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Selenatis Feuertaufe mit kleinem Schönheitsfehler

Der Wolfhauser Nico Selenati hat am Wochenende seine ersten Einsätze im Bahn-Weltcup absolviert. Seinen Einstand beurteilt der 21-Jährige kritisch.

Der Schweizer Bahn-Vierer tritt in wechselnden Besetzungen an. (Bild: Keystone)

Selenatis Feuertaufe mit kleinem Schönheitsfehler

Es war eine Art verfrühtes Weihnachtsgeschenk für Nico Selenati und Lukas Rüegg. Über das Wochenende durften die beiden 21-jährigen Oberländer Radtalente neben Gaël Suter (25) und zwei weiteren jungen Schweizern (Robin Froidevaux und Gino Mäder) am Bahnweltcup im kanadischen Milton starten. «Die Jungen sind dabei, um zu lernen. Ich bin gespannt, wie sie sich gegenüber der Konkurrenz schlagen werden», sagte Nationaltrainer Daniel Gisiger im Vorfeld.

Während der Madetswiler Rüegg Anfang 2017 im kolumbianischen Cali seine Feuertaufe auf diesem Niveau erlebt hatte und in Milton zum zweiten Mal im Weltcup im Einsatz war, brachte der aus Wolfhausen stammende Selenati 40 Kilometer westlich von Toronto seine Premiere über die Bühne.

Kurzfristige Umstellungen

«Die Sportart ist dieselbe», sagt Selenati im Nachgang unaufgeregt. «Die Konkurrenz im Weltcup ist aber natürlich viel grösser. Da fahren Olympiateilnehmer und Weltmeister. Man muss alles geben, um mithalten zu können.»

Und wie lautet das Fazit nach seinem Einstand? Selenati ist ehrlich. «Ich bin eigentlich doppelt enttäuscht.»

Der Wolfhauser konzentrierte sich in Milton – anders als ursprünglich vorgesehen – auf die Mannschaftsverfolgung. Das Madison-Rennen (Zweier-Mannschaftsfahren) bestritt Lukas Rüegg deshalb mit Gino Mäder. Anstelle von Selenati, der dazu sagt: «Ich wäre gerne gefahren.» Aber manchmal muss man die Eigeninteressen in den Hintergrund und den Teamgedanken in den Vordergrund rücken. Rüegg/Mäder wurden Neunte.

In der Mannschaftsverfolgung fuhr der Schweizer Vierer derweil auf den dritten Platz und sicherte sich damit die Bronzemedaille. Was für das in dieser Besetzung im Weltcup unerfahrene Schweizer Team eine erfreuliche Erfolgsmeldung ist, hat aus Sicht von Selenati einen kleinen Schönheitsfehler.

Der Wolfhauser war zwar in der Qualifikation und der ersten Runde Teil des Vierers. Das Rennen um Bronze musste er aber als Zuschauer verfolgen. Selenati kennt den Grund – und gibt sich selbstkritisch. Er habe bei seinen zwei Einsätzen nicht die Bestleistung abrufen können, sagt er. «In der Mannschaftsverfolgung aber muss alles zu 100 Prozent stimmen. Sonst hat es grosse Auswirkungen.»

Minsk am Horizont

Genau eine Woche haben Selenati und Co. in Kanada verbracht. Am Dienstag landeten sie wieder in der Schweiz. Das aus Selenati, Rüegg, Froidevaux und Mäder bestehende junge Quartett hat allerdings keine Zeit, um durchzuatmen. Es rückte nach der Heimkehr sofort wieder in die Spitzensportler-RS ein. Und noch vor Weihnachten steht mit der Track Cycling Challenge in Grenchen (20. und 21. Dezember) ein weiterer internationaler Auftritt auf dem Programm.

Die nächste Bewährungsprobe auf höchster Stufe winkt ebenfalls am Horizont. Vom 19. bis 21. Januar finden Weltcup-Rennen in der weissrussischen Hauptstadt Minsk statt. Die Chancen stehen durchaus gut, dass das Oberländer Duo Richtung Osten reisen darf.

Zwar ist nicht definitiv entschieden, welche Fahrer ein Aufgebot erhalten. Selenati geht aber davon aus, dass ein grosser Teil der Kanada-Starter auch für die Rennen in Minsk vorgesehen ist. Er sagt: «Ich werde den Weltcup in Kanada jetzt abhaken und mich auf den nächsten vorbereiten.»

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