WM-Gold ist eine Zwischenstation
Jeannine Gmelin ist auf dem vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere angekommen. Die Ustermer Skifferin liess ihrer Konkurrenz an den Weltmeisterschaften in den USA keine Chance und sicherte sich nach einem überaus souveränen Auftritt im Final die WM-Goldmedaille (mehr dazu).
Es war ein Weltmeistertitel mit Ansage, hatte Gmelin nach ihren zwei Weltcup-Siegen in diesem Jahr doch zum engsten Favoritenkreis gehört. Entsprechend gross war die Erwartungshaltung. Wie sie damit umging, war eindrücklich. Gmelin schaffte es, den Druck komplett auszublenden. Sie blieb auf sich selber konzentriert und lieferte so den Beweis ihrer mentalen Stärke ab.
Vorzeigesportlerin Gmelin
Andere Ruderinnen mögen talentierter sein. Und ihre härtesten Konkurrentinnen sind allesamt mindestens zehn Zentimeter grösser. Aber der eiserne Wille, sich immer weiter zu verbessern und die Bereitschaft, alles dem Sport unterzuordnen, ist bei Gmelin aussergewöhnlich gross. Die Ustermerin hat hohe Ansprüche an sich selber, verfolgt ihre Ziele kompromisslos. Sie ist nichts weniger als eine Vorzeigesportlerin.
Was Gmelin bei aller Fokussierung auf die Leistung aber auch ausmacht: Sie ist mit sich im Reinen, ist ehrlich zu sich selber und jederzeit authentisch. Und sie geniesst ihren «Job» in vollen Zügen – trotz der Entbehrungen.
In den vergangenen zwei Jahren kletterte Gmelin in der Hierarchie immer weiter nach oben. Sie verbesserte sich nicht nur physisch, sondern sammelte auch viele Erfahrungen, die im Rudern überaus wichtig sind. Und Gmelins Weg ist noch nicht zu Ende. Der WM-Titel ist nur eine Zwischenstation. Ihre Planung ist auf Olympia 2020 ausgerichtet. Klar ist: Bleibt Gmelin gesund, ist sie in Tokio eine sichere Medaillenkandidatin.
