Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Sport

Bereit für den grossen Moment

Jeannine Gmelin ist diese Saison noch unbezwungen. An der WM in den USA liegt die Goldmedaille in Griffweite – wenn die Ustermer Skifferin die Bausteine zusammenbringt.

Jeannine Gmelin ist nach der intensiven WM-Vorbereitung bereit: «Ich fühle mich für alles, was mich erwartet, gewappnet.» (Bild: Keystone)

Bereit für den grossen Moment

Über zwei Monate liegt der letzte Wettkampf von Jeannine Gmelin zurück. Hunderte Trainingsstunden hat sie seit dem Weltcup-Final in Luzern hinter sich. Auf und neben dem Wasser. Und an verschiedenen Orten, um Abwechslung in die lange Trainingsphase zu bringen.

Im Ruderzentrum Sarnen feilte sie an der Form, aber auch rund zweieinhalb Wochen in Aviz in Portugal und ab dem 8. September in Oak Ridge, im US-Bundesstaat Tennessee.

«Hart, lang und entsprechend herausfordernd», sind die Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaften in Sarasota (Florida) aus Sicht der Ustermer Skifferin gewesen. Jetzt ist dieses Kapitel abgeschlossen. Am Montag ist die 27-Jährige im Einer-Vorlauf erstmals auf der künstlichen Regattastrecke im Nathan Benderson Park im Einsatz.

Auf diesen Moment hat sie gewartet. Und sie ist überzeugt: «Ich fühle mich für alles, was mich erwartet, gewappnet.»

Sieg – Verletzung – Sieg

Gmelin hat sich für die WM viel Selbstvertrauen erarbeitet. Die zielstrebige und überaus willenstarke Profiruderin ist diese Saison ungeschlagen. In einem Jahr notabene, in dem alles auf die WM in den USA ausgerichtet ist und die Weltcups nur einzelne Zwischenstationen waren.

Und es ist offensichtlich: Die WM-Fünfte 2015 und Olympia-Fünfte von Rio de Janeiro 2016 hat unter dem neuen Nationaltrainer Robin Dowell in ihrer Entwicklung einen weiteren grossen Schritt nach vorne gemacht.

Wegen einer schmerzhaften Rippenverletzung musste Gmelin zwar auf die Europameisterschaften im tschechischen Racice sowie den Weltcup im polnischen Posen verzichten, was bitter war. Sie hakte die Ausfälle aber sofort ab, blickte stattdessen schnell nach vorne. Sie habe das Grundvertrauen, durch solche Situationen stärker zu werden, sagte Gmelin Ende Mai.

Und tatsächlich: Die Ustermerin kehrte am Weltcup in Luzern auf eindrückliche Art und Weise aus der Verletzungspause zurück. Wie schon zum Saisonauftakt in Belgrad dominierte sie Anfang Juli auf dem Rotsee im Frauen-Einer die Konkurrenz.

Die zwei imposanten Weltcup-Auftritte führen dazu, dass Gmelin in Sarasota zum engsten Favoritenkreis auf den WM-Titel gehört. Auch wenn sie sich selber den Druck mindern will, indem sie sagt: «Ich bin eine von vielen, die gewinnen will.»

Gmelin aber kennt ihre gute Ausgangslage. Ihr Ziel formuliert sie so: «Ich möchte alle Puzzleteile zusammenbringen können und weiss, wenn mir das gelingt, ist eine Medaille sehr realistisch.»

Turbulenzen wegen «Irma»

Die Gruppe der härtesten Gegnerinnen lässt sich auf eine übersichtliche Anzahl an Namen eingrenzen. Von den an den Olympischen Spielen vor ihr klassierten Ruderinnen ist beispielsweise nur noch die Chinesin Duan Jingli dabei.

Der Vergleich mit der 28-jährigen Asiatin fehlt Gmelin allerdings dieses Jahr. Jingli bestritt einzig den Weltcup in Posen – da aber war die Ustermerin verletzt. Daneben zählen Europameisterin Victoria Thornley (GBR), Annekatrin Thiele (GER), Carlin Zeeman (CAN) und Weltcup-Siegerin Magdalena Lobnig (AUT) zu den Podestkandidatinnen.

Letztere hat unlängst in einem Interview in der «Kleine Zeitung» klar gemacht: «Eine Medaille ist das grosse Ziel, alles andere wäre eine riesen Enttäuschung.»
Die Konkurrenz sei richtig stark, findet Lobnig – und meint damit zweifelsohne auch Gmelin.

«Der Spass kann beginnen.»

Ruderin Jeannine Gmelin

Während Lobnig erst letzten Sonntag und problemlos an den Wettkampfort reiste, war die Anreise der Schweizer Ruderer Anfang September wegen Hurrikan «Irma» strapaziöser als geplant. Die mehr als 1000 km lange Strecke von Tampa zur Trainingsbasis nach Oak Ridge musste statt im Flugzeug in Kleinbussen zurückgelegt werden, wofür man rund 13 Stunden benötigte. In Oak Ridge trafen Gmelin & Co. dann aber perfekte Bedingungen vor.

An der Regatta-Strecke in Sarasota sind ebenfalls kaum mehr Schäden von «Irma» zu sehen, die Anlage ist bereit. Gmelin auch. Oder um es in ihren Worten zu sagen: «Der Spass kann beginnen.»

Zahlreiche Schweizer Trümpfe an der WM
  
Die Schweizer Ruderer nehmen die am Sonntag beginnenden Weltmeisterschaften in Sarasota im US-Bundesstaat Florida mit einem starken Team in Angriff. Fünf der sieben Boote ist eine Medaille zuzutrauen. Die im Winter formulierte WM-Zielsetzung des Schweizer Verbandes lautet: ein Podestplatz, ein weiterer A-Final und insgesamt vier Top-Ten-Klassierungen.
  
Obwohl sämtliche vier Olympia-Goldmedaillengewinner im Leichtgewichts-Vierer in diesem Jahr pausieren, blicken die Schweizer auf eine erfolgreiche Saison zurück. An den drei Weltcup-Regatten gab es zehn Podestplätze, darunter vier Siege. An der EM in Racice resultierten einmal Gold und zweimal Bronze. Dass im Weltcup und an der EM insgesamt fünf verschiedene Boote den Sprung unter die ersten drei schafften, spricht für die Breite des Teams.
  
Froh um zusätzliche Trainings

  
Angeführt wird dieses von der Ustermer Skifferin Jeannine Gmelin (siehe Haupttext). Bei den Männern geht Nico Stahlberg im Skiff als Gesamtweltcup-Sieger an den Start. Das ist erstaunlich, bestreitet der 25-jährige Thurgauer doch seine erste Saison als Einer-Ruderer.
  
Insofern war er trotz der Erfolge froh, dass es nochmals einen Trainingsblock gab. «Wenn ich im Rennen Schläge wie im Training mache, dann kann es weit nach vorne reichen», sagte Stahlberg.
  
Auch Roman Röösli und Barnabé Delarze im Doppelzweier sowie Michael Schmid und Patricia Merz in der nicht-olympischen Disziplin Leichtgewichts-Einer können sich einiges ausrechnen. «Es gibt kein Team, das wir nicht schlagen können», gab sich Delarze selbstbewusst.
 
Europameister Schmid und Merz standen in diesem Jahr bei sämtlichen Starts auf dem Podest. «Ich weiss, dass alles möglich ist, wenn es gut läuft», sagte Schmid. Zurückhaltender äusserte sich Merz: «Im Einer kann sich jemand schnell verbessern. Das Ziel ist aber schon, in den Final zu kommen und dann ein gutes Rennen zu zeigen.» (sda)

 

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns