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Vetterli muss man auf der Rechnung haben

Im Rahmen der Uster Games wurde Gioia Vetterli mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet. Bei den anstehenden Einzel-SM ist der 18-Jährigen vom Judoclub Uster aber auch schon ein Topresultat in der Elite zuzutrauen.

Alles im Griff: Gioia Vetterli vom Judoclub Uster. (Bild: SJV/Paco Lozano)

Vetterli muss man auf der Rechnung haben

Eigentlich müssten die Verantwortlichen der Uster Games von ihrem Konzept mit Spielen von verschiedenen Teamsportarten abkommen und Judo ins Programm aufnehmen.

«Dreieinhalb Siege»

Weshalb? Weil Judo ganz offensichtlich bei den Besuchern und Fans des Anlasses hoch im Kurs ist. Mit der Ustermerin Gioia Vetterli sicherte sich nämlich bereits zum dritten Mal ein Judoka den im Rahmen der Veranstaltung vergebenen Nachwuchspreis – bei der erst fünften Austragung. Und selbst Vorjahressiegerin Ladina Gebert machte einige Jahre Judo, ehe sie zum Klettern wechselte. «So gesehen sind es sogar dreieinhalb Siege», präzisiert Robert Wakiyama, der Präsident des JC Uster mit einem Schmunzeln.

Wie auch immer: Vetterli trat mit dem Erfolg in die Fussstapfen ihrer Vereinskollegen Fabienne Kocher (2013) und Nils Stump (2014). Und da der Nachwuchspreis seit zwei Jahren keine reine Publikumswahl mehr ist und eine Jury gleichwertigen Einfluss auf den Ausgang nimmt, hat der Wettbewerb sogar an Gewicht gewonnen.

Vetterli selbst freut sich insbesondere über die grosse Wahl-Unterstützung aus der ganzen Judo-Schweiz. «Der Zusammenhalt untereinander ist einmalig», betont sie. Konkreter wird Präsident Wakiyama und bezeichnet die Auszeichnung als «Sahnehäubchen einer grandiosen Saison».

Sieg bei der Elite-Premiere

Tatsächlich ist Vetterlis Entwicklung bemerkenswert. Immerhin überraschte sie im März in der heimischen Buchholz-Halle sogleich bei ihrer Europacup-Premiere auf Elite-Stufe und siegte in der Klasse bis 63 kg. Zu den Top-Ergebnissen zählt später auch der dritte Platz im stark besetzten Feld des Jugend-Europacups in Berlin.

Diese Resultate zeigen aber vor allem mit Blick auf die anstehenden Einzel-Schweizer Meisterschaften vom Wochenende in Neuenburg: Mit 18 zählt Vetterli auf nationaler Ebene bereits zu den besten Judokas. «Gioia muss man auf der Rechnung haben», bestätigt Wakiyama. Und: Die Ustermerin wird dort nicht nur in der schwereren Gewichtsklasse (bis 70 kg) an den Start gehen – sie misst sich auch gleich in der Elite (Samstag) und bei den Junioren (Sonntag) mit der Konkurrenz. «Es liegt einiges drin», meint sie vielsagend.

Nur der Hund macht kein Judo

«Gioia ist für ihr Alter sehr weit und reif. Und kennt auf der Matte kein Pardon», sagt Wakiyama. Die Worte des JCU-Präsidenten kommen nicht von ungefähr. Vetterli ist in einer Judo-Familie gross geworden. Ihr Vater Norbert ist sogar Träger des 6. Dans und damit der höchstgradierte Judoka in Uster. Dazu passt, dass Gioias jüngere Schwester Delia ebenso als Talent gilt. «Nur unser Hund macht kein Judo», vermerkt Gioia Vetterli und lacht.

Die 18-Jährige hat einen klaren Fokus – in Schule und Sport. Rund 16 Stunden trainiert die Schülerin des K+S-Gymnasiums Rämibühl bereits in der Woche. Und der Aufwand dürfte in der Zukunft nicht geringer werden. Vetterli zieht es fürs kommende Jahr nach Lausanne um beim U21-Nationalcoach zu trainieren und französisch zu lernen. Damit wäre sie auch sprachlich für Paris gerüstet – den Austragungsort der Olympischen Spiele 2024. Sie sind das Fernziel von Vetterli. JCU-Präsident Wakiyama traut ihr die Qualifikation durchaus zu. «Sie ist eine Ausnahmeerscheinung», sagt er.

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