Frust und Stolz bei Tresch am Murtenlauf
Letztes Jahr ist Martina Tresch auf den Geschmack gekommen: «Dieser Murtenlauf ist etwas Spezielles, ist etwas für mich.» Auf den historischen Hintergrund mit dem Botenläufer verweist sie, ebenso auf die Tradition und das Prestige.
Das Fordernde als Motivation
Und der Klassiker hat in der Laufszene Gewicht, zumal er sich von den Krisenjahren erholt hat und mit 12’306 Klassierten wieder zu den grossen Volksläufen zählt. Vor allem aber gilt für die Rütnerin ein Faktor: das Fordernde der Strecke. Die 17,25 km sind auf einem welligen Parcours zu laufen. Ständig gilt es den Rhythmus anzupassen. Das sind Anforderungen, die auf sie zugeschnitten sind.
Tresch bewältigte diese Herausforderungen in 1:03:48 Stunden mit Bravour. Mit dieser Zeit war sie die viertplatzierte Frau. Ganz zufrieden aber zeigte sich die 28-jährige EM-Teilnehmerin vom letzten Jahr (im Halbmarathon) nicht: «Bei meiner Premiere schaffte ich es aufs Podest, in diesem Jahr verfehlte ich dieses knapp, und das ärgert mich.»
Nach einer Erklärung suchen musste sie aber nicht: «Die Vorbereitung unterschied sich massgeblich.» War sie vor zwölf Monaten neben dem EM-Halbmarathon ein weiteres Rennen über die 21,098 km gelaufen, fehlte ihr nun diese Basis. Denn auch im Training gab es keine langen Einheiten.
Starke Konkurrenz bezwungen
Den Vortritt überlassen musste Tresch der Berglauf-Europameisterin und Jungfrau-Marathon-Siegerin Maude Mathys, der Kenianerin Lucy Wambui sowie Halbmarathon-Schweizermeisterin Laura Hrebec. Hinter sich liess sie die Gewinnerin des Zürich Marathon 2016, Daniela Aeschbacher und die Duathlon Schweizer Meisterin Melanie Maurer. Eine erstaunliche Realität.
«Ich bin richtig überrascht», sagte Tresch – und das bezog sich primär auf die Zeit. Nur 26 Sekunden mehr als ein Jahr zuvor benötigte sie trotz der lockeren Trainingswochen im Vorfeld. (gre)
