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Lernfahrten in Kanada

Der Madetswiler Lukas Rüegg und Nico Selenati aus Wolfhausen erhalten die Chance, sich im Bahn-Weltcup zu beweisen. Während Rüegg nur wenig Erfahrung auf diesem Niveau aufweist, betritt Selenati im kanadischen Milton gar Neuland.

Nico Selenati (ganz links) und Lukas Rüegg (ganz rechts) sind am Wochenende im Weltcup im Einsatz. (Archivbild: Peter Mettler)

Lernfahrten in Kanada

Olympia-Teilnehmer Gaël Suter dürfte sich ein wenig vorkommen wie der Vater der Truppe. Obwohl erst 25 jährig, ist er um einiges älter als der Schweizer Rest. Zum dritten Bahn-Weltcup (1. bis 3. Dezember) wird Suter von vier 19- bis 21-jährigen Fahrern begleitet. Zur jungen Bahn-Delegation aus der Schweiz, die ins kanadische Milton reist – die Stadt liegt rund 40 km westlich von Toronto entfernt – zählen auch zwei Oberländer Fahrer.

Der 21-jährige Madetswiler Lukas Rüegg war im Februar im kolumbianischen Cali erstmals auf Stufe Weltcup dabei, für den gleichaltrigen Nico Selenati aus Wolfhausen ist die Reise nach Kanada gar verbunden mit seiner Weltcup-Premiere.

«Die Jungen sind dabei, um zu lernen», lässt sich Daniel Gisiger in einer Mitteilung von Swiss Cycling zitieren. Der Nationaltrainer meint damit neben dem Duo Rüegg/Selenati auch Gino Mäder (20) und Robin Froidevaux (19), die bei den Männern das Quintett komplettieren. «Ich bin gespannt, wie sie sich gegenüber der Konkurrenz schlagen werden.»

In der RS vereint

Die vier Nachwuchsathleten haben auf internationalem Niveau zwar noch wenig Erfahrung gesammelt. Einen grossen Trumpf aber halten sie in der Hand: Ihr Zusammenhalt auf der Bahn ist über Jahre hinweg gewachsen. Zudem sehen sie sich derzeit häufig, seit das Quartett in die Rekrutenschule eingerückt ist. Aktuell steht für die Sportler die Grundausbildung auf dem Programm.

«Es war schwer, genügend Trainingszeit zu finden. Ausserdem fehlen uns einige Stunden Schlaf», zieht Rüegg eine erste Zwischenbilanz. Und mit einem Blick Richtung Weltcup in Milton sagt er das, was ehrgeizige Sportler vor einem solchen Wettkampf eben sagen: «Wir werden unser Bestes geben, um gute Ergebnisse zu erzielen. Die Motivation ist jedenfalls da.»

Die Werbetrommel rühren

Rüegg erinnert sich gerne an seine Weltcup-Premiere in Kolumbien zurück. «Alles war grösser, und das Niveau war anders. Aber es lief recht gut.»

Er klassierte sich mit den Schweizern in der Mannschaftsverfolgung auf dem fünften Platz. Knapp fünf Monate später war er an der U23-EM in Portugal Teil des Quartetts, das in der Mannschaftsverfolgung mit Platz vier knapp an Bronze vorbeischrammte. Damals ebenfalls dabei: Nico Selenati. Zusammen mit dem Wolfhauser fuhr Rüegg an der U23-EM im Madison (Zweier-Mannschaftsfahren) auf den siebten Platz. Das Oberländer Duo ist auch am Weltcup in Milton im Madison gemeldet. Daneben startet es  in der Mannschaftsverfolgung.

Das Ziel der jungen Fahrer ist derweil klar – sie wollen auf sich aufmerksam machen. Weil sie wissen: Die Chance, sich mit der Weltelite zu messen, kommt nicht allzu häufig vor. Im Rahmen des Bahn-Weltcups werden im Gegensatz zu anderen Raddisziplinen keine U19- oder U23-Wettbewerbe ausgetragen. Das hat zur Folge, dass für jede Nation nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung steht.

Der Schritt aus dem Nachwuchs in die Elite-Kategorie ist anspruchsvoll. Das schreckt Rüegg aber nicht davor ab, die Aufgabe mit Selbstvertrauen anzupacken.

Natürlich sei der Niveauunterschied erheblich, ist sich der Madetswiler bewusst. Er sagt aber auch: «Viele junge Athleten beweisen, dass man beim Weltcup mit der Weltelite konkurrenzieren kann.» Den einen oder anderen Tipp für die Schweizer Nachwuchskräfte dürfte in Kanada auch Gaël Suter auf Lager haben, der «Vater» der Truppe.

 

 

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