahren durchgemacht habe.
Zurück zur Racer-Mentalität
Einen negativen Einfluss hätten jedoch auch die eigentlich «sorglosen Jahre» als Werksteam von BWM gehabt. Zwar sei genügend Geld vorhanden gewesen, durch das Konzerndenken sei aber die «Racer Mentalität» verloren gegangen. «Zu dieser alten Stärke muss das Team wieder finden», so Sauber.
Es sei übertrieben zu sagen, dass nach dem Verkauf des Rennstalls für ihn ein neues Leben angefangen habe, sagt Sauber. Aber: Er habe jetzt zum ersten Mal ein Leben ohne Druck. Sein Körper habe auf die Umstellung reagiert. «Ich hatte mich über die Jahre so an diesen Druck gewöhnt, dass ich ein Problem damit hatte, plötzlich nicht mehr unter Spannung zu stehen.»
Die Formel 1 fehle ihm, sagt Sauber. «Ich vermisse die Menschen dahinter, aber auch den Zirkus und das Reisen rund um die Welt.» zo
