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Über Japan nach Grindelwald

Der Orientierungsläufer Sebastian Baumann figurierte einst im Schweizer Nachwuchskader. Nun stand der Fällander am Weltcupfinal in Grindelwald im Einsatz – für Japan.

Ein Fällander für Japan am Start: Sebastian Baumann am Weltcup-Final in Grindelwald. (Bild: steineggerpix.com/Rémy Steinegger)

Über Japan nach Grindelwald

Sebastian Ken Baumann suchte beim OL-Weltcupfinale in Grindelwald die Herausforderung mit der Weltelite. Er stand für Japan am Start. Wie war das möglich?

Baumann ist Mitglied des OLC Kapreolo, sein Vater führte den Verein als Präsident. Er schaffte es als Junior mit einigen guten Resultaten ins Schweizer Nachwuchskader, die Qualifikation für die Junioren-WM 2016 in der Schweiz gelang ihm im Vorjahr jedoch nicht.

Dank der Mutter den japanischen Pass

Da seine Mutter Japanerin ist, besitzt er auch den japanischen Pass. Die Japaner haben eine OL-Szene und auch eine Nationalmannschaft, die an den Weltmeisterschaften regelmässig und an den Weltcupläufen nach Möglichkeit teilnimmt.

Sebastian Baumann, der in St. Gallen an der Hochschule «Internationale Beziehungen» studiert, suchte für seine sportliche Zukunft eine Herausforderung: «OL auf höchstem Niveau zu laufen braucht viel Training und um dafür eine Motivation zu haben, schien mir der Weltcup reizvoll.»

Dem Juniorenalter war er zum Jahreswechsel entwachsen. So kontaktierte der 21-Jährige schon letztes Jahr den japanischen Verband – obwohl er noch nicht sonderlich gut japanisch spricht und versteht: «Ich bin am Lernen, doch die Japaner sprechen auch Englisch.»

Einziger Teilnehmer unter der Flagge Nippons

Die Registrierung von Sebastian Baumann als Japaner beim internationalen Verband war kurz vor dem Weltcupfinale perfekt und so stand der Fällander als einziger unter der Flagge Nippons, eingekleidet ins japanische Dress mit grossem, rotem Punkt, in Grindelwald am Start.

Beinahe wäre er in der Mitteldistanz unter die besten 40 und damit in die Weltcuppunkte vorgestossen, dazu fehlten nur zehn Sekunden und drei Ränge. Baumann klassierte sich als 43. Das finnische Supertalent Olli Ohanjahu war auf der Mitteldistanz nur eine Sekunde schneller als er. Dass die Schweizer Kollegen in beiden Läufen alle vor ihm klassiert waren, musste erwartet werden.

Bestätigt auf seinem Weg

Auch wenn am zweiten Tag die Beine schmerzten und jede Steigung an den Effort vom Vortag erinnerte, war eine rangmässige Steigerung möglich. Baumann war der Herausforderungen gewachsen und fühlte sich bestätigt auf seinem Weg: «Technisch habe ich die Aufgaben gut gemeistert. Und es war wirklich OL auf höchstem Niveau, fast jeder Posten war eine Herausforderung.»

An der EM im kommenden Frühjahr im Tessin, wenn es erneut um Weltcuppunkte geht (weshalb auch Japaner am Start stehen dürfen), will er wieder mit dabei sein: «Für die Selektion muss ich nicht nach Japan fliegen, ich werde anhand der Resultate bei den internationalen Läufen in Europa eingeschätzt.» (Beat Meier)

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