Duell der Makellosen
Die Partie scheint offen, ein klarer Favorit ist nicht auszumachen. Zumindest etwas aber ist schon vor dem Zweitliga-Derby zwischen dem EHC Illnau-Effretikon und den Dürnten Vikings klar – eines der Teams wird am Donnerstagabend seine weisse Weste ruinieren.
Mit je fünf Siegen aus ebenso vielen Spielen sind sowohl die Dürnten Vikings als auch der EIE ideal in die Meisterschaft gestartet. Mit dem Punktemaximum belegen sie in der Gruppe 1 die ersten zwei Plätze.
Dass das Oberländer Duo den Ton in der Gruppe angibt ist nicht neu. Im Gegenteil: Es ist ein bekanntes Bild, dass sich beim Blick auf die Tabelle zeigt. Drei Jahre hintereinander standen die Vikings und der EIE nach der Qualifikation auf den ersten zwei Plätzen – jeweils genau in der aktuellen Reihenfolge, also die Vikings vor dem EHC Illnau-Effretikon.
Viel Freude, aber kein Druck
Der EIE musste in der jüngeren Vergangenheit überhaupt immer ein wenig hinter den Dürntnern anstehen. Von den letzten sechs Derbys konnte er nur eines für sich entscheiden – es ist allerdings schon drei Jahre her, seit ihm dies mit einem 4:3-Sieg nach Verlängerung gelang.
Danach behielten die Dürntner fünfmal hintereinander die Oberhand. Im EIE kennt man diese Eckwerte selbstverständlich. Trainer Dieter Wieser sagt deswegen auch: «Es ist an der Zeit, wieder einmal zu gewinnen.»
An Selbstvertrauen mangelt es seiner Mannschaft nach dem perfekten Saisonstart mit Sicherheit nicht. Unter Druck setzen will sie Wieser trotzdem nicht. «Sie soll ganz einfach Freude am Spiel haben und das Derby geniessen», sagt er. Wiesers Begründung, weshalb er keine Forderungen stellt, ist durchaus nachvollziehbar: Er sieht den EIE momentan nicht auf Augenhöhe mit dem Gegner, da er nicht in Bestbesetzung antreten kann.
Über eine Handvoll Verletzte hat das Team zu beklagen. Auch wegen den zahlreichen Ausfällen musste Wieser in den letzten Wochen ganz junge Spieler ins kalte Wasser werfen – und freut sich jetzt diebisch darüber, dass sie sich freischwammen. «Dass wir trotz den Ausfällen da oben stehen ist genial.»
Neben dem gegenüber der letzten Saison verbesserten Boxplay zählte laut Wieser auch die mannschaftliche Geschlossenheit und die Kampfkraft zu den Pluspunkten in den ersten Partien. Der EIE bezwang dabei drei Teams, die in der Zweiklassengesellschaft der Gruppe 1 zur starken Hälfte zählen. Zuletzt beispielsweise Luzern. Den Innerschweizern fügte das Wieser-Team nach einer wilden Begegnung (7:6) die erste Niederlage zu.
Der erste Härtetest
Die Dürntner haben derweil bis jetzt überwiegend gegen schwächere Mannschaften gespielt und mit ihren Siegen schlichtweg die Pflicht erfüllt, wie Claudio Petrini findet. Er habe einige Superansätze gesehen, zieht der Trainer, der die Vikings zusammen mit Christian Thiemeyer führt, eine erste Zwischenbilanz. Er sagt aber auch: «Jetzt folgt der erste Härtetest. Und die Motivation ist riesig, das Derby zu gewinnen.»
Laut Petrini treffen im Eselriet zwei Teams aufeinander, die sehr ähnlich sind. «Der EIE ist ein Pendant zu uns. Er ist auch läuferisch, technisch und taktisch stark.» Wieser und Petrini sind sich allerdings einig, dass die etwas routinierteren Dürntner prinzipiell in der Lage sind, das höhere Tempo anzuschlagen.
An der Feuerkraft fehlt es weder dem Leader noch seinem ersten Verfolger. Der EIE stellt mit Carlo Fäh (7 Tore/8 Assists), Michael Sommer und Thomas Korsch (je 13 Punkte) die besten drei Skorer der Gruppe. Die Dürntner wiederum sind zusammen mit Luzern die mit
38 Toren bisher treffsicherste Mannschaft. Die einzelnen Elemente für ein Spektakel sind also durchaus vorhanden. Wiesers Vorfreude ist entsprechend gross. «Ein Derby gegen Dürnten, das ist prickelnd, das ist einfach cool.»
