Uster auf Aufstiegskurs – Gossau und Greifensee mit Konstanz
Der FC Uster ist auf Kurs. Und durch einen weiteren Sieg gegen Rafzerfeld überwintert er mit mindestens sieben Punkten Vorsprung auf die nächsten Verfolger an der Spitze der Zweitliga-Gruppe 2. Die Leaderstellung ist keine Überraschung. Der Kern des Ustermer Teams ist auch nach dem Abstieg der selbe geblieben. Der neue Trainer Fabio Digenti hat damit viel Erfahrung und Qualität im Kader.
Uster neuer Knipser
Die grösste Veränderung gab es im Verlaufe des Herbsts auf der Goalieposition. Philipp Bünter (er stand die ersten vier Spiele noch im Tor) machte einem jüngeren Duo Platz. Der FCU hatte auch ein glückliches Händchen bei den wenigen Transfers. Allen voran bei dem aus der 3. Liga gekommenen Dejan Ilic, der als 11-facher Torschütze sogleich zum besten Skorer avancierte. Ausserdem hat Digenti mit Assistenztrainer Christian Kluser stets einen Trumpf in der Hinterhand, der imstande ist auch als 34-jähriger Teilzeitspieler in heiklen Situationen Impulse zu geben.
Die Ustermer vermochten nicht immer zu überzeugen, entschieden aber dennoch die Vielzahl aller engen Partien letztlich für sich – alleine fünf Spiele mit nur einem Tor Unterschied. Damit haben sie den weiteren im Vorfeld oft genannten Mitfavoriten Phönix Seen, Bassersdorf und Schwamendingen einiges voraus. Jedes dieser Teams erlebte zumindest ein Minitief. Realistisch gesehen kann wohl einzig der ewige Aufstiegskandidat Phönix aus diesem Trio dem FCU noch gefährlich werden.
Gossaus Aufschwung
Die positiven Akzente in der Gruppe setzten aber eigentlich andere Teams. Greifensee und Unterstrass, die morgen Sonntag bei der Jahresdernière direkt aufeinander treffen. Und der FC Gossau. Kein Zweitliga-Team erlebte zuletzt wohl mehr, wie nahe Erfolg und Misserfolg beieinander sein können.
Die Oberländer rutschten im Juni zum Saisonschluss nach einem Gegentor zum 2:3 in der Nachspielzeit auf den drittletzten Platz ab und wären dadurch abgestiegen. Dennoch kam es zu einem Happy End. Aufgrund der günstigen Zürcher Konstellation in der Interregio zog der FCG nämlich als besserer Drittletzter der beiden Zweitliga-Gruppen den Kopf aus der Schlinge.
Nur fünf Monate später sind die Gossauer vor der letzten Runde starker Zweiter – mit fast identischem Team. «Wir verdienen es, denn letzte Saison wurden für unsere Leistungen schlecht bezahlt», sagt Trainer Sokol Maliqi. Durch mehr Verantwortung, aber auch Druck, nimmt er seine Leistungsträger in die Pflicht. Der FCG ist im gegnerischen Strafraum gefährlicher geworden, ohne aber an defensiver Stabilität zu verlieren. Dafür steht insbesondere Peter Niffeler, der zu einem echten Torjäger gereift ist. «Seinen Namen kennen nun auch die Gegner», freut sich Maliqi. Nebst Niffeler spielten sich Alessio Perot und Domenico Carnuccio auf neuen Positionen in den Vordergrund. «Die Mannschaft ist als Ganzes viel stärker geworden», betont Maliqi.
Greifensees Defensivstärke
Als guter Tabellenfünfter hatte der FC Greifensee die letzte Saison abgeschlossen. Nur: Zur neuen Meisterschaft hin hatte er auch einige Leistungsträger verloren. Der FCG startete deshalb mit wenig Kredit und sicherte sich prompt in den ersten drei Partien nur zwei Punkte. Der Start eines schwierigen Jahres?
Mitnichten. Greifensee gefiel fortan durch Konstanz, und ging nebst Uster als einziges Team der Gruppe nur einmal als Verlierer vom Feld. FCG-Coach Felix Bollmann spricht von «Solidarität, Kampf und mannschaftlicher Geschlossenheit» auf die Frage nach den Faktoren. Es sind oft gehörte Begriffe von Trainern. Wie auch immer: Nur 16 Tore mussten die Greifenseer bisher einstecken. Es ist der beste Wert der gesamten Gruppe. Bollmann freut sich darüber, mahnt aber auch vor einer zu grossen Erwartungshaltung. «Die letzte Rückrunde war auch nicht so gut», sagt er.
Wetzikons Abschlussschwäche
Bleibt das Sorgenkind aus der Region – der FC Wetzikon. Der Zweitliga-Rückkehrer startete zwar ordentlich in die Saison, wartet nunmehr aber seit elf Pflichtspielen auf ein Erfolgserlebnis. Der letzte Sieg liegt über zwei Monate zurück. «Eigentlich spielten wir nur zweimal schlecht», findet Assistenztrainer Christian Jakob. Er spricht von wiederkehrenden individuellen Fehlern, die auf diesem Leistungsniveau bestraft werden. Auffällig ist die schon fast chronische Abschlussschwäche. Die 18 Tore sind der Wert eines potenziellen Absteigers.
Ein Sieg über Diessenhofen könnte zumindest die grösste Not etwas lindern. Ungeachtet davon dürfte es beim FCW aber sowieso in der Winterpause zu einer Auslegeordnung kommen
